55-Milliarden-Dollar-Kater:
Dem EA-Käufer geht angeblich das Geld aus

Kaum ist der Deal um Electronic Arts unterzeichnet, scheint dem saudischen Staatsfonds PIF finanziell die Puste auszugehen. Berichte deuten auf einen Investitionsstopp hin. Droht der Gaming-Branche nun ein zweites Embracer-Debakel?
Logo, Electronic Arts, Ea, Headquarter
Electronic Arts

Liquiditätsengpass beim Staatsfonds

Der saudische Public Investment Fund (PIF) hat sich in den letzten Jahren zu einem der aggressivsten Akteure auf dem globalen Gaming-Markt entwickelt. Erst kürzlich machten Gerüchte einer Übernahme des US-Publishers Electronic Arts die Runde, die sich kurz darauf bestätigten. Das Geschäft hat ein Gesamtvolumen von 55 Milliarden US-Dollar (etwa 47,7 Milliarden Euro).

Doch nun mehren sich die Anzeichen, dass der Staatsfonds seine finanziellen Möglichkeiten überreizt haben könnte. Aktuellen Berichten zufolge ist die Liquidität des Fonds für neue Projekte vorerst erschöpft, was Erinnerungen an den rasanten Aufstieg und Fall der Embracer Group weckt.

Hintergrund der beunruhigenden Nachrichten ist eine Mischung aus sinkenden Öleinnahmen und riskanten Großprojekten. Während der PIF, der unter anderem die Savvy Games Group kontrolliert, in der Gaming-Welt als unerschöpflicher Geldgeber galt, scheinen diverse Prestigeobjekte enorme Ressourcen zu verschlingen, ohne nennenswerte Renditen zu liefern. Investoren und Fondsmanager werden Berichten zufolge bereits darauf hingewiesen, dass derzeit kein weiteres Kapital zur Verfügung steht.

Teure Projekte belasten die Bilanz

Wie die New York Times unter Berufung auf elf vertrauliche Quellen berichtet, kämpft der Fonds mit einer Reihe von Fehlinvestitionen. Die Informationsgeber, darunter Vorstandsmitglieder und Investoren, zeichnen das Bild eines Fonds, der Schwierigkeiten hat. Besonders das Großprojekt "Neom" mit der Wüstenstadt The Line wird als massiver Kostenfaktor genannt und steht neuen Berichten zufolge ebenfalls vor einer ungewissen Zukunft.

Neben dem gigantischen Bauvorhaben listet der Bericht weitere Projekte auf, die Fragen zur Strategie aufwerfen und Kapital binden, ohne Erträge abzuwerfen. Dazu gehören etwa ein Skigebiet mitten in der Wüste, das mit Roboter-Arbeitskräften betrieben werden soll, eine Kaffeekette, die bislang nur über eine einzige Filiale verfügt, eine Kreuzfahrtlinie, die aktuell nur ein einziges Schiff besitzt und ein Startup für Elektrofahrzeuge, das noch keine Autos ausgeliefert hat.


Auch die Übernahme von EA ist keineswegs schon in trockenen Tüchern, was die langfristige Stabilität angeht. Der Deal, der voraussichtlich erst im ersten Quartal 2027 finalisiert wird, soll EA mit Schulden in Höhe von umgerechnet rund 17,3 Milliarden Euro belasten. Nicht nur deswegen waren einige US-Senatoren "zutiefst besorgt" über den Deal.

Ein neues Embracer-Szenario?

In der Gaming-Branche wächst nun die Sorge, dass Saudi-Arabien auf ein ähnliches Szenario wie die Embracer-Group zusteuert. Das schwedische Konglomerat hatte ebenfalls massiv in Studios investiert, bevor ein geplatzter Deal über mehrere Milliarden - ironischerweise angeblich mit dem PIF - das Kartenhaus zum Einsturz brachte. Sollte der saudische Fonds tatsächlich gezwungen sein, den Geldhahn zuzudrehen, hätte das möglicherweise weitreichende Folgen für den Markt.

Offiziell wird die Darstellung der Finanznot dementiert. PIF-Sprecher Marwan Bakrali betonte, der Fonds verfüge über liquide Mittel in Höhe von rund 52 Milliarden Euro. Ob diese Reserven wirklich existieren und angesichts der laufenden Verpflichtungen und des EA-Deals ausreichen, bleibt abzuwarten.

Was haltet ihr von der aggressiven Expansionsstrategie Saudi-Arabiens im Gaming-Bereich und den aktuellen Berichten zur Finanzlage? Seht ihr Gefahren für EA und andere Publisher oder überwiegen eher die Chancen? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Saudischer Staatsfonds PIF stößt nach EA-Deal wohl an finanzielle Grenzen
  • Trotz offizieller Dementi berichten Insider von akuter Liquiditätskrise
  • Sinkende Öleinnahmen und riskante Großprojekte belasten den Fonds
  • Futuristisches Stadtprojekt 'Neom' verschlingt immense Ressourcen
  • Gaming-Branche befürchtet ein ähnliches Szenario wie bei der Embracer Group
  • Mit einem Volumen von 55 Milliarden US-Dollar wurde EA übernommen
  • EA-Übernahme soll erst im ersten Quartal 2027 final abgeschlossen werden

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