Verrückt: Erste Bastler löten ihren DDR5-RAM jetzt selbst zusammen
Die anhaltende Speicherkrise zwingt Hardware-Enthusiasten zu drastischen Maßnahmen. Um hohen Preisen zu entkommen, greifen erste Nutzer nun selbst zum Lötkolben. Doch lohnt sich der Eigenbau von Arbeitsspeicher wirklich?
So beginnen die ersten Modder jetzt damit, sich ihren DDR5-RAM selbst zusammenzubasteln. Das Prinzip basiert auf der Beschaffung leerer Leiterplatten mit dem passenden Layout für den DDR5-Standard, die anschließend in Eigenregie mit separat erworbenen Speicherchips bestückt werden. Entsprechende Platinen sind mittlerweile über diverse chinesische E-Commerce-Plattformen verfügbar und bilden das Fundament für dieses technisch anspruchsvolle Unterfangen.
Stellt man diesen Betrag den aktuellen Marktpreisen hierzulande gegenüber, wird jedoch klar, dass die Marge sehr gering ausfällt. Ein günstiger UDIMM-Riegel mit 16GB und 5600 Megahertz ist im Handel derzeit schon unter 165 Euro zu haben. Die reine Ersparnis beliefe sich somit auf lediglich etwa 35 Euro pro Modul. In dieser Rechnung sind aber weder die Arbeitszeit noch das Equipment oder das Risiko eines Defekts beim Löten enthalten. Dennoch argumentieren Befürworter, dass diese Methode bei weiter steigenden Preisen eine Art Absicherung darstellen könnte. Sollten die Einzelhandelspreise erneut explodieren, blieben die Rohkomponenten wie nackte PCBs und einzelne Speicherchips möglicherweise stabiler im Preis.
Es bleibt also abzuwarten, ob sich dieser Trend über eine kleine Nische von Experten hinaus etabliert. Aktuell ist der Prozess für den Durchschnittsnutzer zu komplex und zu risikobehaftet. Sollten sich die aktuellen Prognosen jedoch bewahrheiten und die Krise tatsächlich noch längere Zeit anhalten, dürfte das Interesse an Do-it-yourself-Lösungen im Speichersegment zwangsläufig wachsen.
Würdet ihr euch zutrauen, euren Arbeitsspeicher selbst zu löten, um Geld zu sparen? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!
Siehe auch:
Modder trotzen der Speicherknappheit
Die Auswirkungen der aktuellen Speicherkrise werden immer deutlicher. Die Preise für DRAM und NAND-Flash-Speicher befinden sich auf einem anhaltend hohen Niveau, die Zahl der Betrugsfälle steigt, und Aussagen von Herstellern dämpfen die Hoffnung auf eine schnelle Besserung der Situation. Während Speicherproduzenten profitieren, haben Kunden das Nachsehen. Einige versierte Endanwender greifen jetzt allerdings zu einer ungewöhnlichen Maßnahme, um der RAM-Kostenfalle zu entkommen.So beginnen die ersten Modder jetzt damit, sich ihren DDR5-RAM selbst zusammenzubasteln. Das Prinzip basiert auf der Beschaffung leerer Leiterplatten mit dem passenden Layout für den DDR5-Standard, die anschließend in Eigenregie mit separat erworbenen Speicherchips bestückt werden. Entsprechende Platinen sind mittlerweile über diverse chinesische E-Commerce-Plattformen verfügbar und bilden das Fundament für dieses technisch anspruchsvolle Unterfangen.
Lohnt sich der Griff zum Lötkolben?
Ob sich der enorme manuelle Aufwand finanziell rentiert, ist Gegenstand aktueller Diskussionen. Wie PRO High-Tech auf Telegram unter Berufung auf den bekannten russischen Modder Viktor "Vik-On" berichtet, fällt die monetäre Ersparnis derzeit noch vergleichsweise gering aus. In einer detaillierten Kalkulation ermittelten die Beteiligten reine Materialkosten von rund 12.000 Rubel (etwa 130 Euro) für den Eigenbau eines einzelnen 16-GB-DDR5-Moduls.Stellt man diesen Betrag den aktuellen Marktpreisen hierzulande gegenüber, wird jedoch klar, dass die Marge sehr gering ausfällt. Ein günstiger UDIMM-Riegel mit 16GB und 5600 Megahertz ist im Handel derzeit schon unter 165 Euro zu haben. Die reine Ersparnis beliefe sich somit auf lediglich etwa 35 Euro pro Modul. In dieser Rechnung sind aber weder die Arbeitszeit noch das Equipment oder das Risiko eines Defekts beim Löten enthalten. Dennoch argumentieren Befürworter, dass diese Methode bei weiter steigenden Preisen eine Art Absicherung darstellen könnte. Sollten die Einzelhandelspreise erneut explodieren, blieben die Rohkomponenten wie nackte PCBs und einzelne Speicherchips möglicherweise stabiler im Preis.
Technische Hürden beim RAM-Eigenbau
Der Prozess ist jedoch keinesfalls mit dem Zusammenstecken eines LEGO-Bausatzes zu vergleichen. Die Speicherchips werden im sogenannten BGA-Verfahren (Ball Grid Array) verlötet. Dabei befinden sich die Lötpunkte als kleine Kugeln unter dem Chip, was den Einsatz einer präzisen Heißluftstation und spezieller Schablonen erfordert. Ein einziger Fehler beim Erhitzen oder eine unsaubere Lötstelle führen dazu, dass das Modul nicht erkannt wird oder instabil läuft. Zudem müssen Modder oft das SPD (Serial Presence Detect) des Riegels korrekt programmieren, damit das Mainboard die Timings und Spannungen der verbauten Chips überhaupt richtig adressieren kann.Es bleibt also abzuwarten, ob sich dieser Trend über eine kleine Nische von Experten hinaus etabliert. Aktuell ist der Prozess für den Durchschnittsnutzer zu komplex und zu risikobehaftet. Sollten sich die aktuellen Prognosen jedoch bewahrheiten und die Krise tatsächlich noch längere Zeit anhalten, dürfte das Interesse an Do-it-yourself-Lösungen im Speichersegment zwangsläufig wachsen.
Würdet ihr euch zutrauen, euren Arbeitsspeicher selbst zu löten, um Geld zu sparen? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!
Zusammenfassung
- Speicherkrise treibt Hardware-Enthusiasten zum Selbstbau von DDR5-RAM
- Bastelansatz verwendet leere Leiterplatten mit einzeln erworbenen Chips
- Materialkosten für selbstgebautes 16-GB-DDR5-Modul betragen etwa 130 Euro
- Preisersparnis von ca. 35 Euro pro Modul ist ohne Arbeitszeit gerechnet
- Technisch anspruchsvoller BGA-Lötprozess erfordert Spezialwerkzeuge
- Korrekte Programmierung des Serial Presence Detect ist zwingend nötig
- Methode könnte bei weiter steigenden Preisen an Bedeutung gewinnen
Siehe auch:
- Entspannung in der Speicherkrise? Samsung verlängert DDR4-Fertigung
- iPhone in Not: Speicherkrise macht Apple stark von Samsung abhängig
- Speicher-Betrug: Amazon verkauft Kunden gefälschten DDR5-RAM
- Micron verdient gut: Die Speicherkrise geht so schnell nicht vorbei
- Speicherkrise: Smartphone-Preise steigen, Hardware wird schlechter
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