Frau verhaftet, weil sie aus Protest Lieferroboter blockiert hat

Lieferroboter von Uber Eats bringen seit März Waren durch Philadelphia. Doch eine 78-jährige Rentnerin stellt sich den autonomen Geräten in den Weg, um menschliche Jobs zu schützen. Nun griff die Polizei ein und nahm die Frau fest.
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Avride
  • In Philadelphia wurde eine Rentnerin wegen Lieferroboter-Blockaden verhaftet
  • Carolyn Marvin weigerte sich, den Gehweg für autonome Systeme freizugeben
  • Die blockierten Roboter von Avride liefern seit März für Uber Eats Waren aus
  • Sie protestiert gegen den Verlust von Jobs durch den Einsatz von Maschinen
  • Zur Verteidigung beruft sich die frühere Dozentin auf die Meinungsfreiheit
  • Passanten reagierten gespalten auf die wiederholten Aktionen der Rentnerin

Festnahme wegen Roboter-Blockade

In der US-amerikanischen Stadt Philadelphia wurde am Mittwoch eine 78-jährige pensionierte Professorin wegen Störung der öffentlichen Ordnung ("disorderly conduct") festgenommen. Carolyn Marvin hatte sich in der Innenstadt auf einem Gehweg wiederholt einem autonomen Lieferroboter von Uber Eats in den Weg gestellt. Sie blockierte das Gerät dabei über einen längeren Zeitraum.

Nachdem sie mehrfachen polizeilichen Aufforderungen, dem Roboter Platz zu machen, nicht nachgekommen war, schritten die Beamten ein und legten ihr Handschellen an. Die kleinen Transportfahrzeuge, die von Avride stammen, liefern seit März Güter in Teilen der Metropole aus. Die Beschuldigte protestiert laut eigenen Angaben seit Monaten gezielt gegen die Maschinen.


Sie wirft den Betreibern vor, menschliche Lieferanten durch autonome Systeme zu ersetzen, um den eigenen Profit zu steigern. Marvin betont, dass sie darauf achte, Fußgänger niemals zu behindern. Ihrer Angabe nach schaltete sich nun erstmals die Polizei ein. Es ist aber nicht das erste Mal, dass die Aktion eine breite Öffentlichkeit finden: Bereits im September hatte eine Konfrontation in den sozialen Medien Aufmerksamkeit erregt.

Recht auf freie Meinungsäußerung

Marvin will juristisch gegen die Vorwürfe vorgehen. Wie ABC13 berichtet, beruft sie sich auf den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung, der das Recht auf öffentliche Demonstrationen schützt. Die ehemalige Dozentin, die an der University of Pennsylvania Kurse zur Meinungsfreiheit gab, begreift ihre Aktionen als aktives bürgerliches Engagement.

Sie hofft, durch ihre Präsenz auf der Straße direkte Gespräche über den Einfluss von künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt anzuregen. Eine Zeugin berichtete, sie habe bei einer früheren Begegnung zunächst geglaubt, der Roboter habe die Frau angefahren. Daraufhin habe Marvin entgegnet, sie müsse die Maschinen aufhalten, da sie die Welt übernehmen würden.

Reaktionen aus der Öffentlichkeit

Marvin beschreibt die Reaktionen auf ihre Blockadeaktionen als geteilt. Einige Passanten unterstützten sie, andere hielten die Proteste für unfair gegenüber zahlenden Kunden, auch weil sie die Lieferung von Medikamenten verhindern könnten.

Ungeachtet der juristischen Konsequenzen kündigte die Rentnerin an, sich den autonomen Lieferfahrzeugen auch in Zukunft physisch in den Weg zu stellen und den Austausch mit interessierten Passanten zu suchen. Uber lehnte eine offizielle Stellungnahme zu dem Vorfall ab.

Wie bewertet ihr physische Proteste gegen autonome Systeme im öffentlichen Raum? Teilt eure Sichtweise und diskutiert das Thema gerne mit uns in den Kommentaren!

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Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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