Abschuss zeigt: Russische Zirkon ist keine Hyperschall-Wunderrakete

Trümmerteile der russischen Rakete 3M22 Zirkon entzaubern einen Mythos. Statt eines unaufhaltsamen Hyperschall-Flugkörpers handelt es sich um eine ballistische Rakete. Zudem fanden Experten westliche Chips für die Steuerung.
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WinFuture/KI-generiert

    Mythos der russischen Rakete

    Lange Zeit stellte die russische Führung die 3M22 Zirkon als Hyperschall-Flugkörper dar, der kaum abzufangen ist. Aktuelle Untersuchungen von geborgenen Trümmerteilen zeigen jedoch ein völlig anderes Bild. Bei der Waffe handelt es sich nicht um einen Marschflugkörper mit einem fortschrittlichen Staustrahltriebwerk, also einem sogenannten Scramjet. Vielmehr ist das System als zweistufige ballistische Feststoffrakete zu klassifizieren. Diese Funktionsweise weicht deutlich von früheren Behauptungen des Kreml ab.

    Die tatsächlichen Leistungsdaten weichen stark von den bisherigen offiziellen Angaben ab. Anstelle der oft behaupteten Geschwindigkeit von Mach 9 erreicht das Geschoss maximal Mach 6,8. Zudem kann das System das hohe Tempo nicht über die gesamte Flugstrecke hinweg konstant halten. Auch der Sprengkopf der Rakete fällt mit einem Gewicht von etwa 120 Kilogramm vergleichsweise klein aus, was die Zerstörungskraft beim Einschlag einschränkt.

    Russisches Verteidigungsministerium zeigt den Start einer Zirkon

    Konventionelle Technik

    Wie das ukrainische Portal Defense Express berichtet, nutzt die Waffe einen konventionellen Feststoffantrieb. Der Motor wird von dem russischen Unternehmen NPO Iskra hergestellt. Der Verzicht auf flüssigen Treibstoff und ein spezielles Scramjet-Triebwerk widerlegt das Bild einer technologisch stark überlegenen Waffe. Das erleichtert zwar die Handhabung für die russischen Streitkräfte, nimmt dem Raketensystem aber die besonderen Flugeigenschaften echter Hyperschall-Marschflugkörper.


    Für die Steuerung und Zielerfassung greifen die russischen Ingenieure offenbar auf westliche Technologie zurück. In den Trümmern fanden Spezialisten unter anderem Halbleiter von US-Firmen wie Intel und Qorvo. Die Beschaffung der elektronischen Bauteile erfolgt sicherlich nicht über offizielle Kanäle, sondern vermutlich über komplexe internationale Lieferketten. Auf eine solche Weise versuchen die Konstrukteure, bestehende Exportkontrollen und Sanktionen zu umgehen, um die Produktion aufrechtzuerhalten.

    Bedrohung bleibt bestehen

    Mit geschätzten Produktionskosten von rund 6,49 Millionen Euro pro Stück gehört das System zu den teuren Waffen im russischen Arsenal. Obwohl die verbaute Technologie weniger fortschrittlich ist als zuvor angenommen, stellt die 3M22 Zirkon weiterhin eine ernsthafte Bedrohung dar. Durch ihre quasi-ballistische Flugbahn und die extrem hohe Endgeschwindigkeit bleibt die Abwehr für die gegnerische Luftverteidigung eine taktische Herausforderung.

    Die Rakete beschleunigt stark, steigt in große Höhen auf und führt beim Sinkflug aerodynamische Manöver aus. Das erschwert die Berechnung des genauen Einschlagortes. Dennoch beweisen aktuelle Einsätze, dass ein Abschuss durchaus möglich ist. Moderne westliche Abwehrsysteme wie beispielsweise Patriot können das Geschoss erfolgreich neutralisieren.

    Überrascht euch die Nutzung westlicher Chips wie jener von Intel in solchen Waffen? Teilt eure Gedanken und diskutiert mit uns in den Kommentaren!

    Zusammenfassung
    • Die Zirkon-Rakete nutzt Feststoffantrieb statt moderner Scramjet-Technik
    • Mit maximal Mach 6,8 fliegt die Rakete langsamer als offiziell behauptet
    • Der verbaute Sprengkopf wiegt mit etwa 120 Kilogramm relativ wenig
    • In den Trümmern wurden westliche Mikrochips von Intel und Qorvo entdeckt
    • Mit rund 6,5 Millionen Euro pro Stück ist die Rakete extrem kostspielig
    • Trotz hoher Kosten lässt sich die Zirkon durch Patriot-Systeme abwehren

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