RAM-Riegel selbst bauen:
Russischer Modder zeigt, wie es geht
Ein russischer Bastler baut seinen Arbeitsspeicher selbst zusammen, um hohen Preisen zu entgehen. Das Projekt demonstriert die komplexe Technik hinter RAM-Riegeln, zeigt aber auch deutlich, warum sich der enorme Aufwand für normale Nutzer nicht lohnt.
Jetzt hat der Modder ein Update des Projekts geteilt. So fand der Prozess in einer privaten Werkstatt in Russland statt, wo die Verfügbarkeit und Preisgestaltung von PC-Hardware oft anderen Gesetzen folgt als im restlichen Europa. VIK-on nutzte für sein Vorhaben die Chips von kostengünstigen SODIMM-Riegeln für Laptops. Durch die Kombination dieser Komponenten mit einem neuen PCB entstand ein funktionsfähiges Speichermodul, das in herkömmlichen Desktop-PCs erkannt wird.
Die rein handwerkliche Hürde bei einem solchen Projekt ist enorm. Moderne Speicherchips werden im sogenannten BGA-Verfahren (Ball Grid Array) montiert. Dabei befinden sich die Lötpunkte als winzige Kugeln unterhalb des Chips und sind von außen nicht zugänglich. Ein herkömmlicher Lötkolben ist hier nutzlos. Um die Verbindung herzustellen, benötigt man eine Heißluft-Lötstation, spezielle Lötpaste, exakt passende Schablonen und hochwertiges Flussmittel, um Kurzschlüsse unter den Bauteilen zu vermeiden.
Ein weiterer kritischer Aspekt ist das sogenannte SPD (Serial Presence Detect). Dabei handelt es sich um einen kleinen Chip auf dem RAM-Riegel, der Informationen über Taktung, Latenzen und Spannung speichert. Ohne ein korrekt programmiertes SPD weiß das Mainboard nicht, wie es den Speicher ansprechen soll, und der Rechner verweigert den Dienst.
Würdet ihr es euch zutrauen, an solch filigraner Hardware zu arbeiten, oder wäre euch das Risiko eines Defekts zu groß? Vielleicht habt ihr bereits eigene Erfahrungen gemacht. Wir freuen uns auf eure Berichte und Meinungen in den Kommentaren.
Siehe auch:
Not macht erfinderisch
RAM ist in den letzten Wochen stark im Preis gestiegen. Um Geld zu sparen, lassen sich jedoch einige Tricks nutzen, wie etwa die Verwendung von SODIMM-Adaptern. Noch weiter geht jetzt ein russischer Hardware-Enthusiast. Wie wir schon zu Weihnachten berichteten, hatte sich der Modder VIK-on dazu entschlossen, seinen Arbeitsspeicher kurzerhand selbst zu produzieren. Anstatt fertige Module im Einzelhandel zu erwerben, besorgte sich der Bastler leere Platinen und separate Speicherchips. Das Ziel des Projekts war es, durch den manuellen Zusammenbau der Einzelteile Geld gegenüber den marktüblichen Preisen für DDR5-RAM zu sparen.Jetzt hat der Modder ein Update des Projekts geteilt. So fand der Prozess in einer privaten Werkstatt in Russland statt, wo die Verfügbarkeit und Preisgestaltung von PC-Hardware oft anderen Gesetzen folgt als im restlichen Europa. VIK-on nutzte für sein Vorhaben die Chips von kostengünstigen SODIMM-Riegeln für Laptops. Durch die Kombination dieser Komponenten mit einem neuen PCB entstand ein funktionsfähiges Speichermodul, das in herkömmlichen Desktop-PCs erkannt wird.
