Insolvenz und Betrugs-Skandal:
Cleverbuy-Chef ist in Untersuchungshaft
Die Ankaufsplattform Cleverbuy hat Insolvenz angemeldet und den Betrieb eingestellt. Gegen den Geschäftsführer laufen über tausend Anzeigen wegen Betrugs, Kunden warten auf ihr Geld. Er sitzt bereits in Untersuchungshaft. Das Ganze nimmt ungeahnte Dimensionen an.
Soweit so normal bei einer Insolvenz. Das Geschäftsmodell sah vor, dass Nutzer ihre Smartphones einsenden und nach Prüfung schnell bezahlt werden. Käufer der gebrauchten Waren erhielten laut Anbieter eine Garantie von 18 Monaten. In der Praxis warteten Verkäufer jedoch häufig auf ihr Geld und auch jetzt soll es hohe Ausstände geben.
Verbraucherzentralen hatten bereits Ende 2025 zuvor vor dem Unternehmen gewarnt, aber auch 2024 gab es schon einmal Hinweise von den Verbraucherschützern, dass es Probleme gibt.
Ein geplanter Verkauf von Markennamen und Unternehmensteilen an die Dis-Connect GmbH scheiterte. Wie nun Günter Born in seinem Blog berichtet, muss sich Geschäftsführer Karl-Heinz Joschko vor dem Amtsgericht Krefeld verantworten. Aktuell wird ihm in 115 Fällen gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen.
Der Staatsanwaltschaft liegen nach eigenen Angaben mehr als 1000 Strafanzeigen vor. Wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr sitzt der Firmenchef daher aktuell in Untersuchungshaft.
Beide Hersteller leiteten rechtliche Schritte gegen Cleverbuy ein und erstatteten Anzeige. Zudem prüfen Behörden eine mögliche Insolvenzverschleppung. Ein Verstoß könnte das Strafmaß erhöhen und weitere zivilrechtliche Forderungen nach sich ziehen.
Habt ihr in der Vergangenheit Erfahrungen mit Ankaufsportalen gemacht oder seid selbst betroffen? Teilt eure Erlebnisse und Meinungen gerne mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
Ende für bekannten Ankäufer
Die in Krefeld ansässige Ankaufsplattform Cleverbuy hat Ende April 2026 ihren Betrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt und Insolvenz angemeldet. Das auf gebrauchte Elektronik spezialisierte Unternehmen verweist auf seiner Webseite darauf, keine Pakete mehr anzunehmen; weitere Lieferungen werden abgewiesen.Soweit so normal bei einer Insolvenz. Das Geschäftsmodell sah vor, dass Nutzer ihre Smartphones einsenden und nach Prüfung schnell bezahlt werden. Käufer der gebrauchten Waren erhielten laut Anbieter eine Garantie von 18 Monaten. In der Praxis warteten Verkäufer jedoch häufig auf ihr Geld und auch jetzt soll es hohe Ausstände geben.
Verbraucherzentralen hatten bereits Ende 2025 zuvor vor dem Unternehmen gewarnt, aber auch 2024 gab es schon einmal Hinweise von den Verbraucherschützern, dass es Probleme gibt.
Ein geplanter Verkauf von Markennamen und Unternehmensteilen an die Dis-Connect GmbH scheiterte. Wie nun Günter Born in seinem Blog berichtet, muss sich Geschäftsführer Karl-Heinz Joschko vor dem Amtsgericht Krefeld verantworten. Aktuell wird ihm in 115 Fällen gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen.
Der Staatsanwaltschaft liegen nach eigenen Angaben mehr als 1000 Strafanzeigen vor. Wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr sitzt der Firmenchef daher aktuell in Untersuchungshaft.
Betrugsvorwürfe und falsche Siegel
Dem Unternehmen droht weiterer juristischer Ärger. So wird dem Geschäftsführer strafbare Kennzeichenverletzung vorgeworfen. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen Geräte mit gefälschten Siegeln und Verpackungen von Apple und Samsung als neuwertig verkauft worden sein.Beide Hersteller leiteten rechtliche Schritte gegen Cleverbuy ein und erstatteten Anzeige. Zudem prüfen Behörden eine mögliche Insolvenzverschleppung. Ein Verstoß könnte das Strafmaß erhöhen und weitere zivilrechtliche Forderungen nach sich ziehen.
Schwierige Situation für Kunden
Für Betroffene ist die Lage unübersichtlich. Aktuell fehlt ein Impressum auf der Seite, die angegebene Telefonnummer ist abgeschaltet. Forderungen müssen beim vorläufigen Insolvenzverwalter angemeldet werden. Das Amtsgericht bestellte den Düsseldorfer Rechtsanwalt Christian Holzmann. Ob ausreichend Insolvenzmasse vorhanden ist, ist unklar, die Chancen auf vollständige Rückzahlung gelten derzeit als gering.Habt ihr in der Vergangenheit Erfahrungen mit Ankaufsportalen gemacht oder seid selbst betroffen? Teilt eure Erlebnisse und Meinungen gerne mit uns in den Kommentaren!
