Speicherkrise: Asus kündigt spürbare Preiserhöhungen an

Explodierende Kosten, knappe Verfügbarkeit und teure Altgeräte: Der Hardware-Markt steht vor schwierigen Zeiten. Asus gibt die massiven Preissteigerungen bei Speicherchips ab Januar direkt weiter und warnt vor anhaltenden Engpässen.
Logo, Asus, Chiphersteller

Asus bestätigt Preisanpassungen für Hardware

Asus hebt die Preise für ausgewählte SSDs und DRAM-Kits an. Die Erhöhung tritt am 5. Januar 2026 in Kraft. Der taiwanesische Hersteller bestätigt damit Hinweise auf entsprechende Anpassungen - die bereits als "Mitnahmeeffekt" kritisiert wurden. Außerdem möchte Asus die Fertigung von Mainboards für DDR4-Speicher ausweitenMainboards für DDR4-Speicher ausweiten, um günstigere Alternativen zum teureren DDR5-Standard anzubieten. Gerüchte, selbst in die RAM-Produktion einzusteigen, wurden aber dementiert.

Für Endkunden heißt das nun: höhere Preise. Asus ist mit diesem Schritt nicht allein. Dell hatte bereits Mitte Dezember Preiserhöhungen von bis zu 30 Prozent umgesetzt. Der Laptop-Hersteller Framework stellte den Einzelverkauf von Arbeitsspeicher ein und passte seine Preise an.


Massive Kostensteigerung bei Speicherchips

Als Hauptgrund nennt Asus strukturelle Veränderungen in der globalen Lieferkette. Die stark gestiegene Nachfrage nach KI-Hardware führe dazu, dass Hersteller Produktionskapazitäten auf High Bandwidth Memory (HBM) verlagern. Dies verursacht Engpässe bei klassischem DRAM und NAND-Flash.

Nach sorgfältiger Prüfung der Marktbedingungen, der Lieferstabilität und unserer Verpflichtungen hinsichtlich der Produktqualität sowie unter Fortsetzung unserer Investitionen in technische Forschung und Entwicklung plant ASUS, ab dem 5. Januar 2026 strategische Preisanpassungen für bestimmte Produktkombinationen vorzunehmen. Diese Anpassung ist eine notwendige Entscheidung, nachdem wir über einen längeren Zeitraum hinweg Kostendruck absorbiert und darauf reagiert haben. Ziel ist es, eine stabile Versorgung sicherzustellen, das Qualitäts- und Serviceniveau aufrechtzuerhalten und Ihre langfristige Planung für wichtige IT-Investitionen weiterhin zu unterstützen.
Asus Stellungnahme
Wie das Marktforschungsunternehmen TrendForce unter Berufung auf DigiTimes berichtet, sind die Preise für Speicherchips im vergangenen Jahr deutlich stärker gestiegen als erwartet. Prognosen aus der Mitte des Jahres 2025 gingen von einem Plus von rund 45 Prozent aus. Tatsächlich verteuerten sich DRAM-Bausteine bis Anfang November um bis zu 171 Prozent, NAND-Flash legte bis Mitte Dezember um bis zu 246 Prozent zu.

Nach Angaben aus Vertriebskreisen macht Speicher inzwischen fast 20 Prozent der gesamten Materialkosten eines PCs aus. Die Entwicklung wirkt sich auf den gesamten PC-Markt aus. TrendForce senkte seine Prognose für Notebook-Auslieferungen im Jahr 2026 und rechnet nun mit einem Rückgang von 5,4 bis 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für Verbraucher verteuern sich sowohl Neuanschaffungen als auch Aufrüstungen spürbar. Eine Entspannung der Preissituation wird frühestens für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.

"Ausweichmanöver" auf ältere Plattformen

Angesichts der hohen Kosten greifen viele PC-Nutzer verstärkt auf ältere Hardware-Generationen zurück. Ziel ist es, die Ausgaben für DDR5-Speicher und aktuelle PCIe-5.0-SSDs zu vermeiden. Prozessoren der Zen-3-Generation für den Sockel AM4, darunter der AMD Ryzen 7 5800X, gewinnen dadurch wieder an Bedeutung, da sie ein vergleichsweise günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Diese Entwicklung hat auch Folgen für den Gebraucht- und Restpostenmarkt:

  • Gebrauchte Ryzen 7 5800X3D erzielen teils höhere Preise als neuere Modelle wie der Ryzen 7 9800X3D.
  • Systemintegratoren verkaufen vermehrt PCs ohne vorinstallierten Arbeitsspeicher, damit vorhandene Module weitergenutzt werden können.
  • Die Verfügbarkeit von DDR4-Mainboards wird verlängert, unter anderem durch entsprechende Strategien von Asus.

Wie dauerhaft diese Ausweichstrategien sind, ist offen. Samson Hu, Co-CEO von Asus, erklärte laut Berichten, das Unternehmen passe Produktmix und Spezifikationen flexibel an die volatilen Marktbedingungen an. Für Anwender bedeutet dies vorerst, höhere Preise in Kauf zu nehmen oder auf bestehende Hardware zu setzen, bis sich die Lage in den Lieferketten entspannt.

Wie reagiert ihr auf die steigenden Hardwarepreise und was meint ihr über die Entwicklungen? Teilt eure Einschätzung mit uns in den Kommentaren.
Zusammenfassung
  • Asus erhöht ab 5. Januar 2026 die Preise für SSDs und DRAM-Kits
  • KI-Nachfrage verursacht drastische Kostensteigerungen bei Speicherchips
  • DRAM-Preise stiegen um 171 Prozent, NAND-Flash sogar um 246 Prozent
  • TrendForce erwartet Rückgang bei Notebook-Lieferungen zwischen 5,4 und 10,1 %
  • Ältere Hardware wie AMD Ryzen 7 5800X erlebt wegen der Krise Renaissance
  • Marktentspannung wird frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet

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