KI-Rechenzentren lösen weltweite Speicherchip-Krise aus

KI-Rechenzentren sorgen laut dem Chef des taiwanischen Speicher­herstellers Adata dafür, dass die Versorgung mit einfachem DRAM- und NAND-Chips für Arbeitsspeicher, SSDs und Festplatten weltweit an ihre Grenzen stößt. Seinen Angaben zufolge sind die Lager der Lieferanten leer.
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Engpässe wie seit Jahrzehnten nicht

Adata-Chef Simon Chen hat nach eigenen Angaben noch nie in seiner bereits drei Jahrzehnte andauernden Tätigkeit in der Branche eine derartige, gleichzeitige Knappheit über alle Speichervarianten hinweg erlebt. Gegenüber dem taiwanischen Branchendienst DigiTimes erklärte Chen, dass es deshalb derzeit praktisch keinen Konkurrenzkampf zwischen den Herstellern von Speicherprodukten gibt.

Stattdessen seien die Betreiber von Rechenzentren aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz seit einiger Zeit dabei, praktisch den gesamten Markt und die dafür verfügbaren Fertigungskapazitäten leerzukaufen. Hinzu komme, dass aufgrund von Engpässen bei der Versorgung mit klassischen Festplatten mittlerweile dazu übergegangen werde, vermehrt SSDs auch für einfache Speicheraufgaben zu nutzen, was die Nachfrage rund um NAND-Flash weiter verstärke.

Hersteller verkaufen fast gesamte Produktion an KI-Firmen

Derzeit sei die Lage bei den Speicherlieferanten dramatisch, weshalb sie oft nur noch Vorräte für etwa zwei bis drei Wochen hätten - normalerweise haben diese Anbieter ausreichend Lagerbestände, um zwei bis drei Monate abzudecken. Im Grunde würden die Speicherhersteller wie SK Hynix, Samsung, Micron, Kioxia und Western Digital derzeit ihre gesamten Kapazitäten an Kunden aus dem KI-Markt verkaufen.

Für Adata als Hersteller von Produkten, die Speicherchips verwenden, sorgt die enorme Nachfrage derzeit für einen Höhenflug. Der Aktienkurs des Unternehmens schoss seit August in die Höhe und man konnte für das zweite Quartal 2025 den höchsten Umsatz seit 15 Jahren melden. Auch auf die gesamte Industrie betrachtet, sorgt die Nachfrage der KI-Anbieter für enormes Wachstum. Der Umsatz mit Arbeitsspeicher-Chips legte zuletzt um 17 Prozent zu, während die Einnahmen aus dem Verkauf von Enterprise-SSDs um fast 13 Prozent stiegen.

Für Endkunden bedeuten die Engpässe, dass sie sich auf steigende Preise bei SSDs, Arbeitsspeicher, USB-Speicherprodukten, Smartphones, Desktop- und Notebook-PCs und praktisch allen anderen Geräten einstellen müssen, in denen Flash- oder DRAM-Module zum Einsatz kommen.
Zusammenfassung
  • Adata-Chef berichtet über beispiellose Knappheit bei allen Speichervarianten
  • KI-Rechenzentren kaufen nahezu die gesamte verfügbare Speicherproduktion auf
  • Lieferanten haben nur noch Vorräte für zwei bis drei Wochen statt Monaten
  • Verstärkte Nachfrage nach SSDs als Ersatz für klassische Festplatten
  • Speicherhersteller verkaufen ihre Kapazitäten vorrangig an KI-Markt-Kunden
  • Adata verzeichnet durch hohe Nachfrage den höchsten Umsatz seit 15 Jahren
  • Endkunden müssen mit Preissteigerungen bei allen Geräten mit Speicherchips rechnen

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