Tödlicher Autopilot-Crash:
Tesla muss 243 Mio. $ Entschädigung zahlen
Tesla muss nach einem historischen Urteil eine Strafe in Millionenhöhe zahlen. Ein Gericht in den USA fand den Autobauer teilweise schuldig am Tod einer 22-Jährigen durch einen Autopilot-Unfall im Jahr 2019. Jetzt könnten viele ähnliche Urteile folgen.
Denn wie das Wall Street Journal berichtet, hat ein Geschworenengericht in Miami Tesla zu einer Schadenersatzzahlung in Höhe von 243 Millionen Dollar verurteilt, nachdem es eine Mitschuld des Elektroautobauers an einem tödlichen Unfall festgestellt hatte. Es handelt sich um das erste Mal, dass eine Jury einem Kläger Schadenersatz in einem Verfahren im Zusammenhang mit Teslas Fahrassistenzsystemen zugesprochen hat.
Der Unfall ereignete sich am 25. April 2019 in Key Largo, Florida. Dabei wurde die 22-jährige Naibel Benavides Leon getötet und ihr Freund Dillon Angulo schwer verletzt. Der Tesla-Fahrer George McGee war mit seinem Model S bei aktiviertem Autopilot-System über eine T-Kreuzung gerast und mit über 80 km/h in das geparkte SUV des Paares gekracht. McGee hatte sein Handy fallen lassen und suchte danach, als der Unfall passierte.
Die Anwälte der Kläger argumentierten, die Werbung Teslas für das Autopilot-System sei irreführend gewesen. Sie zeigten als Beleg unter anderem eine Aussage von Elon Musk aus dem Jahr 2016, wonach das Notbremssystem alles erkennen könne, "einschließlich eines Alien-Raumschiffs oder eines Metallhaufens auf der Straße". Diese übertriebenen Versprechungen würden Fahrer dazu verleiten, dem System mehr zu vertrauen, als technisch gerechtfertigt sei.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht seit 2021 mögliche Sicherheitsmängel in Teslas Autopilot-Systemen und prüft derzeit, ob Teslas bereits erwähnter "Rückruf" zur Behebung von Problemen wirksam war.
Die Entscheidung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt für Tesla-Chef Musk, der Investoren davon überzeugen will, dass sein Unternehmen bei autonomen Fahrzeugen führend werden kann. Tesla-Aktien fielen am Freitag um 1,8 Prozent und sind dieses Jahr bereits um 25 Prozent gefallen. Infografik: Teslas Wachstum steckt im Rückwärtsgang fest
Tesla kündigte umgehend Berufung gegen das Urteil an und bezeichnete es als "falsch". Man argumentierte, kein Auto mit den Systemen von 2019 oder heute hätte diesen Unfall verhindern können. Das Gericht würde nur dazu beitragen, die Sicherheit in der Automobilindustrie zu verschlechtern und die Bemühungen von Tesla und der gesamten Branche zu gefährden, lebensrettende Technologien zu entwickeln und zu implementieren.
Was denkt ihr über die Verantwortung von Autoherstellern bei Fahrassistenzsystemen? Sollten Unternehmen bei Unfällen häufiger mithaften? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.
Siehe auch:
Tesla verliert ersten Autopilot-Prozess
Teslas Autopilot hatte schon in der Vergangenheit immer wieder für Kontroversen gesorgt. Während das Unternehmen und vor allem CEO Elon Musk oft den Eindruck erwecken, ihre Autos würden sich ganz von alleine sicher im Straßenverkehr bewegen können, kommt es immer wieder zu Unfällen. So versank etwa ein Tesla, der vom Weg abgekommen war, im Oktober 2024 im österreichischen Traunsee. Knapp ein Jahr zuvor hatte der Autobauer bereits einen 'Rückruf' für zwei Millionen seiner Elektroautos gestartet, da es Probleme mit der Software für das autonome Fahren gab. Ein Unfall, an dem ein Tesla im Autopilot-Modus 2019 beteiligt war, wird für das Unternehmen jetzt dennoch teuer.Denn wie das Wall Street Journal berichtet, hat ein Geschworenengericht in Miami Tesla zu einer Schadenersatzzahlung in Höhe von 243 Millionen Dollar verurteilt, nachdem es eine Mitschuld des Elektroautobauers an einem tödlichen Unfall festgestellt hatte. Es handelt sich um das erste Mal, dass eine Jury einem Kläger Schadenersatz in einem Verfahren im Zusammenhang mit Teslas Fahrassistenzsystemen zugesprochen hat.
