Azure Linux: Microsoft bietet eigene Distribution erstmals als ISO an

Nach einer ersten Ankündigung im Mai hat Microsoft jetzt erstmals seine hauseigene Linux-Distribution in Form von ISO-Dateien für jedermann zum Download bereitgestellt. Noch handelt es sich um eine Preview, die nicht produktiv genutzt werden sollte.
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Fedora-basiertes Azure Linux 4 als ISO für Tester

Die auf Fedora basierende Linux-Variante Azure Linux 4 steht ab sofort erstmals für Nutzer außerhalb von Azure zur Verfügung. Über die GitHub-Seite des Projekts kann das Betriebssystem als ISO-Image heruntergeladen werden und steht auch über den Azure Marketplace zur Verfügung.

Microsoft hatte Azure Linux 4 Ende Mai offiziell angekündigt und damals auch bekannt gegeben, dass man die Software frei verfügbar machen will. Mit der jetzt erfolgten Veröffentlichung der ISO-Dateien erfüllt man dieses Versprechen. Mit der Vorschauversion hat man die Möglichkeit, Azure Linux 4 zum Beispiel lokal in einer Virtual Machine auszuprobieren.

ISOs für x86- und ARM64-Systeme verfügbar

Um die ISO-Dateien herunterzuladen, muss man auf der GitHub-Seite des Projekts die Sektion "Using Azure Linux" aufsuchen und dort den Unterbereich aufklappen, der den Titel "ISO Installer" trägt. Dort finden sich dann ISO-Dateien für Systeme auf x86-64- oder ARM64-Basis.

Grundsätzlich ist dabei zu bedenken, dass es sich eigentlich ein ausschließlich für den virtualisierten Betrieb konzipiertes System handelt. Die jetzt veröffentlichte Preview ist somit keineswegs für den Desktop-Betrieb oder die private Nutzung vorgesehen, sondern dient nur Testzwecken und der lokalen Installation einer Hyper-V Virtual Machine.


Der Download ist rund ein Gigabyte groß und benötigt für die Installation rund 1,1 Gigabyte, heißt es bei den Kollegen von The Register. Die Installation erfolgt über ein einfaches Kommandozeilen-Werkzeug und es gibt keine wie bei einem normalen Windows-PC nutzbare grafische Oberfläche.

Azure Linux 4 ist der Nachfolger des seit 2022 eingeführten Microsoft CBL-Mariner, aus dem 2024 dann Azure Linux 3 wurde. Die neue Version nutzt den Linux-Kernel in Version 6.18 und systemd 258.4. Die Packaging-Quellen und Packaging-Metadaten stammen größtenteils von Fedora, doch handelt es sich insgesamt nicht nur um ein umbenanntes Fedora Server. Stattdessen werden zwei Microsoft-eigene Package-Repositories verwendet.

Linux wird von Microsoft seit einigen Jahren verstärkt eingesetzt, vor allem dann, wenn es darum geht, Server-Workloads effizient und zuverlässig zu betreiben. Der Konzern hatte vor zwei Jahren bekanntgegeben, dass das zum Unternehmen gehörende Business-Netzwerk LinkedIn auf Azure Linux umgestellt wurde.

Zusammenfassung
  • Microsoft hat Azure Linux 4 erstmals als ISO-Image für jedermann zum Download bereitgestellt
  • Die Linux-Distribution basiert auf Fedora und steht auf GitHub sowie im Azure Marketplace bereit
  • Download und Installation benötigen jeweils rund ein Gigabyte; eine GUI fehlt komplett
  • Die Preview-Version dient ausschließlich zu Testzwecken und ist nicht für Desktop-Betrieb gedacht

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