Wer hätts gedacht: Magnetbänder zur Datenspeicherung boomen

Magnetbänder sind aus dem Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit spätestens seit dem Erscheinen der CD verschwunden. Im Bereich der Datensicherung sind sie aber immer noch essenziell. Momentan werden so viele Bänder verkauft wie schon lange nicht mehr.
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The LTO Program

Magnetbänder überraschend populär

Lange waren Magnetbänder das Medium der Wahl, wenn es um Datenspeicherung ging. Erst mit dem Aufkommen der Diskette, seinerseits auch ein magnetisches Speichermedium, verloren die Bänder an Popularität. Spätestens mit der Entwicklung optischer Datenträger wie der CD verschwanden Magnetbänder weitestgehend aus dem öffentlichen Bewusstsein und gelten bei vielen Endverbrauchern als veraltete Technologie.

Neue Rekordzahlen bei Absätzen

Wie nun The LTO Program berichtet, ist die Nachfrage an Magnetbändern in den letzten Jahren jedoch auf ein Rekordniveau angestiegen. Dem jüngsten Jahresreport zufolge wurden 2023 Magnetbänder mit einer Gesamtspeicherkapazität von 152,9 Exabyte verkauft. (Ein Exabyte entspricht 1000 Petabytes beziehungsweise einer Milliarde Gigabyte.) Insgesamt bedeutete das einen Zuwachs von 3,14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.


Bei den Datenträgern handelt es sich um sogenannte LTO-Bänder. Die Technologie, die sich mittlerweile in der neunten Generation befindet, wurde speziell zur Datensicherung entwickelt und erreicht eine Datentransferrate von bis zu 1000 Megabyte pro Sekunde. Auf ein LTO-9-Band passen bei entsprechender Komprimierung bis zu 45 Terabyte. Die Technologie kommt vor allem im Unternehmensbereich zum Einsatz.

"Der jüngste jährliche Bericht über die Auslieferung von Bandkapazitäten zeigt die anhaltende Bedeutung der LTO-Bandtechnologie in der digitalen Speicherhierarchie nicht nur heute, sondern auch weit in der Zukunft, wenn sich die Speicheranforderungen hinsichtlich Komplexität und Kosten weiterentwickeln", sagte Speicheranalyst Tom Coughlin.

Günstig und mit langer Lebensdauer

Die momentan große Popularität der Magnetbänder speist sich laut The LTO Program aus deren Kosteneffizienz. Mit etwa 10 Euro pro Terabyte ist der Speicher deutlich günstiger als entsprechende Festplatten im Enterprise-Bereich oder Flash-Alternativen. Der in letzter Zeit stark erhöhte Speicherbedarf aufgrund der jüngsten Fortschritte bei Technologien wie der künstlichen Intelligenz sei auch ein Grund für die starke Nachfrage.

Zudem beträgt die Lebensdauer von Bändern bei entsprechender Lagerung und Pflege mindestens 30 Jahre. Zum Vergleich: Bei Festplatten wie zum Beispiel RAID- oder NAS-Systemen gilt, dass die Lebensdauer bei etwa fünf Jahren liegt. Hersteller wie SanDisk geben für ihre SSDs ebenfalls eine Haltbarkeitsdauer von fünf Jahren an.

Obwohl Magnetbänder für den Endverbraucher schon seit Jahrzehnten keine wirkliche Bedeutung mehr haben, sind sie bei der Sicherung großer Datenmengen also immer noch notwendig und zudem sehr beliebt.

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Zusammenfassung
  • Magnetbänder waren lange das bevorzugte Speichermedium für Daten
  • Disketten und CDs verdrängten Magnetbänder aus dem öffentlichen Bewusstsein
  • Die Nachfrage nach Magnetbändern stieg jedoch in den letzten Jahren auf Rekordniveau
  • 2023 wurden Magnetbänder mit 152,9 Exabyte Gesamtspeicherkapazität verkauft
  • LTO-Bänder der neunten Generation erreichen Datentransferraten bis zu 1000 MB/s
  • Ein LTO-9-Band kann bei Komprimierung bis zu 45 Terabyte speichern
  • Magnetbänder sind kosteneffizienter als Festplatten und Flash-Alternativen

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