Der Unfall ereignete sich am 25. April 2019 in Key Largo, Florida. Dabei wurde die 22-jährige Naibel Benavides Leon getötet und ihr Freund Dillon Angulo schwer verletzt. Der Tesla-Fahrer George McGee war mit seinem Model S bei aktiviertem Autopilot-System über eine T-Kreuzung gerast und mit über 80 km/h in das geparkte SUV des Paares gekracht. McGee hatte sein Handy fallen lassen und suchte danach, als der Unfall passierte.
Jury sieht Mängel in Teslas Technologie
Die Geschworenen befanden, dass Tesla trotz des fehlerhaften Verhaltens des Fahrers aufgrund von Fehlern in der Autopilot-Software zu einem Drittel die Schuld am Unfall trägt. Das Wall Street Journal hatte bereits 2024 in einer umfassenden Untersuchung auf Schwächen in Teslas kamerabasiertem System hingewiesen. Die Analyse von 222 Tesla-Unfällen zeigte, dass 44 Teslas im Autopilot-Modus "plötzlich ausscherten" und 31 "nicht anhielten oder Vorfahrt gewährten".Die Anwälte der Kläger argumentierten, die Werbung Teslas für das Autopilot-System sei irreführend gewesen. Sie zeigten als Beleg unter anderem eine Aussage von Elon Musk aus dem Jahr 2016, wonach das Notbremssystem alles erkennen könne, "einschließlich eines Alien-Raumschiffs oder eines Metallhaufens auf der Straße". Diese übertriebenen Versprechungen würden Fahrer dazu verleiten, dem System mehr zu vertrauen, als technisch gerechtfertigt sei.
Teslas Autopilot-Geschichte voller Kontroversen
Teslas Autopilot-System steht seit Jahren in der Kritik. Im Jahr 2014 eingeführt, nutzt es vor allem Kameras, um Fahrzeuge teilweise autonom zu steuern. Bereits 2016 ereignete sich der erste bekannte tödliche Unfall mit aktiviertem Autopilot in Florida, als ein Tesla Model S unter einen Sattelschlepper fuhr. Damals argumentierte Tesla, das weiße Fahrzeug sei vor dem hellen Himmel nicht zu erkennen gewesen.Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht seit 2021 mögliche Sicherheitsmängel in Teslas Autopilot-Systemen und prüft derzeit, ob Teslas bereits erwähnter "Rückruf" zur Behebung von Problemen wirksam war.
Millionenschwere Konsequenzen für Tesla
Das Gericht sprach den Klägern insgesamt 129 Millionen Dollar Entschädigungszahlungen und 200 Millionen Dollar Strafschadenersatz zu. Tesla muss aufgrund der 33-prozentigen Schuldzuweisung insgesamt 243 Millionen Dollar (etwa 210 Millionen Euro) davon zahlen - den vollen Strafschadensersatz und ein Drittel der Entschädigung. Das Urteil könnte Präzedenzcharakter für etwa ein Dutzend weitere aktive Verfahren haben, bei denen es um ähnliche Vorwürfe zu Autopilot- oder Full Self-Driving geht.Die Entscheidung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt für Tesla-Chef Musk, der Investoren davon überzeugen will, dass sein Unternehmen bei autonomen Fahrzeugen führend werden kann. Tesla-Aktien fielen am Freitag um 1,8 Prozent und sind dieses Jahr bereits um 25 Prozent gefallen. Infografik: Teslas Wachstum steckt im Rückwärtsgang fest
Tesla kündigte umgehend Berufung gegen das Urteil an und bezeichnete es als "falsch". Man argumentierte, kein Auto mit den Systemen von 2019 oder heute hätte diesen Unfall verhindern können. Das Gericht würde nur dazu beitragen, die Sicherheit in der Automobilindustrie zu verschlechtern und die Bemühungen von Tesla und der gesamten Branche zu gefährden, lebensrettende Technologien zu entwickeln und zu implementieren.
Was denkt ihr über die Verantwortung von Autoherstellern bei Fahrassistenzsystemen? Sollten Unternehmen bei Unfällen häufiger mithaften? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.
Zusammenfassung
- Tesla zu 243 Millionen Dollar Schadenersatz nach tödlichem Unfall verurteilt
- Geschworenengericht sieht 33-prozentige Mitschuld durch fehlerhafte Software
- Unfall 2019: Tesla raste im Autopilot-Modus in geparktes Fahrzeug
- Kritik an irreführender Werbung und übertriebenen Versprechungen zu Autopilot
- Erstes Jury-Urteil mit Schadenersatz wegen Teslas Fahrassistenzsystemen
- Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht seit 2021 mögliche Mängel
- Tesla kündigt Berufung an und bezeichnet das Urteil als falsch
Siehe auch:
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Thema:
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