Billiges Material hebelt Antibiotika-Resistenzen von Erregern aus

Ein Forschungsteam der australischen Flinders University hat ein neuartiges antimikrobielles Polymer entwickelt, das sowohl gegen Bakterien als auch gegen Pilze wirksam sein soll und Antibiotika-Resistenzen aushebelt.
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Schwefel gegen Mikroben

Nach Angaben der Wissenschaftler zeigt das Material eine starke Wirkung gegen mehrere gefährliche Krankheitserreger, darunter Staphylococcus aureus, Klebsiella pneumoniae sowie bestimmte Salmonellenarten. Besonders bedeutsam sei dabei, dass das Polymer weder menschliche noch pflanzliche Zellen schädige. Dadurch eröffnen sich mögliche Anwendungen sowohl in der Medizin als auch in der Landwirtschaft.

Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization) stuft antimikrobielle Resistenzen seit Jahren als eine der größten globalen Gesundheitsgefahren ein. Immer mehr Erreger reagieren nicht mehr auf herkömmliche Medikamente, wodurch Infektionen schwerer behandelbar werden und auch Ernteausfälle in der Landwirtschaft zunehmen können.


Leiter des aktuellen Forschungsprojekts ist der Chemiker Justin Chalker. Sein Team entwickelte eine photochemische Methode, mit der sich das neue Polymer effizient herstellen lässt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Chemical Science veröffentlicht. Schwefelhaltige Stoffe werden zwar schon lange als antimikrobielle Mittel genutzt, bislang galten sie jedoch oft als schwer löslich und unangenehm im Geruch. Das neue Material soll diese Nachteile überwinden.

Medikamente und Pflanzenschutz

Erstautorin Jasmine Pople betont insbesondere die Bedeutung für die Bekämpfung resistenter Pilzinfektionen. Diese stellten sowohl in Kliniken als auch in der Landwirtschaft ein wachsendes Problem dar. Ihrer Einschätzung nach könnte das Polymer bald Bestandteil günstiger Medikamente oder großflächig eingesetzter Pflanzenschutzmittel werden.

Für die Herstellung nutzten die Forscher einen modernen photochemischen Durchflussreaktor. Anschließend wurde das Material gemeinsam mit Mikrobiologen und Virologen gegen verschiedene Krankheitserreger getestet. Neben dem neuen antimikrobiellen Polymer arbeitet die Universität auch an weiteren schwefelbasierten Materialien, darunter recycelbare Kunststoffe, spezielle Wärmekamera-Linsen und Verfahren zur Goldgewinnung aus Elektroschrott.

Zusammenfassung
  • Australische Forscher entwickeln antimikrobielles Polymer gegen resistente Erreger
  • Das Polymer wirkt gegen Staphylococcus aureus, Klebsiella pneumoniae und Salmonellen
  • Menschliche und pflanzliche Zellen bleiben vom neuen Wirkstoff unberührt
  • Die photochemische Synthese im Durchflussreaktor ermöglicht eine effiziente Produktion
  • Das Polymer überwindet Einschränkungen früherer schwefelbasierter Antimikrobiotika
  • Erstautorin Jasmine Pople sieht großes Potenzial für preiswerte Fungizide
  • Die Universität erforscht auch recycelbare Kunststoffe und Goldgewinnung aus Elektroschrott

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