NASA-Sonde funkt wieder: Pluto-Jäger New Horizons schickt neue Daten

Die NASA-Raumsonde New Horizons hat nach 321 Tagen im Kuiper­gürtel ihre bisher längste Ruhepause beendet. In 9,5 Milliarden Kilo­metern Entfernung erwachte das System erfolgreich. Jetzt über­mit­telt der Flugkörper gesammelte Daten an die Erde.
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NASA

Sonde beendet lange Ruhepause

Am 23. Juni endete für New Horizons die mit 321 Tagen bisher längste Schlafphase ihrer Mission. Die Raumsonde befindet sich derzeit etwa 9,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt im Kuipergürtel. Das Kontrollzentrum in Maryland bestätigte das erfolgreiche Aufwachen basierend auf Kommandos, die bereits im vergangenen Sommer an den Bordcomputer gesendet wurden.

Aufgrund der enormen Distanz benötigen Funksignale fast neun Stunden, um die Antennen auf der Erde zu erreichen. Der sogenannte Winterschlaf dient primär dazu, die knappen Energiereserven der Sonde auf dem Weg in den interstellaren Raum zu schonen. Während der Zeit empfängt das System keine neuen Steuerbefehle und sendet keine Telemetrie aktiv zurück.

Ganz untätig war das Fluggerät in den vergangenen Monaten jedoch nicht. Wie die NASA berichtet, haben verschiedene Instrumente kontinuierlich Messwerte aufgezeichnet. Ein wöchentliches Statussignal hat den Ingenieuren durchgehend den fehlerfreien Zustand aller Systeme bestätigt. Nun beginnt die langwierige Übertragung der gesammelten wissenschaftlichen Informationen zur Erde.


Software-Update für den Fernflug

Zu den aktiven Sensoren zählen unter anderem spezielle Detektoren für Weltraumstaub und Plasma. In den kommenden Wochen wird zudem ein Spektrometer die Verteilung von Wasserstoffgas in der äußeren Heliosphäre untersuchen. Parallel dazu führt das Bodenteam Tests für ein neues Software-Update durch, das den zukünftigen Betrieb der alternden Hardware erleichtern soll.

Die Bordcomputer arbeiten bald mit einer angepassten Logik für autonome Prozesse. Das Programm berücksichtigt die abnehmende Stromversorgung durch die Radionuklidbatterie sowie die stetig wachsende Signallaufzeit. Diese Batterie erzeugt Energie durch den Zerfall von Plutonium, verliert aber jedes Jahr an Leistung. Ein konkretes neues Zielobjekt hat die Mission aktuell nicht im Visier.

Historische Meilensteine

Seit dem Start im Januar 2006 hat das Projekt Raumfahrtgeschichte geschrieben. Nach einem Vorbeiflug am Planeten Jupiter im Jahr 2007 erreichte das Fluggerät im Juli 2015 als erste Sonde den Zwergplaneten Pluto. Im Januar 2019 folgte die Untersuchung des Objekts Arrokoth. Das markierte den ersten Besuch eines Himmelskörpers tief im Kuipergürtel.

Damals offenbarte die Sonde, dass Pluto eine komplexe Geologie mit Gletschern aus gefrorenem Stickstoff besitzt. Arrokoth wiederum sieht aus wie ein rötlicher Schneemann und lieferte wichtige Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems. Heute widmet sich das System der Analyse der Hin­ter­grund­hel­lig­keit und der Wechselwirkung unserer Sonne mit dem interstellaren Raum.

Der fehlende Fokus auf einen neuen Himmelskörper ist ein kleiner Nachteil für die öffentliche Wahrnehmung, mindert den wissenschaftlichen Wert der gesammelten Daten aber nicht. Die Mission ist derzeit bis zum Ende des Jahrzehnts finanziert. Bis dahin wird New Horizons weiter unermüdlich in unbekannte Regionen vordringen.

Verfolgt ihr die Reise von New Horizons noch aktiv oder fehlt euch ein konkretes Zielobjekt? Teilt eure Gedanken zu der Langzeitmission gerne unten in den Kommentaren mit uns.

Zusammenfassung
  • New Horizons beendete am 23. Juni nach 321 Tagen den Winterschlaf
  • Die Sonde erkundet nun den Kuipergürtel in 9,5 Milliarden km Distanz
  • Regelmäßige Datensammlungen zu Staub und Plasma laufen nun weiter ab
  • Bordcomputer erhalten Updates für den Betrieb bei sinkender Energie
  • Aktuell gibt es kein neues festes Zielobjekt für die Raumsonde mehr

Siehe auch:


Bresser National Geographic
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