Speicher wird deutlich teurer:
Samsung zieht Preisschraube massiv an

Nach Micron und SanDisk zieht auch Samsung die Preisschraube beim Speicher an. Der südkoreanische Hersteller erhöht die Preise für DRAM einem Bericht zufolge demnächst um bis zu 30 Prozent und für NAND-Flash um bis zu zehn Prozent.

Speicher wird deutlich teurer

Während es Ende 2024 noch hieß, die Preise für RAM würden 2025 um bis zu 15 Prozent fallen, zeichnet sich knapp zehn Monate später ein ganz anderes Bild ab. Während DDR4-RAM aufgrund von Produktionsstopps schon eine Zeit lang immer teurer wird und teilweise mehr kostet als DDR5-Speicher, hat Samsung jetzt angekündigt, auch die Vertragspreise für DRAM- und NAND-Flash-Speicher im vierten Quartal 2025 anzuheben. LPDDR4X und LPDDR5(X) sollen demnach um 15 bis 30 Prozent anziehen, während NAND-Flash-Speicher Preiserhöhungen um fünf bis zehn Prozent für "Mobile Storage" wie Universal Flash Storage (UFS) und eMMC erfahren wird.

Samsung ist nicht allein mit seiner Preispolitik. Micron setzte vorübergehend neue Angebotszyklen aus und hob die Preise ebenfalls um bis zu 30 Prozent an. SanDisk kommunizierte seinerseits ebenfalls eine zehnprozentige Preiserhöhung für NAND-Produkte. Die koordinierten Preiserhöhungen zeigen, dass die großen Speicherhersteller auf ähnliche Marktbedingungen reagieren.


Produktionsumstellung verschärft Lage

Laut New Daily (via WccfTech) sind mehrere Faktoren für die Preisanstiege verantwortlich. Ein wesentlicher Grund liegt auch in der Produktionsumstellung der Hersteller. Die bereits angesprochenen sinkenden Produktionszahlen bei älteren Produkten wie DDR4 und LPDDR4X führen zu Versorgungsengpässen, die den Preisdruck verschärfen. Die Produktionskapazität für DDR4, das schrittweise auslaufen soll, wird 2026 voraussichtlich auf 20 Prozent der Werte des Vorjahres fallen.

Gleichzeitig konzentrieren sich die Hersteller verstärkt auf High-End-Speicher für KI-Anwendungen. Die Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) steigt ebenfalls, wobei alle großen DRAM-Hersteller nun auf den KI-Zug aufspringen und ihre neuesten Produkte für KI-Beschleuniger von Nvidia, AMD und anderen anbieten. Diese Priorisierung von HBM gegenüber Verbraucher-DRAM führt ebenfalls zu einem knapperen Angebot und steigenden Preisen.

Samsungs enormer Einfluss

Samsung belegt den zweiten Platz im globalen DRAM-Markt und den ersten Platz im NAND-Flash-Markt mit 32,7 beziehungsweise 32,9 Prozent Marktanteil. Diese Marktposition verleiht dem Unternehmen enormen Einfluss auf die globalen Speicherpreise. Experten prognostizieren, dass der Betriebsgewinn der Halbleitersparte DS (Device Solutions) im vierten Quartal 2025 die Marke von sechs Billionen Won (etwa 4,3 Milliarden Euro) überschreiten könnte. Das wäre mehr als doppelt so viel wie im gleichen Vorjahreszeitraum.

Die Preiserhöhungen dürften besonders Mobilgeräte betreffen, da vor allem Smartphones, Tablets, Handhelds und kompakte Notebooks von den LPDDR-Preisanstiegen betroffen sind. Investoren prognostizieren, dass diese Erhöhungswelle bis zum Jahresende und möglicherweise bis in die erste Hälfte des nächsten Jahres andauern wird.

Die Speicherpreise steigen also weiter - ein Trend, der sich bis ins nächste Jahr fortsetzen könnte. Was sind eure Erfahrungen mit den aktuellen Speicherpreisen? Habt ihr bereits Auswirkungen gespürt?
Zusammenfassung
  • Samsung erhöht DRAM-Preise um bis zu 30 Prozent und NAND-Flash um 10 Prozent
  • Entgegen früherer Prognosen steigen die RAM-Preise im vierten Quartal 2025
  • Micron und SanDisk legten mit ähnlichen Preiserhöhungen für Speicherprodukte vor
  • Hohe Nachfrage bei Smartphones, KI-PCs und Cloud-Servern treibt Preise nach oben
  • Umstellung auf neuere Speichertypen führt zu Engpässen bei älteren Produkten
  • Besonders mobile Geräte sind von den steigenden Preisen für LPDDR betroffen
  • Experten erwarten anhaltende Preiserhöhungen bis ins nächste Jahr hinein

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