Google und Microsoft streichen XSLT:
Optische Folgen für das Web

Google und Microsoft deaktivieren die XSLT-Unterstützung in Chrome und Edge standardmäßig. Das soll die Sicherheit erhöhen, kann aber zu Problemen führen. Nutzer sehen dann etwa "rohen" XML-Code oder Fehlermeldungen.
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  • Chrome schaltet die alte XSLT-Technik am 17. November 2026 standardmäßig ab
  • Microsoft Edge zieht mit Version 159 ab Mitte Dezember 2026 ebenfalls nach
  • Alte C- und C++-Bibliotheken wie libxslt stellen erhebliche Risiken dar
  • Unformatierte XML-Dokumente werden für Menschen künftig unleserlich sein
  • Die Funktion RD Web Access von Windows Server ist von Problemen betroffen
  • Unternehmen können XSLT über Richtlinien noch bis Sommer 2027 reaktivieren

Sicherheit verdrängt alte Technik

Ab Mitte November 2026 deaktiviert Google Chrome, ab Mitte Dezember 2026 Microsoft Edge standardmäßig die clientseitige Unterstützung für Extensible Stylesheet Language Transformations, kurz XSLT. Das bedeutet für Administratoren ebenso wie für Endanwender, dass bestimmte Weboberflächen möglicherweise nicht mehr laden und XML-Dokumente nicht mehr wie gewohnt formatiert, sondern als kryptischer XML-Baum dargestellt werden.

XSLT ist eine Sprache, die seit 1999 als W3C-Empfehlung existiert. Sie dient als kosmetische Schicht, um maschinenlesbare XML-Dokumente für den Menschen ansprechend aufzubereiten. Browser führen dazu eine Transformation lokal aus und wandeln die Daten in sichtbares HTML um.


Da die zugrunde liegenden Programmbibliotheken auf einer alten C/C++-Codebasis beruhen und nicht vertrauenswürdige Inhalte verarbeiten, stufen Google und Microsoft sie als Sicherheitsrisiko ein. Schwachstellen in Bibliotheken wie libxslt veranlassten die Entwickler zum Handeln.

Wie doctor-seo.net berichtet, erfolgt die Deaktivierung in Google Chrome mit der Version 158 am 17. November 2026. Microsoft Edge zieht Mitte Dezember 2026 mit der Version 159 nach. Laut Zählungen von Google nutzen nur etwa 0,02 Prozent der Seitenaufrufe die Funktion. Die Engines hinter Mozilla Firefox und Apple Safari stehen der Entfernung positiv gegenüber, einen Fahrplan haben sie aber nicht veröffentlicht.

Folgen für Server und Behörden

Obwohl die Nutzungsquote gering erscheint, trifft die Abschaltung bestimmte Bereiche. Die in Windows Server enthaltene Remote-Desktop-Funktion RD Web Access nutzt XSLT beispielsweise für ihre grafische Oberfläche. Ohne die Browser-Unterstützung kann das Laden der Seite laut Microsoft scheitern, sodass Nutzer eine Fehlermeldung sehen. Microsoft arbeitet an einer Lösung.

Darüber hinaus verlieren öffentliche XML-Datenseiten ihre Lesbarkeit. Dazu zählen Wetterstationen, Codelisten von Behörden oder Sitemaps. Für die Suchmaschinenoptimierung bleibt der Schritt folgenlos, da Crawler die Daten ohne optische Aufbereitung einlesen. Menschen sehen anstelle einer formatierten Tabelle jedoch nur noch einen unübersichtlichen XML-Baum und einen Warnhinweis des Browsers, dass das Dokument nicht wie vorgesehen formatiert werden kann.

Google gewährt eine Übergangsfrist bis zum 17. August 2027, bei Microsoft soll die Richtlinie im Sommer 2027 mit Edge 176 entfallen. Über die Unternehmensrichtlinie XSLTEnabled lässt sich das alte Verhalten in Google Chrome bis Version 176 vorübergehend reaktivieren. Danach entfallen diese Ausnahmen. Betreiber betroffener Webseiten müssen bis dahin auf serverseitige Transformationen oder alternative Formate umstellen.

Nutzt ihr im Alltag noch Dienste, die XSLT für die Darstellung verwenden? Wie bereitet ihr euch auf die Abschaltung vor? Teilt eure Meinung dazu gerne unten in den Kommentaren!

Download Microsoft Edge - Browser auf Chromium-BasisDownload Google Chrome - Schneller und sicherer Browser Siehe auch:
Nadine Juliana Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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