Autofahrer hassen Touchscreens immer mehr, Hersteller reagieren

Touchscreens im Auto sorgen bei Neuwagenkäufern für massiven Frust und lenken gefährlich vom Verkehr ab. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass vor allem instabile Smartphone-Verbindungen die Fahrer verärgern und damit auch die Sicherheit beeinträchtigen.
Auto, Touchscreen, Automobil, In-Car-Entertainment
University of Washington

Autofahrer genervt von Touchscreens

Moderne Fahrzeuge weisen branchenübergreifend eine immer höhere Verarbeitungsqualität auf. Doch das Ganze hat durchaus so etwas wie einen Haken: Denn ein zentrales Bedienelement sorgt bei zahlreichen Neuwagenkäufern für wachsenden Unmut. Aktuell zeigt sich nämlich deutlich, dass die fortschreitende Digitalisierung der Cockpits zu erheblichen Bedienproblemen im Alltag führt. Und wohl jeder Besitzer eines modernen Autos weiß, dass vor allem die dominanten Bildschirme Fahrer stark vom Verkehrsgeschehen ablenken.

Die Verlagerung klassischer Funktionen in digitale Menüs zwingt Nutzer dazu, den Blick von der Straße abzuwenden. Fast die Hälfte aller Fahrer, die über Ablenkung am Steuer klagen, sieht die Ursache direkt in der Bedienung der Infotainment-Systeme. Neben der unpraktischen Handhabung bereitet auch die Integration von Smartphones große Schwierigkeiten bei der täglichen Nutzung.

Eine Untersuchung zu diesem Thema liefert eine Studie von J.D. Power. Für die Erhebung wurden über 78.000 Besitzer von Neuwagen nach 90 Tagen Nutzung befragt. Das Ergebnis zeigt, dass Verbindungsprobleme mit Systemen wie Apple CarPlay oder Android Auto ein großes Ärgernis darstellen. Der Grund dafür liegt oft in den unterschiedlichen Update-Zyklen der Technologieunternehmen und Autobauer.


Während Mobiltelefone regelmäßig neue Software erhalten, hinken die Bordsysteme der Fahrzeughersteller meist hinterher. Das führt zu lästigen Inkompatibilitäten und Systemabstürzen während der Fahrt. In neun von zehn Bewertungskategorien der Erhebung stieg die Qualität der Fahrzeuge an. Lediglich die Elektronik im Innenraum und das Infotainment fielen Nutzern negativ auf.

Knöpfe statt Displays gefordert

Einige Automobilhersteller reagieren bereits auf die anhaltende Kritik der Kundschaft. Sie erkennen, dass eine rein digitale Bedienung nicht immer die sicherste Wahl darstellt. Marken wie Volkswagen und Hyundai planen daher, bei kommenden Modellen wieder vermehrt klassische Schalter und mechanische Drehregler einzusetzen. Physische Tasten lassen sich blind ertasten und erhöhen somit die Verkehrssicherheit.

Abseits der digitalen Herausforderungen verzeichnen die Hersteller durchaus Erfolge bei der Fahrzeugentwicklung. Die allgemeine Zuverlässigkeit der Motoren sowie die Fahrassistenzsysteme weisen deutlich weniger Mängel auf als in der Vergangenheit. Auch die Spaltmaße und die Geräuschdämmung im Innenraum stellen die meisten Käufer mittlerweile sehr zufrieden.

Ein rein analoges Bauteil erntet dabei besonders viel Lob von den Fahrern. Verbesserte Getränkehalter, die leichter erreichbar sind und verschiedene Flaschengrößen sicher fassen, tragen laut der Studie stark zur allgemeinen Kundenzufriedenheit bei. Solche einfachen, aber durchdachten Lösungen zeigen, dass nicht jede Neuerung zwingend digital sein muss, um den Komfort im Auto zu steigern.

Bevorzugt ihr klassische Tasten im Auto oder mögt ihr große Touchscreens? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • Digitale Displays im Auto sorgen für Unmut und starke Ablenkung am Steuer
  • Verlagerte Menüfunktionen zwingen Fahrer zu oft den Blick von Straße abzuwenden
  • Studie belegt Ärger über Verbindungsprobleme mit modernen Infotainment-Systemen
  • Unterschiedliche Update-Zyklen führen zu häufigen Software-Inkompatibilitäten
  • Hersteller kehren bei künftigen Modellen teils wieder zu Tasten und Reglern zurück
  • Neben digitalem Frust steigt die allgemeine Qualität der Fahrzeugkomponenten an

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