Rechtsaußen-Aktivist wird jetzt bei Meta für "Neutralität" zuständig

Ausgerechnet ein Rechtsaußen-Verschwörungsanhänger soll zukünftig bei Meta dafür zuständig sein, dass die KI-Systeme des Unternehmens keine "ideologische und politische Voreingenommenheit" mit sich bringen.
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Per Gerichtsprozess zum Job

Der Konzern teilte jetzt mit, den Influencer Robby Starbuck als Berater für diesen Bereich eingestellt zu haben. Ziel sei es laut Unternehmensangaben, den hauseigenen Chatbot weniger "woke" wirken zu lassen. Die Personalie ist Teil einer außergerichtlichen Einigung in einem Verleumdungsverfahren, über die zunächst das Wall Street Journal berichtet. Zuvor hatte Metas KI fälschlicherweise behauptet, Starbuck sei am Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 beteiligt gewesen und Anhänger der QAnon-Verschwörungstheorie.

In einer gemeinsamen Erklärung erklärten Meta und Starbuck, man habe seit Aufnahme der Gespräche "erhebliche Fortschritte" bei der Verbesserung der Genauigkeit von Meta AI und der Reduzierung politischer Schieflagen erzielt.


Starbuck, der zunächst als Filmemacher tätig war und später erfolglos für den US-Kongress kandidierte, ist seit Jahren als Kritiker von Programmen zu Diversität, Chancengleichheit und Inklusion (DEI) aktiv. Bereits vor Donald Trumps Amtszeit übte er Druck auf Unternehmen aus, solche Initiativen einzustellen - unter anderem durch Boykottdrohungen über seine Social-Media-Kanäle. Firmen wie Tractor Supply, John Deere und Harley-Davidson gaben ihre DEI-Programme nach seinen Kampagnen auf.

Zusammen mit seiner Frau produzierte Starbuck einen Dokumentarfilm, der eine von Alex Jones populär gemachte Verschwörungstheorie wiederholt: Demnach sollen giftige Chemikalien dazu führen, dass Kinder sich als LGBTQ+ identifizieren. Konkret behauptete er beispielsweise weiterhin, das Herbizid Atrazin habe bei Fröschen eine "Verweiblichung" der Männchen ausgelöst - eine These, die wissenschaftlich mehrfach widerlegt wurde.

Desinformation als Auftrag

Weiterhin bezeichnete Starbuck das Zeigen von Pride-Flaggen als "Grooming und Indoktrination" und stellt somit Homosexualität mit Pädophilie auf eine Stufe. Im Zuge dessen vertritt er außerdem die groteske Behauptung, transgeschlechtliche Menschen würden vor allem deshalb ihre Geschlechtsidentität anpassen, um Frauen in öffentlichen Toiletten anzugreifen.

Nach dem Tod des "Friends"-Stars Matthew Perry im Oktober 2023 stellte Starbuck zudem öffentlich die Autopsieergebnisse infrage. Anstatt die festgestellte Todesursache Ketaminvergiftung zu akzeptieren, brachte er den COVID-19-Impfstoff als angebliche Ursache ins Spiel - ebenfalls ohne jegliche Belege.

Zusammenfassung
  • Meta holt Rechtsaußen-Influencer Robby Starbuck als KI-Neutralitätsberater
  • Einstellung ist Teil einer außergerichtlichen Einigung nach Verleumdungsfall
  • Starbuck bekämpft seit Jahren Diversitäts- und Inklusionsprogramme
  • Er verbreitet unwissenschaftliche Theorien über chemikalienbedingte LGBTQ-Identitäten
  • In seinem Film stellt er Verbindungen zwischen Homosexualität und Pädophilie her
  • Nach Matthew Perrys Tod verbreitete er unbelegte Impfstoff-Verdächtigungen

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