Darum brauchte Windows 95 bei Installation Hilfe durch Windows 3.1
Warum installierte Windows 95 nicht einfach ein Mini-Windows 95 statt Windows 3.1? Microsoft-Veteran Raymond Chen erklärt die technischen und wirtschaftlichen Hürden hinter dieser Entscheidung aus den 1990er-Jahren.
Doch warum nutzte Microsoft nicht gleich eine abgespeckte Version von Windows 95 für die Installation? Das hätte den Installationsprozess vereinfacht und wäre technisch durchaus möglich gewesen. Microsoft entschied sich bewusst für eine einheitliche Installationsroutine, die auf MS-DOS basierte, da das auf allen drei Plattformen verfügbar war und den Entwicklungsaufwand erheblich reduzierte.
Die vorhandene Mini-Version von Windows 3.1 belegte nur etwa 440 Kilobyte und damit weniger als die Hälfte der Speicherkapazität einer Floppy-Diskette. Eine Mini-Windows 95-Version hätte hingegen mindestens fünf bis 7,5 Megabyte benötigt - das entspricht zwei bis drei Disketten. In einer Zeit, als Software noch hauptsächlich auf Disketten vertrieben wurde, war das ein erheblicher Nachteil.
Die Entscheidung für MS-DOS als Grundlage brachte allerdings das Problem mit sich, dass die Installation im Textmodus lief, was nicht repräsentativ für das moderne GUI-Erlebnis von Windows 95 war. Daher installierte das Setup zunächst die grafische Mini-Windows 3.1-Umgebung, um den Benutzern eine vertraute Oberfläche zu bieten.
Zusätzlich hätte ein Mini-Windows 95 bedeutet, dass jeder Entwickler neuer Features hätte berücksichtigen müssen: "Was passiert, wenn wir im Miniatur-Modus laufen?" Das hätte die ohnehin komplexe Entwicklung von Windows 95 weiter verkompliziert und zusätzliche Tests und Qualitätssicherung erfordert.
Was haltet ihr von Microsofts pragmatischer Lösung? Teilt eure Gedanken zu diesem historischen IT-Rätsel in den Kommentaren!
Siehe auch:
Drei Betriebssysteme für eine Installation
Windows 95 konnte von drei verschiedenen Ausgangspunkten aus installiert werden: MS-DOS, Windows 3.1 oder einer bereits vorhandenen Windows 95-Installation. Das Setup durchlief dabei drei Stufen: Ein MS-DOS-Programm installierte zunächst eine minimale Windows 3.1-Version, ein 16-Bit-Windows-Programm führte die Hauptinstallation durch, und ein 32-Bit-Windows-Programm erledigte abschließende Arbeiten unter Windows 95.Doch warum nutzte Microsoft nicht gleich eine abgespeckte Version von Windows 95 für die Installation? Das hätte den Installationsprozess vereinfacht und wäre technisch durchaus möglich gewesen. Microsoft entschied sich bewusst für eine einheitliche Installationsroutine, die auf MS-DOS basierte, da das auf allen drei Plattformen verfügbar war und den Entwicklungsaufwand erheblich reduzierte.
Zeitdruck und technische Realitäten
Eine Mini-Version von Windows 3.1 existierte bereits und bot gerade genug Funktionalität für eine grafische Benutzeroberfläche während des Installationsprozesses. Im Gegensatz dazu hätte eine abgespeckte Windows 95-Version erst entwickelt werden müssen. Wie Raymond Chen in einem Dev Blogs-Beitrag erklärt, war Windows 95 bereits "notorisch im Verzug" und jede zusätzliche Entwicklungsaufgabe hätte sofortigen Widerstand ausgelöst.Die vorhandene Mini-Version von Windows 3.1 belegte nur etwa 440 Kilobyte und damit weniger als die Hälfte der Speicherkapazität einer Floppy-Diskette. Eine Mini-Windows 95-Version hätte hingegen mindestens fünf bis 7,5 Megabyte benötigt - das entspricht zwei bis drei Disketten. In einer Zeit, als Software noch hauptsächlich auf Disketten vertrieben wurde, war das ein erheblicher Nachteil.
Benutzerfreundlichkeit als Priorität
Microsoft wollte die Anzahl der Neustarts gering halten, da PCs Anfang der 1990er Jahre oft lange zum Booten brauchten. Mit einem Mini-Windows 95 wären zwei Neustarts nötig gewesen: einer in das temporäre Windows 95 und ein weiterer in die finale Installation. Das hätte gegen das "Nur-ein-Neustart-Prinzip" verstoßen, das Microsoft für die Installation anstrebte.Die Entscheidung für MS-DOS als Grundlage brachte allerdings das Problem mit sich, dass die Installation im Textmodus lief, was nicht repräsentativ für das moderne GUI-Erlebnis von Windows 95 war. Daher installierte das Setup zunächst die grafische Mini-Windows 3.1-Umgebung, um den Benutzern eine vertraute Oberfläche zu bieten.
Wirtschaftliche Überlegungen
Die naheliegende Lösung, drei verschiedene Setups zu erstellen, wäre laut Chen keine gute Wahl gewesen, da das bedeutet hätte, dieselbe Arbeit mehrfach zu machen und entsprechend mehr programmieren zu müssen. Der mehrstufige Ansatz war ein Kompromiss zwischen Flexibilität und Effizienz, der es ermöglichte, alle Ausgangspunkte mit einer einzigen Codebasis zu bedienen.Zusätzlich hätte ein Mini-Windows 95 bedeutet, dass jeder Entwickler neuer Features hätte berücksichtigen müssen: "Was passiert, wenn wir im Miniatur-Modus laufen?" Das hätte die ohnehin komplexe Entwicklung von Windows 95 weiter verkompliziert und zusätzliche Tests und Qualitätssicherung erfordert.
Was haltet ihr von Microsofts pragmatischer Lösung? Teilt eure Gedanken zu diesem historischen IT-Rätsel in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Windows 95 nutzte für die Installation eine Mini-Version von Windows 3.1
- Der dreistufige Installationsprozess sparte Entwicklungszeit und Ressourcen
- Ein Mini-Windows 95 hätte mindestens 5 MB und mehrere Disketten benötigt
- Microsoft wollte die Installation mit nur einem Neustart abschließen können
- Die Mini-Version von Windows 3.1 belegte mit 440 KB nur eine halbe Diskette
- Ein abgespecktes Windows 95 hätte den Entwicklungsprozess stark verzögert
- Der gewählte Kompromiss bediente alle Ausgangssysteme mit einer Codebasis
Siehe auch:
- US-Flugsicherung will endlich weg von Disketten und Windows 95
- Windows 95: Microsoft-Veteran enthüllt Geheimnis der 3-OS-Installation
- Nostalgie pur: Windows 95 auf heutigen PCs - App macht's kinderleicht
- Erklärt: Darum brauchte Windows 95-Installation drei Betriebssysteme
- Historisch: Ex-Microsoft-Manager zeigt allererste Kopie von Windows 95
Thema:
Neueste Downloads
Beliebt im Preisvergleich
- Windows & Sonstige:
Neue Nachrichten
Beliebte Nachrichten
Videos
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen