Sicherheit: Cloud und Apps werden Hauptschwachstelle vernetzter Autos
Moderne Fahrzeuge sind rollende Computer. Eine neue Studie zeigt nun, dass sich Sicherheitslücken zunehmend vom Auto selbst in externe Apps und Cloud-Dienste verlagern. Für Autofahrer bedeutet das vor allem ein wachsendes Risiko für persönliche Daten.
Für Autobesitzer bedeutet das, dass Angreifer nicht zwingend physischen Zugriff auf das Fahrzeug benötigen. Neben der direkten Manipulation geraten persönliche Informationen in den Fokus. Der Schweregrad der dokumentierten Probleme stieg deutlich an: Fast 45 Prozent der Lücken wurden als hoch eingestuft, weitere 16 Prozent galten als kritisch. Die Forscher stießen zudem auf Schwachstellen in Softwarebibliotheken von Drittanbietern.
Ein prominentes Beispiel ereignete sich im Dezember 2024. Durch ungesicherte Cloud-Dienste waren die Daten von rund 800.000 Fahrzeugen der Volkswagen-Gruppe offen im Netz zugänglich. Die geleakten Informationen umfassten E-Mail-Adressen, Telefonnummern sowie präzise GPS-Daten, mit denen sich die Bewegungen der Fahrer nachvollziehen ließen. Die Lücke wurde allerdings behoben, bevor ein Missbrauch bekannt wurde.
Ist diese Trennung fehlerhaft, könnten Hacker über das fahrzeugeigene WLAN potenziell Zugriff auf weitere Systeme des Autos erhalten. Bereits 2015 demonstrierten Sicherheitsforscher das an einem Jeep Cherokee, bei dem sie aus der Ferne Lenkung und Bremsen manipulierten. Laut der aktuellen Datenbasis tauchen ähnliche Architekturfehler auch heute noch auf. So hätte eine dokumentierte Schwachstelle im Infotainment-System eines Skoda es Angreifern im Fahrzeug-WLAN unter bestimmten Bedingungen ermöglicht, das System zum Absturz zu bringen.
Ein weiteres Risiko birgt die Hardware. Da viele Autobauer auf dieselben Computerchips zurückgreifen, lässt sich eine einmal gefundene Hintertür unter Umständen auch bei Modellen anderer Marken nutzen. Die Studienautoren weisen zudem auf KI-Assistenten hin, die zur Planung von Reiserouten genutzt werden. Da diese durch gezielte Eingaben Nutzerdaten preisgeben könnten, sollten Autofahrer genau abwägen, welche Informationen sie teilen.
Wie schützt ihr eure Daten im vernetzten Auto? Vertraut ihr den Cloud-Diensten der Hersteller oder schaltet ihr bestimmte Funktionen lieber ab? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
- Schwachstellen in externen Apps und Cloud-Diensten nahmen massiv zu
- Forscher analysierten 413 bekannte Sicherheitslücken aus drei Jahren
- Fast 61 Prozent der dokumentierten IT-Probleme gelten als hoch bis kritisch
- Im Dezember 2024 lagen Daten von 800.000 Fahrzeugen der VW-Gruppe offen
- Schlecht getrennte Infotainment-Systeme bieten gefährliche Einfallstore
- Baugleiche Computerchips ermöglichen markenübergreifende Angriffe auf Autos
Gefahr aus der Cloud
Moderne Fahrzeuge tauschen kontinuierlich Daten mit Smartphones, Ladesäulen und den Servern der Hersteller aus. Und das ist durchaus ein Problem: Denn eine Untersuchung der Universität Göteborg und der Technischen Hochschule Chalmers zeigt, dass sich IT-Sicherheitslücken in der Automobilbranche dieser Tage stark verlagern. Die Forscher analysierten 413 gemeldete Schwachstellen aus den Jahren 2022 bis 2024. Im Vergleich zum vorangegangenen Jahrzehnt hat sich der Anteil der Fehler in externen Apps, Webseiten und Cloud-Diensten fast verdreifacht.Für Autobesitzer bedeutet das, dass Angreifer nicht zwingend physischen Zugriff auf das Fahrzeug benötigen. Neben der direkten Manipulation geraten persönliche Informationen in den Fokus. Der Schweregrad der dokumentierten Probleme stieg deutlich an: Fast 45 Prozent der Lücken wurden als hoch eingestuft, weitere 16 Prozent galten als kritisch. Die Forscher stießen zudem auf Schwachstellen in Softwarebibliotheken von Drittanbietern.
Ein prominentes Beispiel ereignete sich im Dezember 2024. Durch ungesicherte Cloud-Dienste waren die Daten von rund 800.000 Fahrzeugen der Volkswagen-Gruppe offen im Netz zugänglich. Die geleakten Informationen umfassten E-Mail-Adressen, Telefonnummern sowie präzise GPS-Daten, mit denen sich die Bewegungen der Fahrer nachvollziehen ließen. Die Lücke wurde allerdings behoben, bevor ein Missbrauch bekannt wurde.
Infotainment als Einfallstor
Laut TechXplore zeigen sich die Forscher überrascht über teils grundlegende Fehler in den Systemen. Teils geht es um Passwörter, die seit der Installation nie geändert wurden. Zudem erweisen sich die Schnittstellen zwischen Unterhaltungssystemen und der eigentlichen Fahrzeugsteuerung als problematisch, wenn diese Bereiche innerhalb der Softwarearchitektur nicht strikt voneinander getrennt arbeiten. Infografik: E-Autos auf dem Vormarsch: Neuzulassungen in Deutschland 2026
Ist diese Trennung fehlerhaft, könnten Hacker über das fahrzeugeigene WLAN potenziell Zugriff auf weitere Systeme des Autos erhalten. Bereits 2015 demonstrierten Sicherheitsforscher das an einem Jeep Cherokee, bei dem sie aus der Ferne Lenkung und Bremsen manipulierten. Laut der aktuellen Datenbasis tauchen ähnliche Architekturfehler auch heute noch auf. So hätte eine dokumentierte Schwachstelle im Infotainment-System eines Skoda es Angreifern im Fahrzeug-WLAN unter bestimmten Bedingungen ermöglicht, das System zum Absturz zu bringen.
Ein weiteres Risiko birgt die Hardware. Da viele Autobauer auf dieselben Computerchips zurückgreifen, lässt sich eine einmal gefundene Hintertür unter Umständen auch bei Modellen anderer Marken nutzen. Die Studienautoren weisen zudem auf KI-Assistenten hin, die zur Planung von Reiserouten genutzt werden. Da diese durch gezielte Eingaben Nutzerdaten preisgeben könnten, sollten Autofahrer genau abwägen, welche Informationen sie teilen.
Wie schützt ihr eure Daten im vernetzten Auto? Vertraut ihr den Cloud-Diensten der Hersteller oder schaltet ihr bestimmte Funktionen lieber ab? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
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Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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