Krypto-Hardware: Spionage-Chips räumen Wallets von Nutzern leer
Der Krypto-Hardwarehersteller Ledger hat die Existenz manipulierter Hardware-Wallets bestätigt, in die Spionage-Chips eingebaut wurden. Über diese konnten Angreifer die Zugangsdaten und Kryptowährungen von Nutzern stehlen.
Am 9. Oktober hatte Ledger eine Untersuchung eingeleitet, nachdem Kunden Verluste aus ihren Krypto-Wallets gemeldet hatten. Das Unternehmen forderte CryptoBilis daraufhin auf, den Verkauf und Versand seiner Ledger-Geräte einzustellen. Einen Tag später bestätigte der Hersteller, dass mindestens eines der untersuchten Geräte mit einer nicht autorisierten Hardwarekomponente versehen worden war. Wie und zu welchem Zeitpunkt die Manipulationen vorgenommen wurden, ist bislang ungeklärt.
Ledger rät Kunden, die ihre Geräte bei CryptoBilis gekauft haben und diese noch nicht eingerichtet haben, auf die Inbetriebnahme zu verzichten. Wer bereits ein solches Gerät verwendet, sollte seine Kryptowährungen auf eine neue Hardware-Wallet übertragen. Dafür ist ein neues Wiederherstellungsgeheimnis, die Seed Phrase, erforderlich.
Sicherheitsforscher haben inzwischen manipulierte Exemplare des Ledger Nano X untersucht. Der frühere Chef der inzwischen insolventen Kryptobörse Mt. Gox, Mark Karpelès, veröffentlichte Bilder einer eingeschleusten Schaltung. Auch das auf Kryptowährungen spezialisierte Forschungsstudio Tibane Labs bestätigte den Fund und identifizierte zwei Varianten der Spionage-Hardware.
Um für den Einbau der Komponente Platz zu schaffen, wurde bei einer untersuchten Variante die ursprüngliche Batterie durch einen kleineren Stromspeicher ersetzt. Eine weiterentwickelte Ausführung nutzt hingegen den vorhandenen Platz unter dem OLED-Display. In beiden Fällen entdeckten die Forscher Antennenleitungen, die auf die Manipulation hinweisen können.
Ledger warnt vor Käufen bei nicht autorisierten Händlern und empfiehlt, Geräte ausschließlich über offizielle Vertriebskanäle zu beziehen. Zudem sollen Vertriebspartner Rückläufer nicht ungeprüft erneut verkaufen. Zwar bietet der Hersteller eine Echtheitsprüfung an, diese kann zusätzliche Hardware jedoch nicht zuverlässig erkennen, solange das originale Sicherheitsmodul intakt bleibt.
Siehe auch:
- Beim Händler CryptoBilis verkaufte Ledger-Geräte wurden heimlich manipuliert
- Unbekannte Täter bauten zusätzliche Hardware in Wallets des Typs Nano X ein
- Die Spionagechips zeichnen Displayinhalte sowie Tasteneingaben heimlich auf
- Über ein integriertes LTE-Modul mit eSIM werden geheime Daten übertragen
- Betroffene Kunden sollen ihr Krypto-Guthaben auf neue Wallets übertragen
- Hersteller Ledger rät dringend vom Kauf bei inoffiziellen Händlern ab
Heimlich eingebaut
Betroffen sind Geräte, die über den südostasiatischen Händler CryptoBilis vertrieben wurden. Nach Angaben des Unternehmens hängen sämtliche bisher gemeldeten Fälle unerwarteter Vermögensabflüsse mit Produkten dieses Händlers zusammen. Das Ausmaß des Vorfalls bezeichnet Ledger als begrenzt.Am 9. Oktober hatte Ledger eine Untersuchung eingeleitet, nachdem Kunden Verluste aus ihren Krypto-Wallets gemeldet hatten. Das Unternehmen forderte CryptoBilis daraufhin auf, den Verkauf und Versand seiner Ledger-Geräte einzustellen. Einen Tag später bestätigte der Hersteller, dass mindestens eines der untersuchten Geräte mit einer nicht autorisierten Hardwarekomponente versehen worden war. Wie und zu welchem Zeitpunkt die Manipulationen vorgenommen wurden, ist bislang ungeklärt.
Ledger rät Kunden, die ihre Geräte bei CryptoBilis gekauft haben und diese noch nicht eingerichtet haben, auf die Inbetriebnahme zu verzichten. Wer bereits ein solches Gerät verwendet, sollte seine Kryptowährungen auf eine neue Hardware-Wallet übertragen. Dafür ist ein neues Wiederherstellungsgeheimnis, die Seed Phrase, erforderlich.
Sicherheitsforscher haben inzwischen manipulierte Exemplare des Ledger Nano X untersucht. Der frühere Chef der inzwischen insolventen Kryptobörse Mt. Gox, Mark Karpelès, veröffentlichte Bilder einer eingeschleusten Schaltung. Auch das auf Kryptowährungen spezialisierte Forschungsstudio Tibane Labs bestätigte den Fund und identifizierte zwei Varianten der Spionage-Hardware.
Mobilfunk inklusive
Den Analysen zufolge kann der zusätzliche Chip die Bildschirmausgabe des Geräts sowie Tasteneingaben erfassen. Auf diese Weise sollen die Angreifer die Seed Phrase ausspähen können, mit der sich eine Wallet wiederherstellen und auf die darin gespeicherten Vermögenswerte zugreifen lässt. Eine integrierte Mobilfunkverbindung über LTE und eine elektronische SIM-Karte (eSIM) ermöglicht offenbar die Übertragung der abgegriffenen Daten.Um für den Einbau der Komponente Platz zu schaffen, wurde bei einer untersuchten Variante die ursprüngliche Batterie durch einen kleineren Stromspeicher ersetzt. Eine weiterentwickelte Ausführung nutzt hingegen den vorhandenen Platz unter dem OLED-Display. In beiden Fällen entdeckten die Forscher Antennenleitungen, die auf die Manipulation hinweisen können.
Ledger warnt vor Käufen bei nicht autorisierten Händlern und empfiehlt, Geräte ausschließlich über offizielle Vertriebskanäle zu beziehen. Zudem sollen Vertriebspartner Rückläufer nicht ungeprüft erneut verkaufen. Zwar bietet der Hersteller eine Echtheitsprüfung an, diese kann zusätzliche Hardware jedoch nicht zuverlässig erkennen, solange das originale Sicherheitsmodul intakt bleibt.
Siehe auch:
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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