Kreuzzug gegen Betrug: Mann fand auf LinkedIn 60.000 Fake-Jobs

Auf dem Karrierenetzwerk LinkedIn hat der ursprünglich arbeitslose US-Amerikaner Jay Jones rund 60.000 gefälschte Stellenanzeigen aufgedeckt. Kriminelle erbeuten dort mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und gekaperten Konten sensible Daten von Bewerbern.
Logo, Social Network, Netzwerk, Linkedin, Business Network

    Kampf gegen Fake-Jobs

    Es ist ein klassischer Fall von "aus der Not eine Tugend machen": Jay Jones hat seit Ende 2023 rund 60.000 gefälschte Stellenanzeigen und 7000 betrügerische Profile auf der Karriereplattform LinkedIn ausfindig gemacht. Nach seinem eigenen Jobverlust in der Werbebranche stieß der 39-Jährige auf dubiose Angebote und begann, die Strukturen hinter den falschen Anzeigen systematisch zu untersuchen. Ziel der Täter ist es meist, finanzielle Mittel oder persönliche Daten wie Ausweisdokumente von arbeitsuchenden Menschen zu erbeuten.

    Die Vorgehensweise der Betrüger wird zunehmend komplexer. Anstatt lediglich offensichtliche Fake-Profile mit gestohlenen Fotos zu erstellen, nutzen die Kriminellen vermehrt künstliche Intelligenz. Damit passen sie ihre Nachrichten individuell an den Lebenslauf der Zielperson an. Oft wird Bewerbern suggeriert, ihre Unterlagen seien mangelhaft, woraufhin kostenpflichtige Hilfsangebote folgen.


    Ein weiteres Problem stellen verwaiste Nutzerkonten dar. Wie das Wall Street Journal berichtet, übernehmen Hacker oft inaktive Profile, die in der Vergangenheit durch ein offizielles Dokument verifiziert wurden. Die Täter ändern die beruflichen Stationen und geben sich als Personalvermittler für echte Unternehmen aus. So wurde beispielsweise das Profil eines chilenischen Zahnarztes missbraucht, um ihn als Mitarbeiter einer Personalvermittlung darzustellen.

    Sicherheit und neue Funktionen

    Selbst verifizierte Unternehmensseiten sind vor den Angriffen nicht sicher. Jones entdeckte Fälle, in denen scheinbar legitime Firmen wie Hyundai oder Capital One Stellenanzeigen auf LinkedIn veröffentlichten. Die fehlerhaften Ausschreibungen leiteten die Nutzer jedoch auf externe Webseiten um, die nicht mit den eigentlichen Konzernen in Verbindung standen. Dort sollten die Bewerber ihre Lebensläufe an fremde E-Mail-Adressen senden.

    Die Täter greifen auf verschiedene Methoden zurück, die schwer zu durchschauen sind. Dazu zählen die Nutzung von künstlicher Intelligenz für maßgeschneiderte Kontaktanfragen, die Übernahme inaktiver Accounts sowie die Platzierung falscher Links auf echten Unternehmensseiten. Die Probleme bzw. Maschen sind dem Karrierenetzwerk sicherlich bekannt: LinkedIn gibt an, automatisierte Systeme zur Erkennung einzusetzen. In der zweiten Jahreshälfte 2025 habe das Unternehmen fast 90 Millionen gefälschte Konten blockiert.

    Trotz der Maßnahmen passen sich die Betrüger schnell an neue Sicherheitsvorkehrungen an. Ein Verifizierungsabzeichen bietet laut dem Plattformbetreiber keine absolute Garantie für die Echtheit einer Person. LinkedIn will jedoch noch in diesem Monat eine neue Funktion einführen. Das neue Werkzeug soll es verifizierten Arbeitgebern ermöglichen, falsche Mitarbeiterverknüpfungen sofort zu löschen, ohne eine 14-tägige Einspruchsfrist abwarten zu müssen.

    Seid ihr auf Karrierenetzwerken schon einmal mit gefälschten Jobangeboten in Kontakt gekommen? Teilt eure Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema gerne mit uns in den Kommentaren.

    Zusammenfassung
    • Ein Nutzer fand rund 60.000 gefälschte Stellenanzeigen auf LinkedIn
    • Kriminelle nutzen KI für personalisierte Anschreiben an Bewerber
    • Hacker kapern verwaiste Profile und geben sich als Recruiter aus
    • Gefälschte Links auf Firmenprofilen leiten zu externen Seiten um
    • LinkedIn blockierte im zweiten Halbjahr 2025 Millionen Fake-Profile
    • Arbeitgeber können falsche Mitarbeiter bald viel schneller löschen

    Siehe auch:
    Jetzt einen Kommentar schreiben


    Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
    Tipp einsenden
    ❤ WinFuture unterstützen
    Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!