Meldeämter: Bürgerdaten jahrelang frei im Internet

Datenschutz Persönliche Daten, die von Bundesbürgern bei den Einwohnermeldeämtern hinterlassen werden, waren offenbar über Jahre über das Internet zugänglich. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, waren mindestens fünf Kommunen von dem Problem betroffen. Der Hersteller der bei den Ämtern eingesetzten Software, die Firma HSH aus der Nähe Berlins, soll die Zugangsdaten auf seiner Web-Seite abgebildet haben. Wer diese entdeckte, konnte auf die kompletten Datenbestände zugreifen: Nummern von Reisepässen und Personalausweisen, Fotos, Geburtsdaten, aktuelle und frühere Adressen und auch Finanzinformationen.

Über eine Suchmaschine ließen sich Informationen über die Bewohner ganzer Straßenzüge abrufen, hieß es. Erst am Freitag wurde das Problem durch die Vergabe neuer Passwörter abgestellt. "Das ist ungefähr so das Schlimmste, was passieren kann", sagte Matthias Rosche vom Beratungsunternehmen für Informationssicherheit Integralis gegenüber dem Sender.

Insgesamt wird die Software von rund 200 Kommunalverwaltungen eingesetzt. Wie die Passwörter an die Öffentlichkeit kamen, konnte man sich bei dem Unternehmen nicht erklären. Man habe alle Kunden angeschrieben und aufgefordert, ihre Passwörter umgehend zu ändern, so HSH-Geschäftsführer Stephan Hauber. Unbefugte Zugriffe wurden nach Angaben der 'Frankfurter Rundschau' in Potsdam, Neuhardenberg und Henningsdorf verzeichnet.
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