Studie: Touchscreens in Autos beeinträchtigen Fahrweise erheblich
Forscher der Universität Washington und der Forschungsabteilung des Autoherstellers Toyota haben in einer Studie nachgewiesen, dass Touchscreens tatsächlich enorme Auswirkungen auf die Fähigkeit zum Multitasking bei Autofahrern haben.
Die 16 Teilnehmer der von den Forschern durchgeführten Untersuchung mussten in einem Fahrsimulator Platz nehmen und dann virtuell mit einem Auto eine bestimmte Strecke zurücklegen. Ihre Aufgabe war es dann, bestimmte Ziele auf einem 12 Zoll großen Touchscreen zu berühren, was die Bedienung von Apps und Widgets auf modernen In-Car-Systemen simulieren sollte, um so die kognitive Auslastung beim Fahren nachzuahmen.
Die Forscher beobachteten während einer Reihe von Tests, bei denen in drei Stufen Aufgaben erledigt werden mussten, die Bewegungen der Hände der "Testfahrer" und die elektrodermale Aktivität, während man gleichzeitig den Pupillendurchmesser und die Blickrichtung der Probanden aufzeichnete. Die Ergebnisse der Untersuchung sind durchaus vielsagend.
Wer nun denkt, dass sich die beschriebenen Probleme durch eine Vergrößerung der Bedienflächen auf dem Touchscreen beheben ließen, liegt laut den Forschern falsch. So verbesserte sich die Performance der Studienteilnehmer auch bei größeren "Touch-Zielen" nicht. Das Problem sei beim Fahren in Autos mit Touchscreen aber die visuelle Suche nach dem richtigen Ziel, nicht die Bewegung der Hand hin zum Touchscreen.
Um zumindest einen Ansatz zur Lösung der durch die Touchscreens entstehenden Beeinträchtigungen raten die US-Forscher allerdings nicht etwa zur Verwendung von Hardware-Tasten, -Schaltern oder -Schiebern. Stattdessen könnten die Systeme in Autos künftig anhand von Sensoren die kognitive Auslastung des Fahrers ermitteln, indem sie zum Beispiel die Augenposition bestimmen, um die Benutzeroberfläche auf den Touchscreens entsprechend anzupassen und dadurch sicherer bedienbar zu machen.
Siehe auch:
Höhere Belastung führt zu unsichererem Fahren
Ein Team der Universität Washington hat in Kooperation mit dem Toyota Research Institute untersucht, wie stark sich die Bedienung von Touchscreens in modernen Autos auf die Aufmerksamkeit und damit auch auf die Sicherheit im Straßenverkehr auswirkt. Die Ergebnisse bestätigen im Grunde, dass die Touchscreens eine starke Beeinträchtigung darstellen können, weshalb zur Verwendung von Schaltern und Knöpfen zu raten sein dürfte.Die 16 Teilnehmer der von den Forschern durchgeführten Untersuchung mussten in einem Fahrsimulator Platz nehmen und dann virtuell mit einem Auto eine bestimmte Strecke zurücklegen. Ihre Aufgabe war es dann, bestimmte Ziele auf einem 12 Zoll großen Touchscreen zu berühren, was die Bedienung von Apps und Widgets auf modernen In-Car-Systemen simulieren sollte, um so die kognitive Auslastung beim Fahren nachzuahmen.
Die Forscher beobachteten während einer Reihe von Tests, bei denen in drei Stufen Aufgaben erledigt werden mussten, die Bewegungen der Hände der "Testfahrer" und die elektrodermale Aktivität, während man gleichzeitig den Pupillendurchmesser und die Blickrichtung der Probanden aufzeichnete. Die Ergebnisse der Untersuchung sind durchaus vielsagend.
- Bei der Interaktion mit dem Touchscreen drifteten die Teilnehmer 42% häufiger in ihrer Spur hin und her. Eine erhöhte kognitive Belastung hatte keinen Einfluss auf die Ergebnisse.
- Die Genauigkeit und Geschwindigkeit der Touchscreen-Bedienung sank beim Fahren um 58% und bei hoher kognitiver Belastung um weitere 17%.
- Jeder Blick auf den Touchscreen war bei hoher kognitiver Belastung um 26,3% kürzer.
- Das Phänomen "Hand vor Auge", bei dem die Fahrer nach einer Steuerung griffen, bevor sie sie ansahen, stieg mit der Einführung von Gedächtnisaufgaben von 63% auf 71%.
Wer nun denkt, dass sich die beschriebenen Probleme durch eine Vergrößerung der Bedienflächen auf dem Touchscreen beheben ließen, liegt laut den Forschern falsch. So verbesserte sich die Performance der Studienteilnehmer auch bei größeren "Touch-Zielen" nicht. Das Problem sei beim Fahren in Autos mit Touchscreen aber die visuelle Suche nach dem richtigen Ziel, nicht die Bewegung der Hand hin zum Touchscreen.
Um zumindest einen Ansatz zur Lösung der durch die Touchscreens entstehenden Beeinträchtigungen raten die US-Forscher allerdings nicht etwa zur Verwendung von Hardware-Tasten, -Schaltern oder -Schiebern. Stattdessen könnten die Systeme in Autos künftig anhand von Sensoren die kognitive Auslastung des Fahrers ermitteln, indem sie zum Beispiel die Augenposition bestimmen, um die Benutzeroberfläche auf den Touchscreens entsprechend anzupassen und dadurch sicherer bedienbar zu machen.
Zusammenfassung
- Studie von Uni Washington und Toyota bestätigt negative Einflüsse von Touchscreens
- Teilnehmer drifteten bei Touchscreen-Nutzung 42% häufiger in ihrer Spur
- Bediengeschwindigkeit sank beim Fahren um 58%, bei kognitiver Belastung um weitere 17%
- Größere Bedienflächen auf Touchscreens verbesserten die Leistung nicht
- Blicke auf den Touchscreen waren bei hoher Belastung 26,3% kürzer
- Forscher empfehlen sensorbasierte Systeme zur Erkennung kognitiver Auslastung
- Anpassung der Benutzeroberfläche könnte Touchscreens sicherer machen
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