Was nach Geldverbrennen aussieht, zahlt sich für Meta an der Börse aus

Ob Metaverse oder Super-KI: Meta investiert hemmungslos in Zukunftstechnologien. Was viele Kritiker seit Jahren als Geldverbrennen bezeichnen, sieht der Konzern selbst als strategische Investition. Die Börse gibt Mark Zuckerberg recht.
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Milliarden für Visionen - und trotzdem bricht Meta Rekorde

Seit Jahren steht Meta in der Kritik, sich in kostspieligen Zukunftswetten verrannt zu haben. Erst das Metaverse: Allein die Sparte Reality Labs, in der Meta seine AR- und VR-Aktivitäten bündelt, verzeichnete seit 2020 über 54 Milliarden US-Dollar operativen Verlust. Meta hat mehrfach betont, dass sich daran so bald nichts ändern wird - die Verluste sollen in den kommenden Jahren sogar noch steigen.

Und nun folgt der nächste milliardenschwere Ausbau: künstliche Intelligenz, Superintelligenz-Visionen und der Aufbau einer globalen bisher unerreichten Recheninfrastruktur. Trotz dieser langlaufenden Investitionsoffensiven und strategischen Kurswechsel präsentiert Meta nun Geschäftszahlen, die klar über den Erwartungen liegen - und Anleger in Hochstimmung versetzten.


Im zweiten Quartal 2025 stieg der Umsatz um 22 Prozent auf 47,52 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn kletterte um 36 Prozent auf 18,34 Milliarden Dollar. Pro Aktie ergibt das 7,14 Dollar - fast 1,30 Dollar mehr als von Analysten erwartet. Auch die Nutzerzahlen wachsen weiter: 3,48 Milliarden Menschen sind täglich auf Facebook, Instagram, WhatsApp, Messenger oder Threads aktiv - ein Plus von 6 Prozent im Jahresvergleich.

Zugleich wächst der Aufwand: Meta rechnet für 2025 mit Ausgaben zwischen 114 und 118 Milliarden Dollar - 20 bis 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Große Posten sind dabei Investitionen in Infrastruktur, Stromverträge und die Rekrutierung von KI-Talenten. Erst im Juni sicherte sich Meta einen 20-Jahresvertrag für Nuklearstrom. Im Juli stieg der Konzern mit 14,3 Milliarden Dollar beim KI-Unternehmen Scale ein - CEO Alexandr Wang wechselte direkt ins KI-Kernteam von Meta.

Super-KI soll Milliarden bringen

Mark Zuckerberg setzt dabei auf ein eigenes Verständnis von künstlicher Intelligenz. In einem öffentlichen Statement sprach er von "persönlicher Superintelligenz", die Nutzern individuelle Gestaltungsmacht geben soll - im Gegensatz zu zentral gelenkten AGI-Visionen anderer Anbieter. "Das ist kein Science-Fiction mehr", sagte er zur Einordnung. Die Integration soll laut dem Meta-CEO über AI-Brillen gelingen.

Meta verspricht viel und treibt die Kosten immer weiter nach oben. Milliarden für das Metaverse und jetzt noch Milliarden für KI - und bislang kaum gesicherte Erlöse daraus. Doch weder die offenen Fragen zur Rentabilität noch drohende Szenarien aus laufenden Kartellverfahren scheinen Anleger derzeit zu beunruhigen. Im Gegenteil: Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen legte die Aktie vorbörslich um 11,8 Prozent auf 777,08 Dollar zu - ein neues Rekordhoch könnte bald folgen.

Was ist Meta Platforms?
Meta Platforms, Inc. (früher Facebook, Inc.) ist ein US-amerikanischer Technologiekonzern mit Schwerpunkt auf sozialen Netzwerken, Extended-Reality-Produkten und Künstlicher Intelligenz. Der von Mark Zuckerberg gegründete Konzern betreibt die Plattformen Facebook, Instagram, Threads sowie die Messaging-Dienste WhatsApp und Messenger.

Unter der Marke Meta Quest (ehemals Oculus) stellt das Unternehmen außerdem Virtual-Reality-Geräte her. Im Oktober 2021 wurde Facebook Inc. in Meta Platforms umbenannt, um den neuen Fokus auf die Entwicklung des "Metaverse" zu verdeutlichen - einer virtuellen Welt, in der Menschen in 3D interagieren können.
Wie entstand Meta Platforms?
Die Geschichte von Meta begann im Jahr 2004 als "Thefacebook LLC" in einem Studentenwohnheim der Harvard-Universität. Mark Zuckerberg gründete zusammen mit Eduardo Saverin, Dustin Moskovitz und Chris Hughes ein soziales Netzwerk, das zunächst nur für Harvard-Studenten zugänglich war.

