Internet-Explorer-Modus in Edge:
Microsoft mahnt jetzt Admins zur Eile

Microsoft zieht beim Internet Explorer endgültig den Stecker. Der IE-Modus im Browser Edge wird voraussichtlich Ende 2029 komplett eingestellt. IT-Administratoren erhalten nun erste Warnungen, um alte Webanwendungen rechtzeitig zu migrieren.
Browser, Internet Explorer, Grabstein
Jung Ki-Young//Reuters
  • Der IE-Modus im Microsoft Edge wird voraussichtlich bis Ende 2029 eingestellt
  • Microsoft erinnert Administratoren rechtzeitig an die anstehende Umstellung
  • Der Kompatibilitätsmodus nutzt weiterhin die alte Trident- bzw. MSHTML-Engine
  • Veraltete Standards wie ActiveX bergen zunehmend ernste Sicherheitsrisiken
  • Für betroffene Firmen und Behörden kann die Modernisierung Jahre dauern
  • Microsoft kündigt vor der finalen Abschaltung ein Jahr Vorwarnzeit an

Frist für IE-Modus endet 2029

Microsoft hat über das Microsoft 365 Message Center eine Erinnerung an IT-Administratoren verschickt. Der sogenannte IE-Modus im Browser Microsoft Edge wird voraussichtlich nur noch bis Ende des Jahres 2029 unterstützt. Die Benachrichtigung mit der Kennung MC1473151 soll Unternehmen weltweit dazu auffordern, rechtzeitig mit der Migration veralteter Webanwendungen zu beginnen.

Obwohl der eigentliche Internet Explorer bereits vor Jahren eingestellt wurde, lebt die zugrundeliegende Technik weiter. Der Kompatibilitätsmodus greift auf die alte Trident-Engine zurück. Das System, auch bekannt als MSHTML, ermöglicht weiterhin die Nutzung von veralteten Technologien wie ActiveX-Steuerelementen. Solche Funktionen sind bei modernen, auf Chromium basierenden Browsern nicht mehr vorhanden.


Sicherheitsrisiken durch alte Software

Wie The Register berichtet, warnt der Softwarekonzern davor, die Modernisierung zu verschieben. Die Umstellung komplexer Systeme kann mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Werden die alten Anwendungen nach dem Support-Ende weiter betrieben, entstehen erhebliche Sicherheitslücken sowie Probleme bei der Einhaltung von Compliance-Richtlinien.

Die Notwendigkeit des Wechsels zeigt sich auch an vergangenen Vorfällen. Im Jahr 2024 nutzten Angreifer den IE-Modus mindestens zweimal für Attacken aus, unter anderem durch schädliche Werbeeinblendungen. Veraltete Schnittstellen in internen Firmennetzwerken oder bei Behörden stellen somit ein Risiko dar. Das betrifft besonders Regionen, in denen E-Government-Dienste noch stark auf die alten Standards setzen.

Planung der Umstellung

Um Betriebsausfälle zu vermeiden, gewährt Microsoft eine Vorwarnzeit von mindestens einem Jahr, bevor die Funktion endgültig abgeschaltet wird. IT-Abteilungen sollten die verbleibende Zeit nutzen, um eine Bestandsaufnahme aller zwingend abhängigen Anwendungen zu machen, geschäftskritische Systeme zu priorisieren und gemeinsam mit Entwicklern an der Portierung auf aktuelle Webstandards zu arbeiten.

Für Unternehmen, die bei der Umstellung auf moderne Windows-Plattformen Hilfe benötigen, bietet Microsoft den Dienst App Assure an. Damit lassen sich Kompatibilitätsprobleme frühzeitig erkennen und beheben. Letztendlich müssen sich alle betroffenen Organisationen darauf einstellen, dass die Ära des Internet Explorers zum Ende des Jahrzehnts endgültig vorbei ist.

Nutzt ihr an eurem Arbeitsplatz noch Anwendungen, die den alten IE-Modus benötigen? Wie geht euer Unternehmen mit der anstehenden Umstellung um? Teilt eure Erfahrungen gerne in den Kommentaren!

Siehe auch:
Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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