Plastik statt Silizium: RAM-Betrüger verkaufen wertlose Chip-Attrappen

Auf dem Gebrauchtmarkt häufen sich die Fälle von gefälschten DDR5-Speichermodulen. Betrüger werden dabei immer dreister und verbauen statt alter, aber immerhin echter Bauteile mittlerweile Chip-Dummys aus Plastik oder Fiberglas.
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DDR5-RAM ohne echte Bauteile

Der Kauf von gebrauchter PC-Hardware birgt derzeit ein erhöhtes Risiko. Vor allem bei RAM wird immer wieder betrogen. Zumeist erhalten Kunden statt dem bestellten DDR5-Speicher ältere DDR4-Komponenten oder sogar mit Aufklebern getarnte, uralte DDR2-Sticks. Hersteller haben bereits reagiert und etwa ihr Verpackungsdesign angepasst, damit Betrug leichter erkannt werden kann. Doch ein neuer Fund zeigt jetzt, dass sich die Kriminellen nicht einmal mehr die Mühe machen, alten RAM als Ersatz zu verwenden.

So kursieren auf asiatischen Online-Marktplätzen vermehrt gefälschte DDR5-Speichermodule für Notebooks. Anstelle von funktionsfähigen Silizium-Chips kleben die Fälscher mittlerweile aber nur noch Platzhalter aus Plastik oder Fiberglas auf die Platinen. Käufer erhalten somit komplett wertlose Attrappen, die völlig funktionslos sind. Bei den betroffenen Modulen handelt es sich um das kompakte SO-DIMM-Format, das primär in Laptops zum Einsatz kommt.


Wie der Nutzer TAKI in einem Beitrag auf X (via Videocardz) berichtet, fällt der Betrug oft erst auf den zweiten Blick auf. Ein aufgeschnittener Chip-Dummy offenbarte das wertlose Innere des Blocks.

Zudem besitzen die Platinen abgerundete Kanten und eine hellere Farbe als das Original. Auch die Beschriftungen auf den Chips sind falsch und der Chip für die Stromversorgung hat eine ungewöhnliche Form. Für gutgläubige Laien sind das jedoch kaum erkennbare Unterschiede.

Gefahr bei Desktop-Speicher

Während sich Fälschungen bei Notebook-Speicher zumindest in der Theorie durch eine eingehende Sichtprüfung entlarven lassen, ist das Risiko bei Desktop-RAM deutlich höher. Dort verdecken oft großflächige Kühlelemente die eigentlichen Bauteile. Die Heatspreader dienen der Temperaturkontrolle, machen eine optische Inspektion vor dem Einbau aber unmöglich.

Für Käufer bedeutet das, dass bei Angeboten auf Gebrauchtportalen höchste Vorsicht geboten ist. Wer den Betrug zu spät bemerkt, bleibt auf dem finanziellen Schaden sitzen und kauft zweimal. Wie ein Bastler bereits gezeigt hat, können technisch versierte Nutzer sich ihren RAM aber auch einfach selbst zusammenlöten.

Kauft ihr überhaupt noch gebrauchte Hardware oder ist euch das Risiko mittlerweile zu hoch? Teilt eure Erlebnisse gerne in den Kommentaren mit uns!

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Zusammenfassung
  • Gefälschte DDR5-Module werden auf dem Gebrauchtmarkt zum Problem
  • Betrüger verbauen Chip-Dummys aus Plastik oder Fiberglas
  • Käufer erhalten komplett wertlose SO-DIMM-Attrappen für Laptops
  • Auffälligkeiten: Abgerundete Kanten, hellere Farbe, falsche Beschriftung
  • Heatspreader bei Desktop-RAM erschweren Sichtprüfung erheblich
  • Höchste Vorsicht bei Gebrauchtkäufen empfohlen - doppelte Kosten drohen

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