Speicher-Betrug: Amazon verkauft Kunden gefälschten DDR5-RAM
Die Speicherpreise steigen rasant, was RAM für Betrüger attraktiv macht. Ein Amazon-Kunde musste das nun schmerzhaft erfahren. Statt modernem DDR5-RAM erhielt er veraltete Hardware. Die Ware wurde dabei direkt von Amazon verkauft und versendet.
Der Kunde hatte über Amazon ein Kit des beliebten Corsair Vengeance DDR5-Speichers bestellt. Äußerlich schien die Ware beim Empfang einwandfrei versiegelt, doch beim Auspacken bemerkte der Käufer schnell Unstimmigkeiten. Die sogenannten Heatspreader, also die zur Kühlung angebrachten Metallabdeckungen, saßen ungewöhnlich locker auf den Platinen. Der Schock folgte dann beim Einbauversuch auf dem Mainboard. Denn die Module ließen sich mechanisch nicht in die dafür vorgesehenen Slots stecken, da sie physisch nicht passten.
Wie der betroffene Nutzer Leading-Growth-8361 auf Reddit schilderte, war er wohl Opfer eines Austauschbetrugs geworden. Die Einkerbung an der Kontaktleiste der Speicherriegel befand sich nicht an der für DDR5 spezifizierten Position. Eine genauere Untersuchung ergab, dass Unbekannte wohl die hochwertigen DDR5-Chips entfernt und stattdessen DDR4-Platinen in die originalen Corsair-Kühlkörper geklebt hatten.
Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Problematik von vermeintlichen Rücksendungen im E-Commerce. Experten vermuten nämlich, dass ein vorheriger Käufer die Originalware bestellt, die Chips gegen minderwertige Hardware ausgetauscht und das manipulierte Produkt dann als Retoure zurückgeschickt hat. In den Logistikzentren erfolgt oft nur eine kurze Sichtprüfung. Wirkt die Verpackung intakt, landet der Artikel sogar wieder im Lagerbestand für Neuware. Das Produkt war im jetzigen Fall mit dem Hinweis "Verkauf und Versand durch Amazon" gekennzeichnet. Es könnte also auch eine Manipulation direkt in der Lieferkette von des Online-Riesen gegeben haben, was noch bedenklicher wäre.
Experten raten angesichts solcher Vorfälle dazu, das Öffnen von Paketen mit teurer Hardware grundsätzlich auf Video festzuhalten. Das dient im Notfall als Beweismittel, falls statt des bestellten Speichers, der Grafikkarte oder der CPU nur wertloser Schrott im Karton liegt. Zudem sollten Käufer bei RAM-Modulen prüfen, ob die Seriennummern auf der Verpackung, dem Heatspreader und im BIOS übereinstimmen.
Habt ihr beim Hardware-Kauf schon einmal ähnliche Betrugsversuche erlebt oder prüft ihr eure Lieferungen immer sofort penibel? Schreibt uns eure Erfahrungen unten in die Kommentare, wir sind gespannt auf eure Geschichten!
Siehe auch:
Betrugsrisiko durch steigende Preise
Die aktuelle Speicherkrise treibt immer absurdere Blüten. Die explodierenden Preise rufen mittlerweile verstärkt Kriminelle auf den Plan. Entweder sorgen Paketdiebe dafür, dass die Ware nie beim Kunden ankommt, oder sie ist bereits beim Verlassen der Lagerhallen von Online-Anbietern wie Amazon manipuliert. Das musste jetzt ein weiterer Käufer beim Auspacken seines vermeintlichen DDR5-RAMs schmerzlich erfahren.Der Kunde hatte über Amazon ein Kit des beliebten Corsair Vengeance DDR5-Speichers bestellt. Äußerlich schien die Ware beim Empfang einwandfrei versiegelt, doch beim Auspacken bemerkte der Käufer schnell Unstimmigkeiten. Die sogenannten Heatspreader, also die zur Kühlung angebrachten Metallabdeckungen, saßen ungewöhnlich locker auf den Platinen. Der Schock folgte dann beim Einbauversuch auf dem Mainboard. Denn die Module ließen sich mechanisch nicht in die dafür vorgesehenen Slots stecken, da sie physisch nicht passten.
