Milliarden-Konzern am Boden:
Teleshopping-Pionier QVC ist insolvent
Der Teleshopping-Pionier QVC Group hat in den USA Insolvenz angemeldet. Nach drastischen Umsatzeinbrüchen und einem veränderten Konsumverhalten müssen Milliardenschulden abgebaut werden. Das europäische Geschäft läuft vorerst weiter.
Der Antrag auf Gläubigerschutz nach US-Recht soll eine umfassende finanzielle Restrukturierung ermöglichen. Die Verbindlichkeiten des Konzerns sollen von rund 6,6 Milliarden Dollar (etwa 5,6 Milliarden Euro) auf knapp 1,3 Milliarden Dollar (etwa 1,1 Milliarden Euro) reduziert werden. Zwischen 2020 und 2024 sank der Umsatz um fast 30 Prozent, auch der Aktienkurs brach deutlich ein.
Das Konzept etablierte sich rasch und wurde Teil der Alltagskultur. Prominente wie Suzanne Somers nutzten die Plattform, um eigene Produkte zu vermarkten. QVC und das Home Shopping Network konkurrierten über Jahrzehnte um Marktanteile und wurden auch in Deutschland zu einem zunächst eher belächeltem Business.
Mit dem Aufstieg des Internethandels gerieten beide Anbieter unter Druck. 2017 fusionierten die früheren Rivalen. Um dem Abwärtstrend entgegenzuwirken, setzt Geschäftsführer David Rawlinson auf Live-Social-Shopping. Ziel ist es, jüngere Zielgruppen über soziale Netzwerke zu erreichen. Nach Unternehmensangaben erzielt QVC bereits erste Erfolge als Anbieter auf TikTok. Das lineare Fernsehen verliert aber immer weiter an Bedeutung als Verkaufskanal.
Für europäische Kunden ändert sich nach ersten Angaben vorerst nichts. Die internationalen Tochtergesellschaften sind vom US-Verfahren ausgenommen, der Geschäftsbetrieb in Deutschland, Großbritannien, Italien und Japan läuft weiter. Lieferanten sollen weiterhin pünktlich bezahlt werden. Entlassungen sind laut Management derzeit nicht geplant.
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Siehe auch:
Ende einer TV-Ära - zumindest in den USA
Der einstige Pionier des Live-TV-Shoppings reagiert damit auf verändertes Kaufverhalten, das klassische Fernsehsender zunehmend durch Online-Plattformen ersetzt.Der Antrag auf Gläubigerschutz nach US-Recht soll eine umfassende finanzielle Restrukturierung ermöglichen. Die Verbindlichkeiten des Konzerns sollen von rund 6,6 Milliarden Dollar (etwa 5,6 Milliarden Euro) auf knapp 1,3 Milliarden Dollar (etwa 1,1 Milliarden Euro) reduziert werden. Zwischen 2020 und 2024 sank der Umsatz um fast 30 Prozent, auch der Aktienkurs brach deutlich ein.
Aufstieg im analogen Fernsehen
Wie Deadline berichtet, gründete Unternehmer Joseph Segel QVC im Jahr 1986 als Konkurrenz zum Home Shopping Network. Der Name steht für "Quality Value Convenience".Das Konzept etablierte sich rasch und wurde Teil der Alltagskultur. Prominente wie Suzanne Somers nutzten die Plattform, um eigene Produkte zu vermarkten. QVC und das Home Shopping Network konkurrierten über Jahrzehnte um Marktanteile und wurden auch in Deutschland zu einem zunächst eher belächeltem Business.
Mit dem Aufstieg des Internethandels gerieten beide Anbieter unter Druck. 2017 fusionierten die früheren Rivalen. Um dem Abwärtstrend entgegenzuwirken, setzt Geschäftsführer David Rawlinson auf Live-Social-Shopping. Ziel ist es, jüngere Zielgruppen über soziale Netzwerke zu erreichen. Nach Unternehmensangaben erzielt QVC bereits erste Erfolge als Anbieter auf TikTok. Das lineare Fernsehen verliert aber immer weiter an Bedeutung als Verkaufskanal.
Für europäische Kunden ändert sich nach ersten Angaben vorerst nichts. Die internationalen Tochtergesellschaften sind vom US-Verfahren ausgenommen, der Geschäftsbetrieb in Deutschland, Großbritannien, Italien und Japan läuft weiter. Lieferanten sollen weiterhin pünktlich bezahlt werden. Entlassungen sind laut Management derzeit nicht geplant.
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Zusammenfassung
- QVC Group meldet in den USA Insolvenz nach starkem Umsatzrückgang an
- Geplante Restrukturierung senkt Schulden von 6,6 auf 1,3 Milliarden Dollar
- Zwischen 2020 und 2024 fiel der Umsatz um fast 30 Prozent insgesamt
- Seit dem Aufstieg des Onlinehandels verliert Teleshopping Reichweite
- QVC setzt auf Live Social Shopping und erzielt erste Erfolge bei TikTok
- Europa bleibt vorerst stabil, Betrieb und Zahlungen laufen unverändert
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