"Microsoft DocumentDB" ist nun Teil der Linux Foundation

Warum schließen sich Microsoft, AWS und Google zusammen, um gegen MongoDB anzutreten? DocumentDB wird zur Linux Foun­dation übertragen und soll als offene Alternative die NoSQL-Landschaft verändern. MongoDB reagiert bereits mit Kritik.
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Microsoft schafft offenen NoSQL-Standard

Die Linux Foundation hat im Rahmen des Open Source Summit in Amsterdam die Aufnahme von DocumentDB in ihr Projekt-Portfolio bekannt gegeben. DocumentDB begann 2024 als zwei PostgreSQL-Erweiterungen von Microsoft zur Unterstützung von BSON-Datenmodellen und Dokumentabfragen.

Mittlerweile ist daraus eine vollständige, benutzerfreundliche Open-Source-Dokumentendatenbank-Lösung auf PostgreSQL-Basis geworden, die mit den beliebten Open-Source-MongoDB-Treibern kompatibel ist. Unter der MIT-Lizenz haben Nutzer die größtmögliche Freiheit bei der Verwendung des Projekts.


Schutz vor rechtlichen Problemen

Der Beitritt zur Foundation ist laut Microsoft der nächste Schritt zur Schaffung eines offenen Standards für NoSQL-Datenbanken - ähnlich dem ANSI-SQL-Standard für relationale Datenbanken. Die Projektaufnahme stellt eine Antwort auf MongoDBs Entscheidung von 2018 dar, zur Server Side Public License (SSPL) zu wechseln, die Cloud-Anbieter dazu verpflichtet, servicebezogenen Quellcode freizugeben.

Die Entscheidung, DocumentDB unter das Dach der Linux Foundation zu stellen, kann als strategische Absicherung gegen rechtliche Auseinandersetzungen interpretiert werden. Die Foundation bietet nicht nur rechtlichen Schutz, sondern auch eine neutrale Governance-Struktur, die verhindert, dass ein einzelnes Unternehmen die Kontrolle über das Projekt ausübt.

Breite Industrieunterstützung

Das Projekt hat bereits breite Unterstützung aus der Industrie erhalten, darunter von Amazon Web Services (AWS), Cockroach Labs, Google, Microsoft, Rippling, SingleStore, Snowflake, Supabase, Ubicloud und Yugabyte. Diese Allianz zeigt das Interesse der Branche an einer offenen Alternative zu MongoDBs proprietärer Lösung.

Bruce Momjian, Gründungsmitglied des PostgreSQL-Kernentwicklungsteams, begrüßte die Zusammenarbeit:

Es ist großartig, dass Microsoft, AWS und andere sich zusammenschließen, um an DocumentDB zu arbeiten, einer Open-Source-Implementierung einer MongoDB-kompatiblen API auf PostgreSQL.
Bruce Momjian, Gründungsmitglied des PostgreSQL-Kernentwicklungsteams
Microsoft hat sich zu 100-prozentiger Kompatibilität mit MongoDB-Treibern verpflichtet, um das Dokumentendatenbank-Ökosystem zu stärken. Diese Kompatibilität ermöglicht es Entwicklern, bestehende MongoDB-Anwendungen ohne größere Änderungen auf DocumentDB zu migrieren.

MongoDB reagierte auf die Ankündigung mit der Aussage, der Service basiere weiterhin auf Postgres und habe "alle Nachteile einer relationalen Datenbank". Diese Kritik zielt auf die grundlegende Architektur ab, da DocumentDB auf PostgreSQL aufbaut, während MongoDB eine native Dokumentendatenbank ist.

Was denkt ihr über Microsofts Schachzug mit DocumentDB? Seht ihr darin eine echte Alternative zu MongoDB oder eher eine strategische Absicherung? Teilt eure Einschätzung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Microsoft überträgt DocumentDB an die Linux Foundation in Amsterdam
  • DocumentDB begann 2024 als PostgreSQL-Erweiterungen für BSON-Modelle
  • Das Projekt ist MIT-lizenziert und mit MongoDB-Treibern kompatibel
  • Industrieunterstützung von AWS, Google, Snowflake und anderen Unternehmen
  • Reaktion auf MongoDBs Wechsel zur restriktiveren SSPL-Lizenz in 2018
  • Technical Steering Committee und Maintainer-Team für die Projektverwaltung
  • MongoDB kritisiert DocumentDB wegen der PostgreSQL-Basis und Einschränkungen

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