Volkswagen heuert 100 Schafe an - als Rasenmäher auf Solarfarm

Volkswagen wählt für die Grünflächenpflege eines großen Solarparks in Polen einen unkonventionellen Weg. Anstelle von elektrischen Rasenmähern übernehmen Schafe die Arbeit. Das Projekt liefert zudem Daten für die Wissenschaft.
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Volkswagen/Quanta Energy

    Schafe statt Maschinen im Solarpark

    Der Autobauer Volkswagen setzt auf dem Gelände seines Werks im polnischen Poznan, wo unter anderem Nutzfahrzeuge wie der e-Crafter produziert werden, derzeit 100 Schafe zur Landschaftspflege ein. Die Tiere grasen dort bis zum Herbst unter mehr als 31.000 Solarmodulen. Sie ersetzen mechanische Rasenmäher, um die Vegetation auf dem weitläufigen Areal kurzzuhalten.

    Die Photovoltaikanlage wurde von dem Berliner Unternehmen Quanta Energy errichtet und wird auch von dem Unternehmen betrieben. Mit einer Leistung von 18,3 Megawatt deckt der Solarpark über das Jahr gerechnet etwa ein Viertel des Strombedarfs der Fabrik. An sonnigen Tagen reicht die erzeugte Energie aus, um den gesamten Betrieb der Produktionsstätte zu versorgen. Das Areal ist weitläufig und bietet den Tieren entsprechend viel Platz und frisches Gras.


    Forschung zur Agrivoltaik

    Das Vorhaben geht über die reine Grünflächenpflege hinaus. Wie Electrek berichtet, ist die Beweidung Teil eines wissenschaftlichen Projekts zur sogenannten Agrivoltaik. Das Wort beschreibt die gleichzeitige Nutzung von Flächen für die landwirtschaftliche Produktion und die solare Stromerzeugung. Bisherige Anlagen dieser Art trennten Landwirtschaft und Energieerzeugung meist streng voneinander. Nun rückt die Kombination beider Bereiche stärker in den Fokus der Industrie.

    Forscher der Naturwissenschaftlichen Universität Poznan begleiten das Projekt. Sie untersuchen, wie sich die Beweidung auf die Biodiversität, die Bodenqualität und das lokale Mikroklima auswirkt. Ein weiterer Schwerpunkt der Studie liegt auf dem Tierwohl. Die Wissenschaftler analysieren, ob der Schatten der Solarmodule den Hitzestress der Schafe an heißen Sommertagen spürbar reduziert. Erste Beobachtungen zeigen ein entspanntes Verhalten der Herde.

    Vor- und Nachteile

    Der Einsatz der Tiere bietet verschiedene wirtschaftliche und ökologische Vorteile. Volkswagen spart den Betrieb schwerer Maschinen und senkt dadurch die Wartungskosten sowie lokale Emissionen deutlich. Die Schafe erhalten im Gegenzug eine geschützte Weidefläche mit ausreichend Nahrung. Schließlich entsteht auch ein natürlicher Lebensraum für Insekten. Allerdings benötigen die Tiere eine ständige Aufsicht durch erfahrene Züchter. Das bedeutet für den Betreiber der Anlage einen zusätzlichen personellen und logistischen Aufwand.

    Zudem ist das Konzept der Landschaftspflege durch Tiere auf die wärmeren Jahreszeiten beschränkt und lässt sich im Winter nicht anwenden (wobei das Gras im Winter auch nicht so wächst). Laut den Betreuern der Herde haben sich die Schafe schnell an die Umgebung gewöhnt. Ein Zeichen dafür ist, dass sich die Tiere auf dem Gelände in kleinere Gruppen aufteilen. Fühlt sich eine Herde bedroht, bleibt sie instinktiv dicht beisammen. Das entspannte Grasen zwischen den Modulen deutet darauf hin, dass das Konzept für die Herde gut funktioniert. Kurzum: Die Idee dürfte Zukunft haben.

    Was meint ihr zu dem Einsatz von Tieren in industriellen Anlagen? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren mit uns. Wir freuen uns auf eine sachliche Diskussion.

    Zusammenfassung
    • VW setzt im polnischen Poznan 100 Schafe zur Grünpflege im Solarpark ein
    • Die Photovoltaikanlage deckt ein Viertel des Strombedarfs der Fabrik
    • Dieses Projekt erforscht wissenschaftlich die Vorteile der Agrivoltaik
    • Naturwissenschaftler aus Poznan untersuchen die Biodiversität vor Ort
    • Die Forscher analysieren auch den Einfluss der Solarmodule aufs Tierwohl
    • Der Verzicht auf mechanische Mäher senkt die Wartungskosten der Anlage

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