Wie der betroffene Nutzer Leading-Growth-8361 auf Reddit schilderte, war er wohl Opfer eines Austauschbetrugs geworden. Die Einkerbung an der Kontaktleiste der Speicherriegel befand sich nicht an der für DDR5 spezifizierten Position. Eine genauere Untersuchung ergab, dass Unbekannte wohl die hochwertigen DDR5-Chips entfernt und stattdessen DDR4-Platinen in die originalen Corsair-Kühlkörper geklebt hatten.
Technische Unterschiede entlarven Fake
Für den Laien mag der Unterschied zwischen den Speichergenerationen auf den ersten Blick marginal wirken, doch technisch liegen Welten dazwischen. DDR5 nutzt eine andere Pin-Belegung und verfügt über einen integrierten Power Management Integrated Circuit (PMIC) direkt auf dem Modul, während die Spannungsregelung bei DDR4 noch auf dem Mainboard stattfand. Diese Bauteile fehlten auf den gefälschten Riegeln entsprechend komplett. Da die Einkerbung bei DDR5 versetzt wurde, um Irrtümer zu verhindern, war eine Installation der gefälschten Module unmöglich.Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Problematik von vermeintlichen Rücksendungen im E-Commerce. Experten vermuten nämlich, dass ein vorheriger Käufer die Originalware bestellt, die Chips gegen minderwertige Hardware ausgetauscht und das manipulierte Produkt dann als Retoure zurückgeschickt hat. In den Logistikzentren erfolgt oft nur eine kurze Sichtprüfung. Wirkt die Verpackung intakt, landet der Artikel sogar wieder im Lagerbestand für Neuware. Das Produkt war im jetzigen Fall mit dem Hinweis "Verkauf und Versand durch Amazon" gekennzeichnet. Es könnte also auch eine Manipulation direkt in der Lieferkette von des Online-Riesen gegeben haben, was noch bedenklicher wäre.
Rücksendebetrug als System
Für den betroffenen Bastler ging die Geschichte dennoch glimpflich aus. Amazon erstattete den Kaufpreis vollständig. Da der Preis für das Speicher-Kit seit dem ursprünglichen Kaufzeitpunkt aufgrund der Marktschwankungen gestiegen war, erhielt der Kunde angeblich sogar eine höhere Rückerstattung, um die Wiederbeschaffung zum aktuellen Marktpreis zu ermöglichen.Experten raten angesichts solcher Vorfälle dazu, das Öffnen von Paketen mit teurer Hardware grundsätzlich auf Video festzuhalten. Das dient im Notfall als Beweismittel, falls statt des bestellten Speichers, der Grafikkarte oder der CPU nur wertloser Schrott im Karton liegt. Zudem sollten Käufer bei RAM-Modulen prüfen, ob die Seriennummern auf der Verpackung, dem Heatspreader und im BIOS übereinstimmen.
Habt ihr beim Hardware-Kauf schon einmal ähnliche Betrugsversuche erlebt oder prüft ihr eure Lieferungen immer sofort penibel? Schreibt uns eure Erfahrungen unten in die Kommentare, wir sind gespannt auf eure Geschichten!
Zusammenfassung
- Steigende Speicherpreise machen RAM zunehmend zum Ziel für Betrüger
- Kunde erhielt gefälschten DDR5-RAM von Amazon statt bestellter Ware
- Täter hatten DDR4-Platinen in originale Corsair-Kühlkörper eingeklebt
- Manipulation fiel auf, da DDR4-Module nicht in DDR5-Slots passen
- Amazon erstattete dem Kunden den kompletten Kaufpreis der Speicherriegel
- Experten raten, das Auspacken teurer Hardware auf Video festzuhalten
- Bei RAM-Modulen sollten Käufer die Übereinstimmung der Seriennummern prüfen
Siehe auch:
- Unfertige Fertig-PCs: Anbieter verkauft jetzt Prebuilds ganz ohne RAM
- DDR5-RAM gekauft, DDR(2) erhalten: Amazon verkauft Fake-Speicher
- Speicherkrise: Größter DRAM-Hersteller macht jetzt düstere Vorhersage
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