Geräte noch an Cleverbuy senden?
Nein, auf keinen Fall. Cleverbuy hat den Geschäftsbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Das Unternehmen bittet ausdrücklich darum, keine Hardware mehr einzusenden.
Pakete werden laut offiziellen Angaben ab sofort an der Annahme verweigert und gehen an den Absender zurück. Für IT-Profis bedeutet das: Suchen Sie sich für ausgemusterte Firmen- oder Privatgeräte umgehend alternative Refurbished-Anbieter.
Pakete werden laut offiziellen Angaben ab sofort an der Annahme verweigert und gehen an den Absender zurück. Für IT-Profis bedeutet das: Suchen Sie sich für ausgemusterte Firmen- oder Privatgeräte umgehend alternative Refurbished-Anbieter.
Wie erhalte ich mein Geld zurück?
Wer noch auf Auszahlungen wartet, muss sich in Geduld üben. Betroffene können ihre Forderungen beim zuständigen Insolvenzverwalter anmelden. Vorläufiger Verwalter soll Rechtsanwalt Dr. Christian Holzmann aus Düsseldorf sein.
Ob am Ende genug Insolvenzmasse vorhanden ist, um alle Gläubiger auszuzahlen, bleibt fraglich. Geschädigte organisieren sich aktuell in Facebook-Gruppen, um Informationen auszutauschen und das weitere Vorgehen abzustimmen.
Ob am Ende genug Insolvenzmasse vorhanden ist, um alle Gläubiger auszuzahlen, bleibt fraglich. Geschädigte organisieren sich aktuell in Facebook-Gruppen, um Informationen auszutauschen und das weitere Vorgehen abzustimmen.
Ist Cleverbuy noch erreichbar?
Die Kontaktaufnahme gestaltet sich derzeit äußerst schwierig. Die reguläre Website zeigt nur noch eine kurze Mitteilung zur Betriebseinstellung. Ein Impressum oder offizielle Kontaktdaten sind dort nicht mehr auffindbar.
Die bekannte Telefonnummer ist bereits abgeschaltet. E-Mails an info@cleverbuy.de erzeugen zwar keine Fehlermeldung, bleiben aber unbeantwortet. Es ist unklar, ob das Postfach noch aktiv betreut wird.
Die bekannte Telefonnummer ist bereits abgeschaltet. E-Mails an info@cleverbuy.de erzeugen zwar keine Fehlermeldung, bleiben aber unbeantwortet. Es ist unklar, ob das Postfach noch aktiv betreut wird.
Warum sitzt der Chef in Haft?
Dem Geschäftsführer wird gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Er befindet sich wegen Verdachts auf Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft. Es liegen bereits über 1.000 Strafanzeigen von geprellten Kunden vor.
In zunächst 115 verhandelten Fällen sollen eingesendete Elektronikgeräte gar nicht, verspätet oder nur teilweise bezahlt worden sein. Zudem steht der Vorwurf der Insolvenzverschleppung im Raum, was strafrechtliche Konsequenzen haben kann.
In zunächst 115 verhandelten Fällen sollen eingesendete Elektronikgeräte gar nicht, verspätet oder nur teilweise bezahlt worden sein. Zudem steht der Vorwurf der Insolvenzverschleppung im Raum, was strafrechtliche Konsequenzen haben kann.
Wurden gefälschte Geräte verkauft?
Neben dem Betrug an Verkäufern gibt es auch schwere Vorwürfe bezüglich der verkauften Hardware. Es heißt, dass angeblich neuwertige Ware mit gefälschten Siegeln und Verpackungen von Apple und Samsung vertrieben wurde.
Aufgrund dieser mutmaßlichen strafbaren Kennzeichenverletzung haben die Tech-Giganten Apple und Samsung laut Quellenlage ebenfalls Anzeige erstattet. IT-Käufer sollten bei Cleverbuy-Geräten daher die Seriennummern beim Hersteller prüfen.
Aufgrund dieser mutmaßlichen strafbaren Kennzeichenverletzung haben die Tech-Giganten Apple und Samsung laut Quellenlage ebenfalls Anzeige erstattet. IT-Käufer sollten bei Cleverbuy-Geräten daher die Seriennummern beim Hersteller prüfen.
Zusammenfassung
- Cleverbuy stellte Betrieb ein und meldete Insolvenz an
- Das Unternehmen kaufte gebrauchte Elektronik an und bot 18 Monate Garantie
- Verbraucherzentralen warnten bereits 2024 vor Problemen bei Cleverbuy
- Geschäftsführer sitzt in U-Haft wegen mehr als tausend Anzeigen
- Apple und Samsung erstatteten Anzeige wegen gefälschter Siegel und Verpackungen
- Amtsgericht Krefeld prüft mögliche Insolvenzverschleppung durch Cleverbuy
- Betroffene müssen Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden
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