Gmail & Co: Google liest Mails & Nutzerdaten jetzt für KI-Training aus

Google hat laut dem Sicherheitsdienstleister MalwareBytes begonnen, die E-Mails der Nutzer von Gmail sowie andere User-Daten über die meisten seiner Dienste hinweg zum KI-Training zu verwenden. In der EU gilt dabei wohl eine erfreuliche Ausnahme.
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Gmail & andere Google-Dienste werden für KI angezapft

Meta tut es mit Facebook, diverse andere Plattform-Betreiber auch: die Daten der Nutzer werden nicht mehr nur zu Werbezwecken analysiert, sondern zunehmend auch zum Training von KI-Sprachmodellen genutzt. Seit Kurzem setzt auch Google auf diesen Ansatz, um Gemini & Co zu "verbessern". Wie MalwareBytes bemerkte, werden nun unter anderem die bei Gmail gespeicherten E-Mails für das KI-Training verwendet.

Dies gilt nicht nur für den Inhalt der E-Mails, sondern auch für eventuell vorhandene Anhänge. In den meisten Ländern gilt dabei eine "Opt-Out"-Regelung - die Nutzer müssen selbst aktiv werden, um die Verwendung ihrer Daten zum KI-Training durch Google zu unterbinden. Tatsächlich muss man sogar an gleich zwei Stellen einen virtuellen Schalter umlegen, um die Datensammlung zu KI-Zwecken zu stoppen.


Ausnahme für die EU - greift wohl nicht bei jedem

In Europa gelten hierbei offenbar andere Regeln als anderswo. Google hat bei Nutzern in der EU, Großbritannien, der Schweiz und Japan offenbar dafür gesorgt, dass hier eine "Opt-In"-Regel gilt - die sogenannten "Smart Features" in Gmail und dem Google Workspace sind hierzulande also meist standardmäßig deaktiviert.

Offenbar scheut man also den Zorn der EU und anderer Länder, in denen (noch) mehr Wert auf den Schutz der Daten von Web-Nutzern gelegt wird als etwa in den USA. Dennoch ist wohl zu empfehlen, dass die Nutzer von Gmail und anderen Google-Diensten die Einstellungen von Gmail und dem Google Workspace prüfen, wenn sie nicht wünschen, dass der US-Internetkonzern ihre Daten für das KI-Training verwendet. In meinem Fall waren die "Smart Features" von Gmail zum Beispiel trotz des EU-Standorts aktiviert.

Folgende Schritte sind dazu nötig (im Desktop-Browser):

  1. Gmail öffnen
  2. Das Zahnrad-Symbol in der Kopfleiste neben dem Avatar auswählen, um in die Einstellungen zu gelangen
  3. Zum Punkt "Smart Features" scrollen
  4. Den Haken entfernen

Nun müssen folgende Aktionen ausgeführt werden:

  1. Gmail öffnen
  2. Das Zahnrad-Symbol in der Kopfleiste neben dem Avatar auswählen, um in die Einstellungen zu gelangen
  3. Zum Punkt "Google Workspace Smart Features" scrollen
  4. Die große Schaltfläche für das "Verwalten der Smart Features" anklicken
  5. In dem dann geöffneten Pop muss im unteren Bereich die Schalter für "Smart Features in anderen Google-Produkten" deaktiviert werden.

Zusammenfassung
  • Google nutzt nun Gmail-Inhalte und andere Nutzerdaten für KI-Training
  • Betroffen sind sowohl E-Mail-Inhalte als auch deren Anhänge
  • In den meisten Ländern gilt eine Opt-Out-Regelung für diese Datennutzung
  • EU, Großbritannien, Schweiz und Japan profitieren von Opt-In-Regelung
  • Nutzer können diese Datensammlung durch Deaktivierung der Smart Features stoppen
  • Zum Schutz müssen Einstellungen in Gmail und Google Workspace angepasst werden

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