Haarproben aus 100 Jahren belegen Erfolg großer Umweltmaßnahme
Es war eine der bisher größten Umweltschutzmaßnahmen, die weltweit umgesetzt wurde: Die Abschaffung verbleiten Benzins. Forscher haben nun in einer umfangreichen Arbeit gezeigt, wie wirkungsvoll die Angelegenheit war.
Der Rückgang fällt zeitlich mit dem entschlossenen Vorgehen der US-Umweltschutzbehörde EPA zusammen, die in den USA im Einklang mit vielen anderen Behörden weltweit ab den 1970er-Jahren bleihaltige Produkte wie verbleites Benzin und Bleifarbe stark einschränkte. Obwohl die Gefährlichkeit von Blei für die menschliche Gesundheit seit der Antike bekannt ist, sehen die Autoren der Studie einen aktuellen Anlass für ihre Forschung: In den USA wächst die Sorge, dass Umweltauflagen wieder gelockert werden könnten.
Zwar ist Blei bislang nicht offiziell dereguliert worden, doch es gibt Hinweise auf eine mögliche Abschwächung der Durchsetzung der sogenannten Lead-and-Copper-Regel, die den Austausch alter Bleirohre in Wassersystemen vorschreibt. "Die Geschichte zeigt klar, wie wichtig diese Regeln sind", betonte Co-Autor Thure Cerling. Umweltauflagen seien für die Industrie oft unbequem, hätten aber enorme positive Effekte für die Bevölkerung gehabt.
Für die aktuelle Untersuchung nutzte das Team eine besondere Datenquelle: Haarproben von Bewohnern des US-Bundesstaates Utah, darunter auch historische Proben aus Familiennachlässen. Die Analyse zeigte extrem hohe Bleigehalte in Haaren aus der Zeit zwischen 1916 und 1969. Danach sanken die Werte rapide - von etwa 100 Teilen pro Million auf unter einen Teil pro Million im Jahr 2024.
Auch wenn Blutproben die Belastung im Körper genauer abbilden würden, seien Haare ein zuverlässiger Indikator für die Umweltbelastung, so die Forschenden. Ihr Fazit ist eindeutig: Strenge Umweltregulierungen haben messbar dazu beigetragen, die Bleiexposition der Bevölkerung drastisch zu reduzieren.
Siehe auch:
Belastung ging plötzlich stark zurück
Die Wissenschaftler der University of Utah untersuchten menschliche Haarproben aus fast einem Jahrhundert. Dabei stellten sie fest, dass die Bleikonzentration seit den 1970er-Jahren um den Faktor 100 zurückgegangen ist. Die Ergebnisse der Arbeit wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.Der Rückgang fällt zeitlich mit dem entschlossenen Vorgehen der US-Umweltschutzbehörde EPA zusammen, die in den USA im Einklang mit vielen anderen Behörden weltweit ab den 1970er-Jahren bleihaltige Produkte wie verbleites Benzin und Bleifarbe stark einschränkte. Obwohl die Gefährlichkeit von Blei für die menschliche Gesundheit seit der Antike bekannt ist, sehen die Autoren der Studie einen aktuellen Anlass für ihre Forschung: In den USA wächst die Sorge, dass Umweltauflagen wieder gelockert werden könnten.
Zwar ist Blei bislang nicht offiziell dereguliert worden, doch es gibt Hinweise auf eine mögliche Abschwächung der Durchsetzung der sogenannten Lead-and-Copper-Regel, die den Austausch alter Bleirohre in Wassersystemen vorschreibt. "Die Geschichte zeigt klar, wie wichtig diese Regeln sind", betonte Co-Autor Thure Cerling. Umweltauflagen seien für die Industrie oft unbequem, hätten aber enorme positive Effekte für die Bevölkerung gehabt.
Auf und ab
Die Studie ordnet sich in eine lange und teils widersprüchliche Geschichte ein. In den 1920er-Jahren hatte der Ingenieur Thomas Midgley Jr. bleihaltiges Benzin als technischen Fortschritt verteidigt, selbst nachdem er selbst Symptome einer Bleivergiftung gezeigt hatte. Demgegenüber steht der Geochemiker Clair Patterson, der durch seine Arbeiten zur Altersbestimmung der Erde und zur globalen Bleiverschmutzung zu einem der wichtigsten Kritiker von verbleitem Benzin wurde und trotz massiven Gegenwinds aus der Industrie ein Verbot vorantrieb.Für die aktuelle Untersuchung nutzte das Team eine besondere Datenquelle: Haarproben von Bewohnern des US-Bundesstaates Utah, darunter auch historische Proben aus Familiennachlässen. Die Analyse zeigte extrem hohe Bleigehalte in Haaren aus der Zeit zwischen 1916 und 1969. Danach sanken die Werte rapide - von etwa 100 Teilen pro Million auf unter einen Teil pro Million im Jahr 2024.
Auch wenn Blutproben die Belastung im Körper genauer abbilden würden, seien Haare ein zuverlässiger Indikator für die Umweltbelastung, so die Forschenden. Ihr Fazit ist eindeutig: Strenge Umweltregulierungen haben messbar dazu beigetragen, die Bleiexposition der Bevölkerung drastisch zu reduzieren.
Zusammenfassung
- Wissenschaftler belegen Rückgang der Bleikonzentration um Faktor 100
- Analyse von Haarproben aus Utah zeigt Erfolg des Verbots von Bleibenzin
- EPA schränkte in den 1970er-Jahren bleihaltige Produkte stark ein
- Forscher warnen vor möglicher Lockerung bestehender Umweltauflagen
- Strenge Umweltregulierungen reduzierten Bleiexposition der Bevölkerung
- Bleigehalte in Haarproben fielen von etwa 100 auf unter 1 ppm
- Studie erschien in den Proceedings of the National Academy of Sciences
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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