Bill Gates' nutzloser Versuch, Windows zu benutzen

"Jetzt geht die Scheiße erst richtig los!"
Statt Movie Maker hätten sich dort allerlei seltsame Einträge wiedergefunden, darunter Testpakete mit scheinbar beliebigen Bezeichnungen. An dieser Stelle platzte Gates offenbar der Kragen. In seiner Mail fragt er ungläubig, ob jetzt tatsächlich jemand die letzte einfach zu benutzende Funktion von Windows unbrauchbar gemacht habe. Das Dateisystem sei unbrauchbar, gleiches gelte auch für die Registrierungsdatenbank - die Übersicht der installierten Programme sei der letzte "vernünftige" Platz in Windows, doch auch der wäre nun nicht mehr zu gebrauchen.

"Hier geht die Scheiße aber erst richtig los", fluchte Gates nun munter drauf los. Außerdem habe es auch Einträge zu Windows XP Patches gegeben, deren Beschreibung lediglich aus einem Verweis auf einen kryptisch benannten Link bestand. In einigen Fällen sei noch nicht einmal erkenntlich, worum es sich jeweils handele. "Was für eine absolute Sauerei", kommentierte er.

Das gesuchte Programm - Movie Maker - war übrigens nicht zu finden. Daher hätte er dann probiert, das Digital Plus Paket herunterzuladen. Auch hier gab es Probleme. Weil bei der Eingabe der zum Erwerb benötigten Angaben ein einzelner Fehler auftrat, habe er dann alle Felder neu ausfüllen dürfen - fünf Mal.

Nach mehr als einer Stunde voller Verrücktheiten, einer zerstörten Programmübersicht und der Feststellung, dass Microsoft.com eine "schreckliche Website" ist, habe er Movie Maker noch immer nicht benutzt und auch das Digital Plus Paket nicht erwerben können. Der offensichtliche Verzicht auf jegliche Überlegungen zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit, der durch diese Erlebnisse deutlich werde, sei für ihn unbegreiflich, so Gates weiter.

Zwar habe er geglaubt, Microsoft habe mit der Netzwerkübersicht von Windows XP oder den Meldungen, die beim Versuch der Benutzung von WLAN angezeigt werden, den Tiefpunkt erreicht, doch offensichtlich sei dem nicht so. "Wenn ich diese Sachen wirklich benutzen kann, werde ich wohl weitere Rückmeldungen haben", so sein enttäuschtes Resümee.

Gates fast schon verzweifelter Brief an seine Mitarbeiter zeigt, dass auch der Chef von Microsoft nicht vor den Macken der eigenen Produkte gefeit war. Man muss jedoch bedenken, dass seine E-Mail nur eine Momentaufnahme darstellt, zumal seitdem mehr als fünf Jahre vergangen sind, in denen sich hoffentlich einiges getan hat. Auf eine Anfrage von Bishop antwortete Gates, dass bis heute kein Tag vergehe, an dem er nicht eine solche Nachricht an seine Mitarbeiter richte. Schließlich sei dies sein Job.
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