Des einen Leid ...: Fujifilm fährt Produktion von Magnetbändern hoch
Der japanische Konzern Fujifilm will seine Produktionskapazitäten für Magnetbänder massiv ausbauen. Das ist eine Reaktion auf die enorm gestiegene Nachfrage nach Speichermöglichkeiten, die die Preise weltweit nach oben treibt.
Die Investitionen fließen in das Fujifilm-Werk Kanagawa Factory am Standort Odawara. Das Unternehmen bezeichnet das Vorhaben als bislang größte Einzelinvestition in spezialisierte Produktionsanlagen für LTO-Magnetbänder. Zwischen den Geschäftsjahren 2026 und 2028 sollen sowohl die Fertigungskapazitäten erweitert als auch zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Produktion der aktuellen Generation LTO Ultrium 10. Die angestrebte Kapazitätssteigerung bezieht sich auf das Produktionsniveau des Geschäftsjahres 2025, hieß es.
Hintergrund ist der weltweit stark steigende Bedarf an Speicherplatz. Fujifilm zufolge sorgt die Verbreitung generativer KI für ein exponentielles Wachstum der Datenmengen. Insbesondere große Cloud-Anbieter und Rechenzentren setzen deshalb verstärkt auf Magnetbänder, um umfangreiche Datenbestände kostengünstig zu archivieren.
Die aktuelle Generation LTO Ultrium 10 verwendet erstmals hybride magnetische Feinpartikel, die Bariumferrit und Strontiumferrit kombinieren. Damit soll die Speicherdichte weiter steigen.
Ein zusätzlicher Vorteil der Technologie liegt in der Sicherheit: Magnetbandkassetten lassen sich nach der Datensicherung physisch vom Netzwerk trennen und an einem anderen Ort aufbewahren. Diese sogenannte Air-Gap-Strategie erschwert es Angreifern, Sicherungskopien etwa durch Ransomware zu verschlüsseln oder zu zerstören. Fujifilm sieht Magnetbänder deshalb auch als wichtige Schutzmaßnahme gegen zunehmend ausgefeilte Cyberangriffe.
Siehe auch:
- Fujifilm investiert zehn Milliarden Yen in den Ausbau der Bandfertigung
- Bis 2028 soll sich das Produktionsvolumen am Standort Odawara verfünffachen
- Der enorme Speicherbedarf durch generative KI treibt die Nachfrage stark an
- Große Cloud-Anbieter nutzen Bänder zur kostengünstigen Datenarchivierung
- LTO Ultrium 10 nutzt hybride Feinpartikel für eine höhere Speicherdichte
- Physische Netztrennung bietet zusätzlichen Schutz vor Erpressungssoftware
Hohe Investitionen ins Bänderwerk
Der japanische Konzern investiert jetzt rund zehn Milliarden Yen (rund 56 Millionen Euro), um die Fertigung innerhalb weniger Jahre auf das Fünffache des bisherigen Volumens zu steigern, berichtete Ars Technica. Als wesentlichen Grund nennt das Unternehmen den wachsenden Speicherbedarf durch Künstliche Intelligenz. Trotz des Alters der Technologie erlebt das Magnetband damit eine Renaissance.Die Investitionen fließen in das Fujifilm-Werk Kanagawa Factory am Standort Odawara. Das Unternehmen bezeichnet das Vorhaben als bislang größte Einzelinvestition in spezialisierte Produktionsanlagen für LTO-Magnetbänder. Zwischen den Geschäftsjahren 2026 und 2028 sollen sowohl die Fertigungskapazitäten erweitert als auch zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Produktion der aktuellen Generation LTO Ultrium 10. Die angestrebte Kapazitätssteigerung bezieht sich auf das Produktionsniveau des Geschäftsjahres 2025, hieß es.
Hintergrund ist der weltweit stark steigende Bedarf an Speicherplatz. Fujifilm zufolge sorgt die Verbreitung generativer KI für ein exponentielles Wachstum der Datenmengen. Insbesondere große Cloud-Anbieter und Rechenzentren setzen deshalb verstärkt auf Magnetbänder, um umfangreiche Datenbestände kostengünstig zu archivieren.
Es gibt Entwicklung
Anders als im Privatkundenbereich, wo Magnetbänder längst weitgehend verschwunden sind, hat sich die Technologie in Unternehmen und Rechenzentren behauptet. Fujifilm beschäftigt sich bereits seit den 1950er-Jahren mit Magnetbändern als Datenspeicher. Im Jahr 2000 brachte das Unternehmen sein erstes LTO-Ultrium-Band auf den Markt. Seitdem wurden die Speicherkapazitäten mit jeder Generation erheblich gesteigert.Die aktuelle Generation LTO Ultrium 10 verwendet erstmals hybride magnetische Feinpartikel, die Bariumferrit und Strontiumferrit kombinieren. Damit soll die Speicherdichte weiter steigen.
Ein zusätzlicher Vorteil der Technologie liegt in der Sicherheit: Magnetbandkassetten lassen sich nach der Datensicherung physisch vom Netzwerk trennen und an einem anderen Ort aufbewahren. Diese sogenannte Air-Gap-Strategie erschwert es Angreifern, Sicherungskopien etwa durch Ransomware zu verschlüsseln oder zu zerstören. Fujifilm sieht Magnetbänder deshalb auch als wichtige Schutzmaßnahme gegen zunehmend ausgefeilte Cyberangriffe.
Siehe auch:
- SK Hynix meldet RAM & Flash bis 2029 ausverkauft & über 80% Marge
- Samsung: 2027 fast ein Drittel der RAM-Produktion nur für KI
- Xpeng startet Produktion des humanoiden Roboters Iron
- Phison-Gründer: Flash-Engpässe erreichen 2027 Höhepunkt, Preise auch
- Analysten: AMD soll Fertigung von Chips bei Intel planen
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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