Volkswagen entwickelt erstmals eigene Fahrassistenz-Chips

Volkswagen entwickelt in China erstmals eigene Fahrassistenz-Chips. Das Joint Venture mit Horizon Robotics soll System-on-Chips mit 500-700 TOPS Rechenleistung liefern - eine (erhoffte) Antwort auf den harten Wettbewerb im weltgrößten Automarkt.
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VW reagiert auf dramatischen Marktanteilsverlust

Volkswagen kämpft in China mit erheblichen Marktanteilsverlusten. Der deutsche Autohersteller verkaufte 2024 rund 2,9 Millionen Fahrzeuge - ein Rückgang von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders dramatisch zeigt sich die Entwicklung beim Marktanteil: Während Volkswagen 2019 noch 19 Prozent des chinesischen Automarkts kontrollierte, sank der Anteil bis 2024 auf nur noch 14,5 Prozent.

Als Antwort auf das schwierige Marktumfeld kündigte Volkswagen eine neue Chip-Strategie an: die Entwicklung eigener Fahrassistenz-Chips direkt in China. Das Gemeinschaftsunternehmen Carizon, eine Kooperation zwischen Volkswagens Software-Tochter Cariad und dem chinesischen Technologieunternehmen Horizon Robotics, wird den ersten System-on-Chip (SoC) des Konzerns entwickeln.

Laut der Financial Times kostet die Chip-Entwicklung mehr als 200 Millionen Dollar (etwa 174 Millionen Euro). Das neue Chip-Design ist speziell für Chinas komplexe Straßenverhältnisse und vielfältige Fahrsituationen konzipiert und soll die Echtzeitentscheidungsfähigkeiten, Rechenleistung und Systemeffizienz erheblich verbessern.

Technische Spezifikationen

Der System-on-Chip wird eine Rechenleistung von etwa 500 bis 700 TOPS (Tera Operations Per Second) bieten und innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre ausgeliefert werden. Zum Vergleich: Nvidias aktueller Thor-Chip, der derzeit in Chinas Premium-Elektrofahrzeugen weit verbreitet ist, liefert ebenfalls 700 TOPS Rechenleistung.


Der Chip wird mit modernster drei bis vier Nanometer-Technologie hergestellt, wobei nur wenige Foundries weltweit für die Massenproduktion in Frage kommen. Nach dem Produktionsstart von Carizons erster ADAS-Lösung im Jahr 2025 und der Markteinführung in ersten Volkswagen-Fahrzeugen 2026 markiert der neue System-on-Chip den offiziellen Beginn der zweiten Phase von Volkswagens lokalisierter Smart-Driving-Strategie.

Die Chip-Entwicklung ist Teil einer umfassenderen Lokalisierungsstrategie, die Forschung und Entwicklung in den Bereichen Fahrzeug-Hardware, Software und Design umfasst. Seit Ende 2022 hat Volkswagen eine Reihe von Investitionen in China im Wert von fast vier Milliarden Euro getätigt, um sein chinesisches Geschäft zu stabilisieren.

Das Unternehmen folgt damit einem Trend, den bereits chinesische Elektroautohersteller erfolgreich eingeschlagen haben. Nio startete 2021 sein Chip-Projekt und stellte im Dezember 2023 den selbst entwickelten Smart-Driving-Chip Shenji NX9031 vor. Der Nio ET9, der Ende März mit der Auslieferung begann, ist mit zwei dieser Chips ausgestattet. Xpeng hat ebenfalls seinen eigenen Turing-AI-Chip mit über 700 TOPS pro Einheit entwickelt.

Horizon Robotics als Partner

Horizon Robotics, der chinesische Partner von Volkswagen, ging im Oktober 2024 mit einem 696 Millionen Dollar schweren Börsengang (etwa 605 Millionen Euro) in Hongkong an die Börse - dem größten Tech-IPO des Jahres in der Stadt. Das Unternehmen hat bereits Lösungen in über 290 Fahrzeugmodellen installiert und hält einen 35-prozentigen Marktanteil bei autonomen Fahrchips in China.

Volkswagen investierte 2,3 Milliarden Dollar (etwa zwei Milliarden Euro) in ein Joint Venture mit Horizon Robotics. Das zeigt die Bedeutung der Partnerschaft für beide Unternehmen. Horizon Robotics bringt dabei seine Expertise in der Chip-Entwicklung und das Verständnis für den chinesischen Markt ein, während Volkswagen seine Automobilkompetenz und globale Reichweite beisteuert.

Was haltet ihr von Volkswagens Chip-Strategie? Kann das die Wende in China bringen? Teilt eure Einschätzung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • VW entwickelt in China eigene Fahrassistenz-Chips mit 500-700 TOPS
  • Joint Venture mit Horizon Robotics kostet über 200 Millionen Dollar
  • Chip-Entwicklung als Reaktion auf VWs sinkenden Marktanteil in China
  • Moderne 3-4 Nanometer-Technologie soll ab 2026 in VW-Fahrzeugen starten
  • Teil einer größeren Investitionsstrategie von fast vier Milliarden Euro
  • Chinesische Autohersteller wie Nio und Xpeng haben bereits eigene Chips

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