Wissenschaftler arbeiten an lebenden Computern

Forschung & Wissenschaft Forscher in den USA arbeiten derzeit an lebenden Computern. Bakterienzellen sollen in die Lage versetzt werden, komplizierte mathematische Probleme zu lösen. Erste Erfolge hatten die Wissenschaftler mit genetisch manipulierten Escherichia Coli. Die Einzeller sind demnach bereits in der Lage das Burnt-Pancake-Problem zu lösen. Dieses ähnelt dem hierzulande bekannten "Turm von Hanoi, bei dem unterschiedlich große Scheiben mit möglichst wenig Zügen auf einer anderen Position gestapelt werden müssen.

"Mit unserer Methode kann man praktisch jedes Problem lösen, bei dem Objekte in einer bestimmten Reihenfolge und Ausrichtung geordnet werden müssen", sagte Karmella Haynes, Professor für Biologe am Davidson College und Kopf der Forschungsgruppe. Derzeit arbeite man daran, auch andere mathematische Aufgaben umsetzen zu können.

In einer Veröffentlichung über ihre Forschung sprechen die beteiligten Wissenschaftler bereits davon, dass Computing mit lebenden Zellen zu einer sinnvollen alternative zu elektronischen Systemen werden könnten. Auf DNA-Ebene könnten sehr komplexe Parallelberechnungen durchgeführt werden, die sonst große und teure Computer erfordern. Die entsprechend ausgestatteten Bakterien sind letztlich auch leicht reproduzierbar.

"Die Anforderungen sind sicher nicht ideal für Systeme, die sich an den Privatkundenmarkt richten, aber in der mathematischen Forschung oder der Informatik vermutlich sehr nützlich", sagte Haynes.

Laut dem Professor liege eine weitere Besonderheit in dem Projekt darin, dass man es faktisch als Open Source zur Verfügung stelle. Die Forschungsberichte werden im Registry of Standard Biological Parts veröffentlicht, einer freien Wissenschaftsdatenbank des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Dadurch will man weltweit Forscher animieren, an dem Projekt mitzuarbeiten und es so schneller voranzubringen.

Weitere Informationen: Forschungspapier der Gruppe (PDF)
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