Milliarden-Deal sicher: Niantic verkauft Pokémon Go nach Saudi-Arabien

Niantic, der Entwickler des AR-Hits Pokémon Go, bestätigt den Verkauf seiner Spielesparte. Der saudi-arabische Käufer Scopely soll dafür 3,5 Milliarden Dollar zahlen. Was steckt hinter dem lang erwarteten Schritt des AR-Pioniers?
Pokemon, Museum, Van Gogh
The Pokémon Company
Update vom 13. März 2025: Die Gerüchte rund um einen Verkauf von Pokémon Go in Richtung Saudi-Arabien wurden offiziell bestätigt. In einem Blog-Beitrag gibt Ed Wu - Pokémon Go-Chef bei Niantic - bekannt, dass das Franchise von Scopely übernommen wird.

Die Eckdaten der Übernahme sehen den Mitteilungen der Unternehmen zufolge wie folgt aus:

  • Führungswechsel: Niantic übergibt Pokémon GO an Scopely, während Gründungsingenieur Ed Wu die Leitung behält
  • Kontinuität garantiert: Komplettes Entwicklerteam bleibt bestehen und setzt die bisherige Vision fort
  • Strategische Neuausrichtung: Als Teil eines Privatunternehmens kann der Fokus auf "langfristigen Spielerinteressen statt kurzfristigen Gewinnen" liegen
  • Bewährte Partnerschaft: Die zehnjährige Zusammenarbeit mit The Pokémon Company bleibt erhalten
  • Ressourcenstärkung: Scopelys Investitionen sollen Community-Programme ausbauen und neue Spielfunktionen ermöglichen
  • Kernidentität unverändert: Das Erkunden und Entdecken von Pokémon in der realen Welt bleibt zentrales Spielelement

Wir haben für Niantic Inc. eine Einigung erzielt, dass Scopely Pokémon Go, Pikmin Bloom, Monster Hunter Now und die herausragenden Teams, die an diesen Erfahrungen arbeiten, für 3,5 Milliarden Dollar übernimmt, wobei zusätzliche 350 Millionen Dollar an Barmitteln von Niantic im Rahmen des Deals ausgeschüttet werden, was einen Gesamtwert von ungefähr 3,85 Milliarden Dollar für die Anteilseigner von Niantic ergibt.
Ursprünglicher Artikel vom 19. Februar 2025:

Pokémon Go-Entwickler vor Neuausrichtung

Niantic steht möglicherweise vor einem einschneidenden Wandel. Laut Berichten von Bloomberg befindet sich die Firma in fortgeschrittenen Verhandlungen, um ihre Spielentwicklungsabteilung samt Titeln wie Pokémon Go zu verkaufen. Als potenzieller Käufer wird Scopely genannt, ein Mobilspiel-Entwickler im Besitz der saudi-arabischen Savvy Games Group.

Der Preis für Niantics Spielesparte soll sich auf 3,5 Milliarden Dollar (etwa 3,34 Milliarden Euro) belaufen. Diese beachtliche Summe verdeutlicht den Wert, den Pokémon Go und die dahinterstehende Technologie auch Jahre nach der Veröffentlichung noch haben. Der Deal könnte in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden, wobei zu beachten ist, dass die Verhandlungen noch scheitern könnten.


Vom AR-Pionier zum KI-Spezialisten?

Niantic, 2010 als Ausgründung von Google entstanden, machte sich zunächst mit dem AR-Spiel Ingress einen Namen. Der große Durchbruch kam 2016 mit Pokémon Go, das Spieler dazu animierte, ihre Umgebung zu erkunden und dabei virtuelle Pokémon zu fangen. Trotz dieses Erfolgs gelang es dem Unternehmen nicht, ähnliche populäre Nachfolgetitel zu etablieren.

In den letzten Jahren musste Niantic mehrfach Mitarbeiter entlassen und Projekte einstellen. So wurde etwa das Spiel Harry Potter: Wizards Unite 2022 eingestellt, und auch Marvel- sowie NBA-bezogene Titel wurden abgesagt. Diese Entwicklungen deuteten bereits darauf hin, dass sich das Unternehmen neu ausrichten muss.

Fokus auf Geospatial-Technologie

Der mögliche Verkauf der Spielesparte könnte Niantic erlauben, sich stärker auf seine Kernkompetenzen im Bereich der Geospatial-Technologie zu konzentrieren. Das Unternehmen arbeitet an einem "Large Geospatial Model", das mithilfe von maschinellem Lernen Szenen analysieren und global vernetzen soll. Diese Technologie könnte für verschiedene Anwendungen jenseits des Gaming-Sektors relevant sein.

Strategische Bedeutung für Scopely

Für Scopely, das 2023 für 4,9 Milliarden Dollar (etwa 4,68 Milliarden Euro) von Savvy Games übernommen wurde, wäre der Kauf von Niantics Spielesparte ein bedeutender strategischer Schritt. Das Unternehmen könnte damit seine Position im Markt für mobile Spiele stärken und Zugang zu Niantics AR-Technologie erhalten.

Der potenzielle Deal passt zur Expansionsstrategie des saudischen Public Investment Fund, der durch Investitionen in die Videospielindustrie die Wirtschaft des Landes diversifizieren möchte. Bereits im August 2024 unterzeichnete Niantic einen Vertrag mit Savvy, um seine Präsenz im Nahen Osten auszubauen.

Was denkt ihr über diesen möglichen Verkauf? Könnte Niantic ohne seine Spielesparte erfolgreich sein? Und wie seht ihr die zunehmenden Investitionen aus Saudi-Arabien in die Gaming-Branche? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren!

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Zusammenfassung
  • Niantic erwägt den Verkauf der Spielesparte für 3,5 Milliarden Dollar
  • Mobilspiel-Entwickler Scopely gilt als potenzieller Käufer
  • Pokémon Go bleibt wertvoll, trotz mangelnder erfolgreicher Nachfolger
  • Niantic könnte sich auf Geospatial-Technologie konzentrieren
  • Scopely würde Marktposition und Zugang zu AR-Technologie stärken
  • Saudi-Arabien investiert verstärkt in die Videospielindustrie
  • Niantics Neuausrichtung nach Mitarbeiterentlassungen und Projektabsagen

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