Handy-Telefonate im Flugzeug sind nicht erwünscht
Das hat eine repräsentative Umfrage des Branchenverbandes BITKOM ergeben. 20 Prozent wünschen sich demnach eine unbeschränkte Erlaubnis und 13 Prozent sind für das Telefonieren in abgetrennten Bereichen. Weitere 7 Prozent möchten nur SMS und mobiles Internet erlaubt sehen.
BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer geht allerdings davon aus, dass sich die mobile Kommunikation im Flugzeug ebenso durchsetzt wie in der Bahn. "Von den Fluggesellschaften ist Kreativität bei der Sitzplatzvergabe gefordert, von den Passagieren die notwendige Rücksichtnahme."
Technisch stellt die Handy-Nutzung im Flugzeug kein Problem dar, wenn die Fluggesellschaft eine Basisstation an Bord der Maschine installiert. Diese leitet die Gespräche der Fluggäste über eine Außenantenne und einen Satelliten weiter. Auch SMS, MMS und E-Mails sind möglich. Bei diesem Verfahren wird die Bord-Elektronik des Flugzeugs nicht gestört.
Die EU-Kommission hat im April die technischen Vorgaben dafür beschlossen. Eine Mindestflughöhe von 3.000 Metern über Grund ist nötig. Für Inlandsflüge hat die Bundesregierung bereits im März die rechtliche Grundlage geschaffen. Die Preise dürften etwas höher liegen als bei vergleichbaren Services am Boden, weil den Fluggesellschaften oder speziellen Dienstleistern zusätzliche Investitions- und Betriebskosten entstehen.
Während sich die deutschen Fluglinien zurückhalten, testen einige Unternehmen im Ausland bereits die neuen Services. Beispiele sind Air France, die irische Ryanair und die arabische Fluggesellschaft Emirates. "Solche Testphasen können sinnvoll sein, um die Bedürfnisse der Kunden noch besser kennenzulernen", so Scheer. "So ist denkbar, dass die meisten zwar keine lauten Gespräche im Flugzeug wollen, sich aber von SMS in der Praxis nicht gestört fühlen, wenn die Handys leise geschaltet sind."
Für Geschäftsreisende und Urlauber sei es auch attraktiv, mit dem Handy oder einem Laptop mit Mobilfunkkarte an Bord ins Internet zu gehen, um vor der Landung E-Mails abzurufen oder Reiseinfos zu finden. "Die Antwort muss nicht lauten: Alles oder nichts", sagte Scheer. "Gerade Datendienste können auch in einem vollen Flugzeug genutzt werden, ohne den Sitznachbar zu stören."
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Christian Kahle
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