Mega-Attacke schuld? Ausfall bei Steam, Probleme bei anderen Diensten

Gestern kam es zu einem gut einstündigen Ausfall der belieb­ten Spie­leplattform Steam. Plötzlich konnten Millionen Gamer sich nicht mehr anmelden oder Spiele erwerben. Möglicherweise steckt eine DDoS-Attacke hinter dem Ausfall, die wohl auch andere Dienste traf.
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Steam für gut eine Stunde nicht nutzbar

Ab etwa 19:15 Uhr begann gestern Abend ein rund einstündiger Ausfall von Valves Gaming-Plattform Steam. Sowohl der Store als auch die Steam Community und die Web-API des Dienstes waren vorübergehend nicht mehr nutzbar. Dies führte dazu, dass zahllose Nutzer einen Fehler angezeigt bekamen. Auch wenn die Benutzeroberfläche im Web und den Apps geladen wurde, wurden keine Inhalte angezeigt.

Das Ausmaß des Ausfalls war offenbar enorm, da Statusseiten innerhalb kürzester Zeit enorme Zugriffszahlen erfuhren. Nach Angaben verschiedener Medien waren auch die Schnittstellen für Valves First-Party-Spiele wie Counter-Strike 2 und Deadlock von dem Ausfall betroffen. Bei Downdetector gingen ebenfalls binnen kürzester Zeit extrem viele Störungsmeldungen rund um Steam ein.

Neben Steam auch viele andere Webdienste betroffen

Neben Steam waren offenbar auch einige andere spielebezogene Online-Dienste teilweise nicht oder nur schwer erreichbar. Auch Riot Games und dessen Server hinter beliebten Titeln wie League of Legends und Valorant hatten laut den Nutzermeldungen bei Downdetector (hierzulande als "Allestörungen" bekannt) teilweise mit Ausfällen zu kämpfen.

Ebenso gibt es Hinweise, dass auch diverse andere Web-Services aufgrund einer breit angelegten Attacke Probleme hatten, darunter das PlayStation Network von Sony, Epic Games und damit auch Fortnite, Microsofts Xbox-Dienste, Electronic Arts und dessen Online-Services sowie die US-Streaming-Plattform Hulu. Dies lässt laut Sicherheitsexperten vermuten, dass es sich um eine breit angelegte Denial-of-Service-Attacke handelte.

So meldete der auf die Abwehr von Angriffen auf Minecraft-Server spezialisierte kanadische Dienstleister TCPShield, dass um 19:15 Uhr deutscher Zeit von Angreifern eine sogenannte TCP Carpet Bomb Attacke ausgelöst wurde, mit dem diese versuchten, Datenverkehr in gigantischem Ausmaß nachzuahmen. Hinter der Attacke wird ein Botnetz namens "Aisuru" vermutet, über das immer wieder derartige Attacken mithilfe von zahllosen gehackten Internet-of-Things-Geräten gestartet werden.

Zusammenfassung
  • Steam erlebte gestern einen einstündigen Ausfall ab 19:15 Uhr
  • Millionen Nutzer konnten sich nicht anmelden oder Spiele kaufen
  • Auch andere Gaming-Dienste wie Riot Games waren teilweise betroffen
  • Experten vermuten eine breit angelegte DDoS-Attacke als Ursache
  • Hinter dem Angriff könnte das Botnetz 'Aisuru' mit IoT-Geräten stecken
  • Die TCP Carpet Bomb Attacke erzeugte massiven gefälschten Datenverkehr
  • Neben Steam hatten auch PlayStation, Xbox und Epic Games Probleme

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