Robotaxi ohne Lenkrad: Tesla will Cybercab bereits ab 2026 verkaufen

Tesla will sein autonomes Robotaxi Cybercab noch in diesem Jahr an erste Kunden ausliefern. Das auffällige Fahrzeug verzichtet komplett auf ein Lenkrad oder Pedale. Der Autobauer sieht den Wagen allerdings primär als Transportdienstleistung.
  • Tesla will sein autonomes Cybercab noch vor dem Ende von 2026 ausliefern
  • Das zweisitzige Fahrzeug besitzt keinerlei Pedale sowie kein Lenkrad mehr
  • Der Kaufpreis für das goldene Modell soll bei etwa 30.000 US-Dollar liegen
  • Vollständig autonome Software für Kunden folgt voraussichtlich erst 2027
  • In Austin bietet der Konzern bereits Fahrten mit einer Testflotte an
  • Die US-Behörde NHTSA untersucht derzeit die Zulassung des neuen Cybercabs

Verkaufsstart noch in diesem Jahr

Der US-Autobauer Tesla plant, sein autonomes Robotaxi Cybercab noch vor Ende 2026 an Kunden auszuliefern. Wie Lars Moravy, leitender Ingenieur für die Fahrzeugentwicklung, am Mittwoch bei der Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen bekannt gab, sollen erste Modelle noch in diesem Jahr an Kunden übergeben werden. Bislang fließen alle produzierten Fahrzeuge in Teslas eigene Robotaxi-Flotte ein. Angesichts begrenzter Funktionalität und vieler gebrochener Versprechen Teslas darf und muss man sich allerdings die Frage stellen, ob man dem Glauben schenken darf.

Der Wagen mit zwei Sitzen fällt durch seine goldene Farbe und Schmetterlingstüren auf. Im Innenraum verzichtet der Hersteller komplett auf Bedienelemente wie Lenkrad, Pedale oder Rückspiegel. Preislich soll das Fahrzeug laut früheren Angaben bei rund 30.000 Dollar (etwa 26.700 Euro) liegen. Erste Käufer sollen in kleinem Rahmen beliefert werden, um Erfahrungen mit der Auslieferung und dem Flottenmanagement zu sammeln.


Software fehlt zum Start

Wie TechCrunch berichtet, soll die unbeaufsichtigte Version von Full Self-Driving erst im zweiten Quartal 2027 für Kundenfahrzeuge erscheinen. Gehen beide Zeitpläne auf, könnten Flottenkunden das Cybercab kaufen und betreiben, bevor Tesla-Besitzer dieselben autonomen Fähigkeiten in ihren eigenen Autos erhalten. Bei frühen Käufern könnte der autonome Betrieb zudem regional eingeschränkt bleiben. Seit Anfang September bietet Tesla in Austin bezahlte Fahrten mit einer kleinen Cybercab-Flotte an, im kommenden Monat soll der Dienst auf Dallas ausgeweitet werden.


Fokus auf Transportdienste

Neben der Verzögerung gibt es Gegenwind von offizieller Seite. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat eine Untersuchung zum Cybercab eingeleitet und prüft, auf welcher Grundlage Tesla das Fahrzeug nach den US-Sicherheitsstandards zertifiziert hat, die herkömmliche Bedienelemente vorschreiben. Das dortige Verkehrsministerium hat kürzlich vorgeschlagen, die Vorgaben für autonome Fahrzeuge zu streichen. Bis dahin gelten jedoch die alten Regeln, was den Zeitplan für den Einsatz gefährden könnte.

Trotz der geplanten Verkäufe an Dritte soll die große Mehrheit der Flotte im Eigentum von Tesla verbleiben und als Fahrdienstleister operieren. Unternehmenschef Elon Musk betonte während der Telefonkonferenz, dass das Cybercab in erster Linie als Transportdienstleistung konzipiert sei. Im Gegensatz zu Model 3 oder Model Y ist das Robotaxi demnach weniger für den Privatbesitz gedacht.

Würdet ihr euch ein Auto ohne Lenkrad kaufen, auch wenn die Software noch nicht fertig ist? Teilt uns eure Meinung zu Teslas Robotaxi-Plänen in den Kommentaren mit!

Siehe auch:
Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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