"Wir sind die Guten":
270 Mio. Euro aus Bitcoin-Netzwerk abgezweigt
Rund 4000 Bitcoin im Wert von etwa 270 Millionen Euro sind aus der Federation-Wallet des Liquid Network abgezogen worden. Die Angreifer betonen allerdings ihre guten Absichten und wollen zumindest einen Großteil der Beute zurückgeben.
Liquid deaktivierte nach dem Angriff seine Bridge-Nodes und forderte Börsen auf, Ein- und Auszahlungen vorerst auszusetzen. Der Vorfall wird nun genauer untersucht. Andere auf Liquid ausgegebene Vermögenswerte, darunter Stablecoins, sollen nach bisherigem Kenntnisstand nicht unmittelbar betroffen sein. Auch das Bitcoin-Netzwerk selbst wurde nicht angegriffen.
Die mutmaßlichen Angreifer bemühten sich unterdessen darum, ihren Zugriff nicht als gewöhnlichen Diebstahl erscheinen zu lassen. In einer Bitcoin-Transaktion hinterließen sie eine Nachricht, in der sie sich als "Whitehats" bezeichneten und Blockstream zur Kontaktaufnahme aufforderten. Blockstream antwortete über die Blockchain mit den Kontaktdaten seines Sicherheitsteams. Anschließend wurde die Kommunikation auf verschlüsselte Kanäle verlagert.
Wie es den Angreifern gelang, nahezu die gesamte Federation-Wallet zu leeren, ist allerdings noch unklar. Liquid zufolge erfolgte der Zugriff über SideSwap mithilfe eines sogenannten Peg-out Authorization Key (PAK). Diese Schlüssel dienen dazu, autorisierte Ziele für die Übertragung von Bitcoin aus dem Liquid-System zu identifizieren. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde aber weder der entsprechende SideSwap-Schlüssel noch ein anderer PAK kompromittiert. Der Vorfall verdeutlicht damit auch eine grundlegende Besonderheit von Bitcoin-Sidechains: Sie übernehmen nicht automatisch das Sicherheitsmodell des Bitcoin-Netzwerks.
Siehe auch:
Rückgabe angekündigt
Das Liquid Network ist eine von Blockstream entwickelte Bitcoin-Sidechain, die unter anderem von Kryptobörsen und Finanzinstituten genutzt wird. Nach Angaben Liquids befanden sich vor dem Vorfall rund 4200 Bitcoin in der betroffenen Wallet. Damit wurden etwa 95 Prozent der dort verwahrten Bitcoin abgezogen, berichtet das britische Magazin The Register.Liquid deaktivierte nach dem Angriff seine Bridge-Nodes und forderte Börsen auf, Ein- und Auszahlungen vorerst auszusetzen. Der Vorfall wird nun genauer untersucht. Andere auf Liquid ausgegebene Vermögenswerte, darunter Stablecoins, sollen nach bisherigem Kenntnisstand nicht unmittelbar betroffen sein. Auch das Bitcoin-Netzwerk selbst wurde nicht angegriffen.
Die mutmaßlichen Angreifer bemühten sich unterdessen darum, ihren Zugriff nicht als gewöhnlichen Diebstahl erscheinen zu lassen. In einer Bitcoin-Transaktion hinterließen sie eine Nachricht, in der sie sich als "Whitehats" bezeichneten und Blockstream zur Kontaktaufnahme aufforderten. Blockstream antwortete über die Blockchain mit den Kontaktdaten seines Sicherheitsteams. Anschließend wurde die Kommunikation auf verschlüsselte Kanäle verlagert.
Details noch unklar
Die Angreifer kündigten an, "den Großteil" der Bitcoin zurückzugeben, sobald die Sicherheitslücke, über die der Angriff erfolgen konnte, behoben worden sei. Zunächst müsse Liquid den Fehler beseitigen, da die Blockchain durch die aktuell eingesetzte Software-Version gefährdet ist, hieß es.Wie es den Angreifern gelang, nahezu die gesamte Federation-Wallet zu leeren, ist allerdings noch unklar. Liquid zufolge erfolgte der Zugriff über SideSwap mithilfe eines sogenannten Peg-out Authorization Key (PAK). Diese Schlüssel dienen dazu, autorisierte Ziele für die Übertragung von Bitcoin aus dem Liquid-System zu identifizieren. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde aber weder der entsprechende SideSwap-Schlüssel noch ein anderer PAK kompromittiert. Der Vorfall verdeutlicht damit auch eine grundlegende Besonderheit von Bitcoin-Sidechains: Sie übernehmen nicht automatisch das Sicherheitsmodell des Bitcoin-Netzwerks.
Zusammenfassung
- Aus dem Liquid Network wurden 4000 Bitcoin im Millionenwert entwendet
- Damit flossen rund 95 Prozent der verwahrten Bitcoin aus der Wallet
- Die Angreifer bezeichnen sich als Whitehats und planen eine Rückgabe
- Börsen sollten auf Aufforderung alle Ein- und Auszahlungen stoppen
- Der genaue Ablauf des Zugriffs über SideSwap bleibt vorerst unklar
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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