"Geisel für eine Stunde":
Cybercab-Fahrt wird zum Albtraum-Erlebnis

Eine zehnminütige Fahrt mit dem autonomen Tesla Cybercab in Austin wurde kürzlich zu einer Irrfahrt von über einer Stunde. Strenge Software-Limitierungen bei der Routenwahl sorgten für massive Umwege durch Nebenstraßen.
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Tesla

    Irrfahrt durch Austin

    Im texanischen Austin wurde vor ein paar Tagen eine alltägliche Fahrt von zehn Minuten mit einem autonomen Tesla Cybercab zu einer 70 Minuten dauernden Irrfahrt. Ein Fahrgast buchte die Strecke von einem Supermarkt zum Geschäftsviertel Domain im Norden der Stadt. Unter normalen Bedingungen lässt sich das Ziel über die Schnellstraße zügig erreichen.

    Wie der betroffene Nutzer auf Reddit schreibt, fuhr das fahrerlose Taxi - statt die direkte Route zu nehmen - einen großen Umweg in entgegengesetzter Richtung durch den Osten von Austin. Ob diese Odyssee tatsächlich nötig gewesen wäre, ist eine andere Frage: Denn laut Tesla wäre ein Fahrtabbruch jederzeit möglich gewesen.

    My Cybercab held me hostage for an hour today 🙃
    by u/TyGuy539 in Austin


    Fehlende Autobahnfreigabe

    Der Grund für das unerwartete Fahrverhalten liegt in den aktuellen Beschränkungen der Software. Wie Electrek schreibt, können die autonomen Fahrzeuge von Tesla derzeit noch keine Autobahnen befahren.


    Zusätzlich umfahren die Taxis ebenerdige Bahnübergänge. Die Kombination aus den genannten Faktoren zwingt die Fahrzeuge dazu, ausschließlich auf langsameren Nebenstraßen zu navigieren. Das Auto fuhr kilometerweit parallel zu einer Bahnstrecke, bis es eine geeignete Brücke zur Überquerung fand.

    Für die Fahrgäste ist das Ausmaß der Umwege vor Fahrtantritt oft nicht ersichtlich. Die offizielle App von Tesla zeigt bei der Buchung lediglich den Preis an, liefert aber keine geschätzte Fahrtdauer. Die Fahrt kostete übrigens 20 Dollar (etwa 17 Euro).

    Konkurrenz fährt voraus

    Im Gegensatz zu Tesla erlaubt das Unternehmen Waymo seinen fahrerlosen Autos die reguläre Nutzung von Autobahnen. Das System von Tesla verlässt sich auf Kameras und agiert innerhalb eines begrenzten Einsatzgebietes. Die geringeren Geschwindigkeiten auf Nebenstraßen verlängern die Fahrzeiten spürbar.

    Die technischen Einschränkungen betreffen die gesamte autonome Flotte des Herstellers in Austin. Sowohl das neue Cybercab ohne Lenkrad als auch die umgerüsteten Fahrzeuge des Typs Model Y nutzen dieselbe Software.

    Nutzt ihr autonome Taxis, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt? Teilt eure Gedanken gerne in den Kommentaren mit uns. Wir freuen uns auf eure Meinungen!

    Zusammenfassung
    • Eine zehnminütige Fahrt mit dem Cybercab dauerte in Austin 70 Minuten
    • Das autonome Taxi von Tesla wählte einen riesigen Umweg durch den Osten
    • Autonome Fahrzeuge von Tesla dürfen Autobahnen derzeit nicht befahren
    • Die Software meidet zudem konsequent ebenerdige Kreuzungen mit Bahnen
    • Die Buchungs-App nennt vor dem Start den Preis, aber keine Fahrtdauer
    • Konkurrent Waymo darf mit seinen autonomen Autos Autobahnen befahren

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