US-Senatoren sind "zutiefst besorgt" über Saudi-Übernahme von EA

US-Senatoren warnen vor nationalen Sicherheitsrisiken bei der 55-Milliarden-Dollar-Übernahme von Electronic Arts durch Saudi-Arabien. Die Beteiligung von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner verstärkt die politischen Bedenken zusätzlich.
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Senatoren schlagen Alarm bei EA-Deal

Die geplante Übernahme von Electronic Arts durch ein Konsortium unter Führung des saudischen Staatsfonds Public Investment Fund für 55 Milliarden Dollar (etwa 47,3 Milliarden Euro) sorgt in Washington für erhebliche Unruhe. Die demokratischen Senatoren Richard Blumenthal aus Connecticut und Elizabeth Warren aus Massachusetts haben ihre Bedenken über mögliche Sicherheitsrisiken und ausländische Einflussnahme öffentlich gemacht.

Das Konsortium besteht neben dem Public Investment Fund auch aus der Private-Equity-Firma Silver Lake und Affinity Partners - dem Investmentunternehmen von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. Die Transaktion würde EA von der Börse nehmen und zu 100 Prozent privatisieren. Das Unternehmen hinter Spieleserien wie FIFA, Madden NFL, The Sims und Battlefield beschäftigt weltweit über 13.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 7,6 Milliarden Dollar.

Kritik an saudischen Investitionen

In ihrem Brief an Finanzminister Scott Bessent (PDF) warnen die Senatoren vor den strategischen Zielen hinter Saudi-Arabiens Milliarden-Investitionen in Sport, Gaming und kulturelle Institutionen. Das Königreich verfolgt mit seiner Vision 2030 das Ziel, die Wirtschaft zu diversifizieren und gleichzeitig das internationale Image zu verbessern - ein Prozess, der oft als "Sportswashing" kritisiert wird.

Die Politiker argumentieren, dass diese Deals weniger auf Gewinnerzielung ausgerichtet seien, sondern vielmehr darauf abzielten, langfristige Veränderungen in der öffentlichen Meinung zu bewirken. Besonders kritisch sehen sie den überhöhten Kaufpreis: Das Konsortium zahle mehr als zehn Milliarden Dollar über dem aktuellen Börsenwert für ein Unternehmen, dessen Aktie ein halbes Jahrzehnt lang stagniert habe. Das zeige deutlich Saudi-Arabiens Absicht, Einfluss zu kaufen statt wirtschaftliche Rendite zu erzielen.


Die Senatoren äußern besondere Bedenken über Kushners Rolle in dem Deal. Affinity Partners hatte 2021, nur sechs Monate nach Kushners Ausscheiden aus der Trump-Regierung, zwei Milliarden Dollar vom Public Investment Fund erhalten - gegen den ausdrücklichen Rat des eigenen Investitionsausschusses des Fonds. Die Senatoren vermuten, dass Kushner nur deshalb beteiligt wurde, um die Genehmigung der US-Regierung zu erleichtern.

Kushner, der während Trumps erster Amtszeit als Berater fungierte und maßgeblich an der Normalisierung der Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Israel beteiligt war, bringt erheblichen politischen Einfluss mit. Die Senatoren zitieren in ihrem Brief die rhetorische Frage: "Was für ein Regulierer wird schon Nein zum Schwiegersohn des Präsidenten sagen?" Das Konsortium setze mit der Ein-Milliarden-Dollar-Ausfallgebühr darauf, dass Kushner die regulatorischen Genehmigungen der Trump-Regierung sichern könne, so die demokratischen Politiker*innen.

Die Privatisierung von Electronic Arts würde die Transparenz über die Unternehmensaktivitäten eliminieren und dem Public Investment Fund ermöglichen, Einfluss auf die Geschichten zu nehmen, die durch Videospiele an Amerikaner vermittelt werden. Das Unternehmen verfügt über einen riesigen Datenschatz von Millionen Nutzern weltweit - von FIFA-Ultimate-Team bis zu The Sims-Spielern, die persönliche Informationen und Spielgewohnheiten preisgeben.

Die Senatoren befürchten, dass die saudische Regierung diese Informationen für Überwachung, verdeckte Propaganda oder gezielte Vergeltungsmaßnahmen gegen Kritiker nutzen könnte. Zudem könnte der Zugang zu Electronic Arts' Forschung im Bereich Künstlicher Intelligenz, die für realistische Spielerfahrungen und Verhaltensanalysen eingesetzt wird, problematisch werden.

Regulatoren sollen genauer hinschauen

Blumenthal und Warren fordern das Committee on Foreign Investment in the United States zu einer gründlichen Untersuchung der Übernahme auf. Das Gremium prüft ausländische Investitionen auf potenzielle Risiken für die nationale Sicherheit und kann Transaktionen blockieren oder Auflagen verhängen. Parallel haben sie auch Electronic-Arts-Chef Andrew Wilson direkt kontaktiert und fünf konkrete Fragen zu Datenschutz, KI-Forschung und möglicher Einflussnahme auf Spielinhalte gestellt.

Was haltet ihr von den Sicherheitsbedenken der Senatoren? Seht ihr Risiken bei der saudischen Übernahme von Electronic Arts oder überwiegen die wirtschaftlichen Vorteile?

Zusammenfassung
  • Saudisches Konsortium plant 55-Milliarden-Dollar-Übernahme von EA
  • US-Senatoren Blumenthal und Warren warnen vor Sicherheitsrisiken
  • Jared Kushners Beteiligung am Deal sorgt für zusätzliche Bedenken
  • Politiker befürchten ausländische Einflussnahme auf Spielinhalte
  • Saudi-Arabien könnte Nutzerdaten für Überwachungszwecke missbrauchen
  • Kaufpreis liegt über 10 Milliarden Dollar über dem aktuellen Börsenwert
  • Untersuchung durch Ausschuss für ausländische Investitionen gefordert

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