Lügt Tesla vor Gericht? Hacker findet angeblich 'verlorene' Crash-Daten
Ein Hacker konnte ohne große Probleme wichtige Daten zu einem tödlichen Tesla-Crash aus einem Chip des Fahrzeugs extrahieren. Tesla hatte jahrelang behauptet, die Daten seien nicht auffindbar. Die Entdeckung führte zu einem 243-Millionen-Dollar-Urteil.
Denn Jahre nach einem tödlichen Tesla-Unfall in Florida fehlten immer noch entscheidende elektronische Daten, die den Unfallhergang detailliert dokumentierten. Die Informationen waren für eine Schadensersatzklage der Überlebenden und der Familie des Opfers gegen Tesla von zentraler Bedeutung, doch das Unternehmen behauptete, die Daten nicht zu besitzen.
Die Collision Snapshots sind ein kritischer Bestandteil von Teslas Datensammlung. Das System erfasst automatisch Informationen von acht Kameras, zwölf Ultraschallsensoren und einem nach vorn gerichteten Radar. Diese Daten werden normalerweise zur Verbesserung der Autopilot-Software verwendet und können bei Unfällen entscheidende Beweise liefern.
Die Entdeckung des Hackers wurde zu einem Schlüsselbeweis im Verfahren. Die Kläger konnten damit beweisen, dass Tesla die Daten die ganze Zeit über besaß, trotz wiederholter Dementis. Die wiederhergestellten Aufzeichnungen zeigten in erschreckender Klarheit, was das Tesla-Fahrzeug in den Momenten vor dem Unfall erfasste.
Joel Smith, Teslas Anwalt, bezeichnete den Umgang des Unternehmens mit den Daten als "ungeschickt", bestritt aber jegliches Fehlverhalten. "Wir dachten nicht, dass wir [die Daten] hatten, bis wir herausfanden, dass wir sie hatten", sagte er. "Und zum Glück taten wir das, weil das eine erstaunlich hilfreiche Information ist." Die Geschworenen sprachen Tesla dennoch eine 33-prozentige Schuld am Unfall zu.
Was haltet ihr von Teslas Umgang mit den Crash-Daten? Hat das Unternehmen die Informationen absichtlich zurückgehalten oder war es nur "ungeschickt"? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.
Siehe auch:
Hacker lässt Tesla schlecht aussehen
Anfang August musste Tesla eine empfindliche Niederlage vor Gericht einstecken. Das Unternehmen von Elon Musk wurde dazu verurteilt, 243 Millionen Dollar Entschädigung an die Opfer eines Unfalls mit Tesla-Autopilot-Beteiligung aus dem Jahr 2019 zu zahlen. Jetzt sind neue Informationen ans Licht gekommen, wie der Elektroautobauer vor Gericht wohl log und Beweismittel unterschlug.Denn Jahre nach einem tödlichen Tesla-Unfall in Florida fehlten immer noch entscheidende elektronische Daten, die den Unfallhergang detailliert dokumentierten. Die Informationen waren für eine Schadensersatzklage der Überlebenden und der Familie des Opfers gegen Tesla von zentraler Bedeutung, doch das Unternehmen behauptete, die Daten nicht zu besitzen.
Mysteriöse Datenlöschung nach dem Crash
Unmittelbar nach dem Unfall um 21:14 Uhr am 25. April 2019 wurden die entscheidenden Daten wie vorgesehen automatisch auf Teslas Server hochgeladen und in einer zentralen Datenbank gespeichert. Doch kurz darauf verschwanden diese sogenannten "Collision Snapshots", bei denen es sich um Aufnahmen der Fahrzeugkameras und Sensoren aus den Sekunden vor und nach dem Aufprall handelt. Tesla behauptete gegenüber Ermittlern und Anwälten jahrelang, die Daten verloren zu haben.Die Collision Snapshots sind ein kritischer Bestandteil von Teslas Datensammlung. Das System erfasst automatisch Informationen von acht Kameras, zwölf Ultraschallsensoren und einem nach vorn gerichteten Radar. Diese Daten werden normalerweise zur Verbesserung der Autopilot-Software verwendet und können bei Unfällen entscheidende Beweise liefern.
Hacker findet Daten
Die Wendung kam erst durch einen Hacker mit dem Online-Namen @greentheonly. Er wurde von den Klägern beauftragt, die Inhalte eines aus dem Fahrzeug geborgenen Chips zu entschlüsseln, von denen Teslas Ingenieure behauptet hatten, sie seien nicht wiederherstellbar. Laut einem Bericht der Washington Post war es für den Hacker jedoch offensichtlich, dass die Daten noch vorhanden waren. Tesla räumte später vor Gericht sogar ein, die Daten die ganze Zeit über auf den eigenen Servern gehabt zu haben.Die Entdeckung des Hackers wurde zu einem Schlüsselbeweis im Verfahren. Die Kläger konnten damit beweisen, dass Tesla die Daten die ganze Zeit über besaß, trotz wiederholter Dementis. Die wiederhergestellten Aufzeichnungen zeigten in erschreckender Klarheit, was das Tesla-Fahrzeug in den Momenten vor dem Unfall erfasste.
Joel Smith, Teslas Anwalt, bezeichnete den Umgang des Unternehmens mit den Daten als "ungeschickt", bestritt aber jegliches Fehlverhalten. "Wir dachten nicht, dass wir [die Daten] hatten, bis wir herausfanden, dass wir sie hatten", sagte er. "Und zum Glück taten wir das, weil das eine erstaunlich hilfreiche Information ist." Die Geschworenen sprachen Tesla dennoch eine 33-prozentige Schuld am Unfall zu.
Was haltet ihr von Teslas Umgang mit den Crash-Daten? Hat das Unternehmen die Informationen absichtlich zurückgehalten oder war es nur "ungeschickt"? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.
Zusammenfassung
- Tesla verliert Prozess und muss 243 Millionen Dollar Entschädigung zahlen
- Unternehmen hatte Daten zu tödlichem Unfall im April 2019 jahrelang verleugnet
- Hacker entdeckte erfolgreich die angeblich verlorenen Crash-Aufzeichnungen
- Automatisch gespeicherte Kamera- und Sensordaten waren tatsächlich vorhanden
- Teslas Anwalt bezeichnete den Umgang mit den Daten als ungeschickt
- Geschworene wiesen Tesla 33 Prozent der Schuld am Unfall zu
- Firma besaß die für den Gerichtsprozess kritischen Beweismittel die ganze Zeit
Siehe auch:
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