Details des Projekts
Wie VideoCardz berichtet, war dieses Unterfangen technisch durchaus anspruchsvoll und weit entfernt von einer einfachen Bastelarbeit am Sonntagnachmittag. Die Kollegen verweisen auf die Dokumentation von VIK-on, die zeigt, dass nicht nur die physische Montage der Chips notwendig ist. Nach dem Auflöten muss das Modul auch konfiguriert werden, damit Mainboard und Betriebssystem den Speicher korrekt adressieren können.Die rein handwerkliche Hürde bei einem solchen Projekt ist enorm. Moderne Speicherchips werden im sogenannten BGA-Verfahren (Ball Grid Array) montiert. Dabei befinden sich die Lötpunkte als winzige Kugeln unterhalb des Chips und sind von außen nicht zugänglich. Ein herkömmlicher Lötkolben ist hier nutzlos. Um die Verbindung herzustellen, benötigt man eine Heißluft-Lötstation, spezielle Lötpaste, exakt passende Schablonen und hochwertiges Flussmittel, um Kurzschlüsse unter den Bauteilen zu vermeiden.
Teures Equipment frisst Ersparnis
Zusätzlich zur Löttechnik ist ein Mikroskop fast unverzichtbar, um die korrekte Ausrichtung der Chips und die Qualität der Lötstellen zu überprüfen. Eine solche Ausrüstung kostet schnell Hunderte Euro. Selbst wenn man beim reinen Material gegenüber einem Neukauf spart, amortisiert sich die Anschaffung der notwendigen Werkzeuge für einen einzelnen Nutzer niemals. Das Projekt lohnt sich finanziell also nur, wenn die teure Werkstattausrüstung bereits vorhanden ist.Ein weiterer kritischer Aspekt ist das sogenannte SPD (Serial Presence Detect). Dabei handelt es sich um einen kleinen Chip auf dem RAM-Riegel, der Informationen über Taktung, Latenzen und Spannung speichert. Ohne ein korrekt programmiertes SPD weiß das Mainboard nicht, wie es den Speicher ansprechen soll, und der Rechner verweigert den Dienst.
Nichts für Laien
Letztlich gelang es VIK-on jedoch, den RAM zu bauen und sein System damit zum Laufen zu bringen. Das Projekt zeigt daher auf, was mit Fachwissen und Geduld möglich ist. Für den Durchschnittsnutzer ist der Eigenbau von RAM jedoch keine realistische Option. Das Risiko, die empfindlichen Chips beim Bau zu zerstören oder durch mikroskopisch kleine Lötfehler instabile Systeme zu erhalten, ist hoch. Zudem fehlen beim Eigenbau jegliche Garantieleistungen, die bei Speicherherstellern oft zehn Jahre oder länger gelten. Es bleibt ein faszinierendes Experiment für Profis, aber keine Lösung für den Massenmarkt.Würdet ihr es euch zutrauen, an solch filigraner Hardware zu arbeiten, oder wäre euch das Risiko eines Defekts zu groß? Vielleicht habt ihr bereits eigene Erfahrungen gemacht. Wir freuen uns auf eure Berichte und Meinungen in den Kommentaren.
Zusammenfassung
- Russischer Modder baut eigene RAM-Riegel aus Einzelteilen
- Projekt nutzt leere Platinen und günstige bzw. recycelte Speicherchips
- Handwerkliche Herausforderung durch BGA-Verfahren und nötige Spezialwerkzeuge
- Anspruchsvolle Konfiguration des SPD-Chips für korrekte Systemerkennung
- Eigenbau ist finanziell nur rentabel bei vorhandener Spezialausrüstung
- Projekt zeigt technische Möglichkeiten, bleibt aber unpraktisch für Normalnutzer
- Fehlende Garantie und hohes Fehlerrisiko machen Eigenbau zusätzlich unattraktiv
Siehe auch:
- Speicherkrise weitet sich unaufhörlich aus - nun trifft es auch TV-Geräte
- Samsung 'verursacht' Speicherknappheit und warnt nun vor Preisanstieg
- Speicherkrise: Asus kündigt spürbare Preiserhöhungen an
- Speicherkrise: Asus fährt Produktion von DDR4-Mainboards wieder hoch
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