Auf Hack folgt Aderlass: Besorgte Binance-Kunden ziehen 4,65 Mrd. $ ab

Nach dem bislang schwersten Cyberangriff der Kryptogeschichte hat die weltgrößte Handelsplattform Binance Auszahlungen wieder freigegeben. Kunden machten sofort Gebrauch davon und zogen innerhalb kürzester Zeit Vermögenswerte in Milliardenhöhe ab.
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  • Nach einem Rekord-Hack können Binance-Kunden wieder auf ihr Geld zugreifen
  • Am Sonntag zogen Nutzer binnen weniger Stunden 4,65 Milliarden Dollar ab
  • Kriminelle erbeuteten zuvor Kryptowerte von rund 6,3 Milliarden US-Dollar
  • Das FBI verdächtigt die nordkoreanische Hackergruppe namens TraderTraitor
  • Der Einbruch erfolgte über einen kompromittierten Rechner von Mitarbeitern
  • Binance will alle Verluste vollständig aus eigenen Mitteln decken

Folgen des Rekorddiebstahls

Nach dem bislang größten Diebstahl von Kryptowährungen können Nutzer der Handelsplattform Binance wieder auf ihre Einlagen zugreifen. Nachdem die Auszahlungen am Wochenende für rund 48 Stunden ausgesetzt waren, startete am Sonntag eine phasenweise Wiederherstellung der Systeme. Kunden machten sofort eifrig Gebrauch davon und transferierten erhebliche Summen von der Börse.

Wie Binance auf X mitteilte, verzeichnete das Unternehmen am Sonntag in nur neuneinhalb Stunden Bruttoabflüsse von 4,65 Milliarden Dollar (etwa 4,16 Milliarden Euro). Gleichzeitig flossen 1,01 Milliarden Dollar (etwa 903 Millionen Euro) auf die Konten der Nutzer. Der resultierende Nettoabfluss von 3,64 Milliarden Dollar (etwa 3,25 Milliarden Euro) entspricht gut zwei Prozent der Gesamtvermögenswerte von 171 Milliarden Dollar (etwa 153 Milliarden Euro).


Inzwischen hat sich das Volumen der Abhebungen laut Binance allerdings wieder stabilisiert. Um die Kunden weiter zu beruhigen, kündigte das Unternehmen hinter Co-CEO Yi He an, einen kryptografischen Reservenachweis bereitzustellen, der bis Dienstag vorliegen soll. Damit soll die Deckung der Kundengelder belegt werden.

Hintergrund: Am vergangenen Donnerstag hatten Hacker digitale Vermögenswerte im Wert von rund 6,3 Milliarden Dollar (etwa 5,65 Milliarden Euro) von Binance entwendet. Die Täter nutzten einen kompromittierten Mitarbeiter-Laptop für unautorisierte Transaktionen. Die US-Bundespolizei FBI macht mittlerweile die nordkoreanische Hackergruppe TraderTraitor für die Tat verantwortlich.

Sicherung der Einlagen

Die Plattform, die über 335 Millionen Nutzer betreut und ein durchschnittliches tägliches Handelsvolumen von rund 95 Milliarden Dollar (etwa 85 Milliarden Euro) aufweist, will sämtliche Verluste, die durch den Hack entstanden sind, aus eigenen Mitteln decken. Bereits 2019 kam es zu einem Einbruch, bei dem 7000 Bitcoin gestohlen wurden. Damals griff der Betreiber auf seinen Notfallversicherungsfonds zurück.

Besitzt ihr Kryptowährung? Wo bewahrt ihr eure digitalen Vermögenswerte auf? Nutzt ihr eine Börse wie Binance oder setzt ihr lieber auf private Wallets? Teilt eure Meinung zu den Vor- und Nachteilen mit uns in den Kommentaren.

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Felix Krauth

Redakteur für Windows & Hardware

War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

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