Cariad 'zurückgesetzt': Volkswagen will endlich gute Software bieten

VW hat seine Software-Sparte Cariad neu aufgestellt und will jetzt so schnell wie möglich Ergebnisse liefern und dank Partnerschaften mit dem US-Hersteller Rivian und Xpeng aus China schon bald gute Software für VW-Fahrzeuge parat haben.
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Software-Team 'vollständig zurückgesetzt'

Etwa zwei Jahre, nachdem man bei Volkswagen fürchtete, der Konzern würde bei der Software-Entwicklung für die Fahrzeuge seiner eigenen Marke und die Autos der diversen Tochterfirmen aufgeben, hat Vorstandschef Oliver Blume laut eines Berichts der Financial Times die Auferstehung der Software-Sparte Cariad verkündet. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", so Blume bei einer Veranstaltung der FT in München.

Man habe einen vollständigen "Reset" bei Cariad und der eigenen Software-Strategie vorgenommen, wodurch jetzt ein neu strukturiertes internes Team an den Start geht, das nach Meinung von Volkswagen flexibel und schnell genug sein soll, um es mit Tesla und den diversen chinesischen Herstellern aufzunehmen. Dabei hat man auch den Markt für günstige Elektroautos im Visier, die nach und nach mit neuen Funktionen ausgerüstet werden sollen.


Altes Cariad-Team größtenteils nicht mehr bei VW

Man habe jetzt eine klare Strategie bezüglich Software, wobei VW laut Blume auch auf Kostenvorteile durch die Skalierung über seine Marken und Produktreihen hinweg setze, sagte er weiter. Dafür arbeitet VW unter anderem mit dem chinesischen Autohersteller Xpeng und dem US-Elektroautospezialisten Rivian zusammen. Als erste Fahrzeuge werden der überarbeitete Porsche Macan und der Audi Q6 e-tron mit neuer Software von Cariad versehen.

Cariad hat jetzt aber auch die Aufgabe, die bestehenden Software-Plattformen von VW zu aktualisieren und neue zu integrieren, die von Rivian entwickelt werden. Internen Quellen zufolge hat das frühere Cariad-Team aus etwa 200 Entwicklern den Konzern mittlerweile zum größten Teil verlassen. Statt die Software selbst zu entwickeln, kauft man diese nun eben zum größten Teil ein, heißt es.

Durch die Partnerschaft mit Rivian macht sich VW aber auch stark vom Erfolg der durch den Partner entwickelten Software abhängig. Ein in Kalifornien von den beiden Firmen geformtes Joint-Venture hat mittlerweile bereits etwa 1300 Mitarbeiter und ist damit deutlich gewachsen. Anfangs konzentriert man sich dort auf die Arbeit an der Software für das SUV Rivian R2, bevor im Anschluss ein Fokus auf VWs Produkte folgen soll.

Eine der bevorstehenden Herausforderungen ist auch die Anpassung der eigentlich für E-Fahrzeuge von Rivian entwickelten Software für die Verwendung bei Autos mit Verbrennern und Hybrid-Antrieben. Weil VW und seine Tochtermarken die Einführung neuer E-Autos teilweise nach hinten verschoben und die Lebensdauer ihrer Verbrenner verlängert haben, muss die neue Software auch in diesen Modellen nutzbar sein.

Zusammenfassung
  • VW hat Software-Sparte Cariad komplett neu strukturiert und ausgerichtet
  • Nach Befürchtungen eines Scheiterns verkündet CEO Blume nun den Reset
  • Partnerschaften mit US-Hersteller Rivian und Chinas Xpeng sollen Erfolg sichern
  • Erstes neues System kommt im überarbeiteten Porsche Macan und Audi Q6 e-tron
  • Großes Joint-Venture mit Rivian in Kalifornien beschäftigt bereits 1300 Mitarbeiter
  • Statt Eigenentwicklung setzt VW nun verstärkt auf eingekaufte Software
  • Herausforderung ist die Anpassung von E-Auto-Software für Verbrenner-Modelle

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