Nvidia-Chef: China wird Wettrennen um KI-Vorherrschaft gewinnen
Nvidia-Chef Jensen Huang geht inzwischen davon aus, dass China das Rennen um die Vorherrschaft im KI-Sektor für sich entscheiden werde. Dafür sprächen vor allem die Rahmenbedingungen, in denen die dortige Branche ihre Aufholjagd gestalten kann.
Nach Huangs Einschätzung bremse sich der Westen, einschließlich der USA und Großbritannien, derzeit selbst aus. "Wir brauchen mehr Optimismus", erklärte er und kritisierte zugleich die wachsende Zahl unterschiedlicher KI-Richtlinien auf Ebene einzelner US-Bundesstaaten. Diese könnten seiner Ansicht nach zu einem Flickenteppich von Vorschriften führen, der Investitionen behindere und Innovation ausbremse.
Besonders deutlich wurde Huang beim Vergleich der Rahmenbedingungen: In China würden große Technologie-Konzerne wie ByteDance, Alibaba oder Tencent verstärkt durch staatliche Subventionen beim Energieverbrauch unterstützt. So sei es dort für Firmen günstiger, Rechenzentren zu betreiben und KI-Modelle zu trainieren. "Strom ist praktisch umsonst", betonte Huang. Hintergrund sind Berichte, wonach chinesische Behörden Energiekosten senken, nachdem Unternehmen die hohen Betriebskosten von in China entwickelten, aber weniger energieeffizienten Chips bemängelt hatten.
Huangs Aussagen fallen in eine Phase politisch angespannter Debatten. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hält weiterhin an Exportbeschränkungen für Nvidias leistungsfähigste Prozessoren fest. Vor allem die jüngste Chip-Generation "Blackwell" darf nicht nach China geliefert werden. Trump begründete dies mit nationalen Sicherheitsinteressen: Die technologisch fortschrittlichsten Chips sollten ausschließlich den USA zur Verfügung stehen.
Die Sorge davor, dass China technologisch aufholt, wächst auch in der amerikanischen Tech-Szene. Auslöser war unter anderem das hochentwickelte Sprachmodell der chinesischen KI-Forschungsgruppe DeepSeek, das Anfang des Jahres internationale Aufmerksamkeit erregte und eine Debatte über die künftige Führungsrolle im KI-Sektor neu entfachte.
Siehe auch:
- Nvidia-Chef Huang sieht China als künftigen Gewinner im KI-Wettlauf
- Günstige Energiekosten und weniger Regulierungen verschaffen China Vorteile
- Westliche Länder bremsen sich durch unterschiedliche KI-Richtlinien selbst aus
- Staatliche Subventionen machen Betrieb von Rechenzentren in China günstiger
- US-Regierung hält an Exportbeschränkungen für Nvidias Spitzenprozessoren fest
- Nvidia sucht politischen Rückhalt in Washington trotz Exportbeschränkungen
- Sorge über Chinas technologische Aufholjagd wächst in der US-Tech-Branche
Bessere Rahmenbedingungen
China verfüge über günstigere Energiekosten und weniger strenge Regulierungen als beispielsweise die USA. Das seien Faktoren, die dem Land einen entscheidenden Vorteil verschaffen könnten, sagte Huang am Rande des "Future of AI"-Gipfels gegenüber der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times.Nach Huangs Einschätzung bremse sich der Westen, einschließlich der USA und Großbritannien, derzeit selbst aus. "Wir brauchen mehr Optimismus", erklärte er und kritisierte zugleich die wachsende Zahl unterschiedlicher KI-Richtlinien auf Ebene einzelner US-Bundesstaaten. Diese könnten seiner Ansicht nach zu einem Flickenteppich von Vorschriften führen, der Investitionen behindere und Innovation ausbremse.
Besonders deutlich wurde Huang beim Vergleich der Rahmenbedingungen: In China würden große Technologie-Konzerne wie ByteDance, Alibaba oder Tencent verstärkt durch staatliche Subventionen beim Energieverbrauch unterstützt. So sei es dort für Firmen günstiger, Rechenzentren zu betreiben und KI-Modelle zu trainieren. "Strom ist praktisch umsonst", betonte Huang. Hintergrund sind Berichte, wonach chinesische Behörden Energiekosten senken, nachdem Unternehmen die hohen Betriebskosten von in China entwickelten, aber weniger energieeffizienten Chips bemängelt hatten.
Huangs Aussagen fallen in eine Phase politisch angespannter Debatten. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hält weiterhin an Exportbeschränkungen für Nvidias leistungsfähigste Prozessoren fest. Vor allem die jüngste Chip-Generation "Blackwell" darf nicht nach China geliefert werden. Trump begründete dies mit nationalen Sicherheitsinteressen: Die technologisch fortschrittlichsten Chips sollten ausschließlich den USA zur Verfügung stehen.
Nvidia lobbyiert
Gleichzeitig versucht Nvidia, mehr politischen Rückhalt in Washington zu bekommen. Das Unternehmen veranstaltete in der vergangenen Woche eine Entwicklerkonferenz in der US-Hauptstadt und setzt darauf, weiterhin eine zentrale Rolle in der globalen KI-Infrastruktur zu spielen. Zuletzt war die Marktkapitalisierung des Konzerns auf die Rekordhöhe von fünf Billionen Dollar gestiegen.Die Sorge davor, dass China technologisch aufholt, wächst auch in der amerikanischen Tech-Szene. Auslöser war unter anderem das hochentwickelte Sprachmodell der chinesischen KI-Forschungsgruppe DeepSeek, das Anfang des Jahres internationale Aufmerksamkeit erregte und eine Debatte über die künftige Führungsrolle im KI-Sektor neu entfachte.
Siehe auch:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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