Erfinder der Super Soaker will jetzt die Stromerzeugung revolutionieren

Der ehemalige NASA-Ingenieur und Erfinder der "Super Soaker"-Wasserpistole arbeitet an einer neuen Technologie, die Wärme ohne große Prozesstechnik in Strom umwandeln kann. Hat er Erfolg, kann das die Energieversorgung revolutionieren.
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Effiziente Stromgewinnung aus Wärme

Lonnie George Johnson hat inzwischen mehr als 140 Patente vorzuweisen. Nun, mit 76 Jahren, konzentriert sich der frühere NASA- und Luftwaffeningenieur auf ein Projekt, das er selbst als sein bedeutendstes bezeichnet: den Johnson Thermo-Electrochemical Converter, kurz JTEC. Das berichtete die Seattle Times.

Der JTEC lässt sich keiner gängigen Kategorie zuordnen. Weder handelt es sich um eine Batterie noch um eine Brennstoffzelle. Stattdessen nutzt das Gerät Wasserstoff, der durch Druckunterschiede an einer hauchdünnen Membran elektrische Energie erzeugt. Das System muss dabei nicht kontinuierlich mit neuem Wasserstoff versorgt werden.


Es benötigt lediglich eine Wärmequelle, dann lässt sich der Wasserstoff im Kreislauf immer wieder verwenden. Und Wärme ist an vielen Orten im Überfluss vorhanden. Insbesondere die Industrie lässt jeden Tag enorme Mengen ungenutzt verpuffen. Nach Angaben des US-Energieministeriums gehen zwischen 20 und 50 Prozent der Prozessenergie in Fabriken oder Kraftwerken als Abwärme verloren.

Hier setzt Johnsons Vision an. Das Gerät könne nicht nur mit sehr hohen Temperaturen arbeiten, sondern auch mit vergleichsweise niedrigen, erklärt JTEC-Engineeringchef Julian Bell. Selbst warmes Wasser mit etwa 90 Grad Celsius reiche aus, um eine kleine Demonstrationsanlage zu betreiben. Fachleute wie der unabhängige Georgia-Tech-Forscher Comas Haynes sehen darin eine Chance, bislang unbrauchbare Wärmequellen zu erschließen - von Brauereien bis hin zu stillgelegten Öl- und Gasbohrungen, über die sich geothermische Energie anzapfen ließe.

Kommerzielles Projekt startet

Derzeit baut das Unternehmen seine erste kommerzielle JTEC-Einheit, die im kommenden Jahr bei einem großen Versorgungsunternehmen im Südosten der USA installiert werden soll. Doch wie bei jeder neuen Technologie bleibt die Frage, wie weit sich die Kosten im industriellen Maßstab senken lassen. Nach einer Finanzierungsrunde über 30 Millionen Dollar plant JTEC bereits weitere Investitionen.

Johnson bleibt dabei zuversichtlich. Parallel entwickelt er weiterhin eine eigene Festkörperbatterie, ein Projekt, das er scherzhaft als "Pferderennen" mit dem JTEC beschreibt. Welche seiner Erfindungen zuerst den Markt erobert, sei offen, sagt er. Sicher sei nur eines: "Probleme zu lösen, macht mir immer noch am meisten Spaß."

Zusammenfassung
  • Ex-NASA-Ingenieur und Super-Soaker-Erfinder Johnson arbeitet an neuem Energiesystem
  • Johnson Thermo-Electrochemical Converter wandelt Wärme direkt in elektrischen Strom um
  • JTEC nutzt Wasserstoff im Kreislauf und benötigt nur externe Wärmezufuhr
  • System kann industrielle Abwärme nutzen, die aktuell zwischen 20 und 50 Prozent ausmacht
  • Erste kommerzielle JTEC-Einheit wird 2026 bei US-Versorgungsunternehmen installiert
  • Nach 30-Millionen-Dollar-Finanzierung plant das Unternehmen weitere Investitionen
  • Der 76-jährige Erfinder entwickelt parallel auch eine eigene Festkörperbatterie

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