Korruptions-Skandal erschüttert Glasfaser-Ausbau bei der Telekom

Der Glasfaser-Ausbau in Deutschland ist ein riesiges Geschäft, das auch schwarze Schafe anzieht. In Nordrhein-Westfalen kam es jetzt zu diversen Hausdurchsuchungen und anderen Maßnahmen, bei denen ein Manager der Deutschen Telekom im Mittelpunkt steht.
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Auftrag gegen Schmiergeld

Der Vorwurf der Ermittler: Der Mann soll einem Bauunternehmer lukrative Aufträge für die Bauarbeiten rund um den Ausbau des Glasfasernetzes der Telekom zugeschoben haben. Im Gegenzug habe er Gelder im mittleren sechsstelligen Bereich erhalten, berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger in seiner gestrigen Ausgabe.

Der Manager soll für die in Bonn ansässige Telekom Technik GmbH tätig sein. Neben diesem stünden zehn weitere Beschuldigte im Fokus der Ermittler, die Verfahren wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr, Untreue und Geldwäsche eingeleitet haben. Insgesamt seien von Beamten des Landeskriminalamtes, weiterer Polizeibehörden und der Steuerfahndung am gestrigen Morgen 40 private Räumlichkeiten und Büros durchsucht worden, um Beweise sicherzustellen.


Die Behörden sind dem Vernehmen nach aktiv geworden, nachdem im vergangenen Jahr ein anonymer Hinweis einging. Anschließend sei über einige Zeit verdeckt ermittelt worden, bis ausreichend Beweise vorlagen, mit denen dann die Durchsuchungsbeschlüsse beantragt werden konnten. Diese erstreckten sich letztlich auch auf mehrere Bankschließfächer.

Konzern will Klarheit

Für die Telekom dürfte aufgrund des Korruptionsfalls einiger Schaden entstanden sein. Denn man muss davon ausgehen, dass die vergebenen Aufträge teurer als bei anderen Baufirmen waren. Und es geht insgesamt wohl um Gelder im zweistelligen Millionen-Bereich, denn das genannte Schmiergeld von mindestens einer halben Million Euro soll einem Anteil von 3 Prozent am Auftragsvolumen entsprechen.

Entsprechend ist man bei dem Konzern an einer Aufklärung des Falls interessiert und betonte, dass der ursprüngliche Hinweis aus dem eigenen Hause gekommen sei. Es ist damit zu rechnen, dass in den nun noch folgenden Ermittlungen und im kommenden Gerichtsverfahren weitere Details ans Licht kommen.

Zusammenfassung
  • In NRW laufen Razzien wegen Korruptionsverdachts beim Glasfaserausbau
  • Ein Telekom-Manager soll Aufträge gezielt an einen Bauunternehmer vergeben
  • Als Gegenleistung flossen laut Ermittlern Gelder im sechsstelligen Bereich
  • Neben ihm stehen zehn weitere Beschuldigte wegen Bestechung im Fokus
  • Durchsucht wurden 40 Objekte sowie Büros und mehrere Bankschließfächer
  • Der Schaden könnte im zweistelligen Millionenbereich für Telekom liegen
  • Die Telekom betont eigene Hinweise und unterstützt die weitere Aufklärung

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