Antibiotikum gegen multiresistente Keime zufällig im Garten entdeckt

Wissenschaftler haben kürzlich ein neuartiges Antibiotikum namens Lariocidin entdeckt, das vielversprechende Wirkung gegen multiresistente Keime zeigt. Gefunden wurde es aber nicht in aufwendigen Molekül-Simulationen, sondern zufällig im Garten.
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Angriff auf neue Art

Das Wirkprinzip von Lariocidin unterscheidet sich wesentlich von herkömmlichen Antibiotika. Es greift gezielt das Ribosom der Bakterien an - jenen Teil der Zelle, der für die Eiweißproduktion zuständig ist. Dabei blockiert es nicht nur dessen Funktion, sondern führt zusätzlich zu Fehlern beim Aufbau neuer Proteine. Diese doppelte Störung führt dazu, dass selbst resistente Bakterien effektiv abgetötet werden.

Lariocidin gehört zur Gruppe der sogenannten Lasso-Peptide, die durch ihre ungewöhnlich verknotete Molekülstruktur besonders stabil sind. Diese Stabilität verleiht dem Wirkstoff eine lang anhaltende Wirksamkeit, heißt es im zugehörigen Paper, das in Nature veröffentlicht wurde.


Erstaunlich ist nicht nur die Wirkung von Lariocidin, sondern auch der Ort seiner Entdeckung: Ein Techniker stellte seinem Forscherteam Bodenproben aus seinem privaten Garten zur Verfügung - darin fanden sie ein Bakterium der Gattung Paenibacillus, das das neue Antibiotikum produziert.

Die Entdeckung unterstreicht einmal mehr das enorme Potenzial von Mikroorganismen im Boden als Quelle neuer Arzneistoffe. In ihrem natürlichen Konkurrenzkampf haben sie im Laufe der Evolution raffinierte Abwehrstrategien entwickelt - ein Schatz, den die Wissenschaft zunehmend erschließt, um die wachsende Bedrohung durch multiresistente Keime zu bekämpfen.

Wichtige Entdeckung

Trotz aller Begeisterung über den Fund ist aber trotzdem noch Vorsicht geboten. Denn Lariocidin steht noch am Anfang der Entwicklung als mögliches Medikament. Weitere Studien müssen zeigen, ob der Wirkstoff auch für den Menschen sicher und wirksam ist. Zudem stellt sich die Frage, wie sich Lariocidin in größeren Mengen herstellen lässt.

Ein Erfolg wäre aber bedeutungsvoll. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt seit Jahren vor der globalen Gesundheitsgefahr durch antibiotikaresistente Erreger. Diese sind inzwischen zu einem ernsten Risiko geworden, wenn man sich beispielsweise zur Behandlung anderer Krankheiten ins Krankenhaus begibt. Neue Wirkstoffe wie Lariocidin könnten entscheidend dazu beitragen, medizinische Behandlungen auch in Zukunft wirksam zu halten.

Zusammenfassung
  • Neues Antibiotikum Lariocidin zufällig in Gartenerde entdeckt
  • Wirkstoff greift Ribosom der Bakterien an und stört Eiweißproduktion
  • Lariocidin gehört zu stabilen Lasso-Peptiden mit verknoteter Struktur
  • Bakterium der Gattung Paenibacillus produziert den Wirkstoff
  • Bodenorganismen als vielversprechende Quellen neuer Medikamente
  • Weitere Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit beim Menschen nötig
  • WHO warnt vor globaler Gesundheitsgefahr durch resistente Erreger

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