Nach schnellem Wachstum öffnete sich Facebook 2006 für die breite Öffentlichkeit. Durch strategische Übernahmen wie Instagram (2012), WhatsApp (2014) und Oculus VR (2014) baute das Unternehmen seine Marktposition kontinuierlich aus und entwickelte sich zu einem der wertvollsten Technologiekonzerne der Welt.
Was ist der Cambridge-Analytica-Skandal?
Der Cambridge-Analytica-Skandal von 2018 ist einer der größten Datenschutzskandale in der Geschichte von Facebook. Die britische Firma Cambridge Analytica erhielt unrechtmäßig Zugriff auf Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern durch eine scheinbar harmlose App namens "thisisyourdigitallife".

Diese Daten wurden anschließend für politische Kampagnen genutzt, darunter die Brexit-Abstimmung und Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampf 2016. Als Folge zahlte Meta 2022 einen Vergleich von 725 Millionen US-Dollar und musste seine Datenschutzrichtlinien umfassend überarbeiten.
Was ist das Metaverse-Projekt?
Das Metaverse ist ein Schlüsselprojekt von Meta, auf das Mark Zuckerberg seit 2021 stark setzt. Es handelt sich um eine Vision einer vernetzten virtuellen Realität, in der Menschen in 3D interagieren, arbeiten, spielen und soziale Kontakte pflegen können.

Meta hat dafür bereits über 45 Milliarden US-Dollar investiert und plant, allein in Europa rund 10.000 neue Jobs für dieses Projekt zu schaffen. Mit der Plattform Horizon Worlds hat Meta erste Schritte in diese Richtung unternommen, allerdings steckt das Metaverse derzeit noch in den Kinderschuhen.
Welche KI-Modelle entwickelt Meta?
Meta investiert massiv in die Entwicklung von KI-Technologie, wobei das Llama-Modell im Mittelpunkt steht. Llama (Large Language Model Meta AI) ist eine Open-Source-Familie von Sprachmodellen, die seit Februar 2023 in mehreren Generationen veröffentlicht wurde.

Mittlerweile ist Meta bei Llama 4 angelangt, das multimodale Fähigkeiten bietet und Text sowie Bilder verarbeiten kann. Im Gegensatz zu proprietären Modellen anderer Anbieter verfolgt Meta mit Llama einen offenen Ansatz, der es Entwicklern ermöglicht, die Modelle kostenlos zu nutzen und weiterzuentwickeln.
Wie verdient Meta Platforms Geld?
Meta Platforms erzielt den Großteil seiner Einnahmen durch personalisierte Werbung auf seinen Plattformen Facebook, Instagram und WhatsApp. Durch die riesige Nutzerbasis von fast 4 Milliarden monatlich aktiven Nutzern kann Meta zielgerichtete Werbung basierend auf Nutzerinteressen und -verhalten anbieten.

Zusätzlich generiert das Unternehmen Einnahmen durch den Verkauf von Virtual-Reality-Hardware wie Meta Quest und durch Partnerschaften mit Entwicklern in diesem Ökosystem. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte Meta einen Nettoumsatz von rund 135 Milliarden US-Dollar.
Wer leitet Meta Platforms?
Meta Platforms wird nach wie vor von Gründer Mark Zuckerberg geleitet, der als CEO und Verwaltungsratsvorsitzender fungiert. Zuckerberg hält etwa 13,6% der Unternehmensanteile, verfügt aber durch eine spezielle Aktienstruktur mit unterschiedlichen Stimmrechten über die Mehrheit der Stimmrechte.

Diese Machtkonzentration ermöglicht es ihm, wichtige strategische Entscheidungen wie die massive Investition ins Metaverse durchzusetzen, auch wenn diese von einigen Investoren kritisch gesehen werden. Weitere wichtige Führungskräfte sind Chris Cox als Chief Product Officer und Yann LeCun als KI-Forschungsleiter.
Wie ist Meta international organisiert?
Meta Platforms hat seine internationale Struktur aus steuerlichen Gründen so aufgebaut, dass die Meta Platforms Ireland Limited alle Nutzer außerhalb der USA und Kanadas betreut. Dadurch unterliegt Facebook in Europa den Datenschutzgesetzen der EU.

In Deutschland ist Meta durch die Facebook Germany GmbH mit Sitz in Hamburg und einer Niederlassung in Berlin vertreten. Die deutsche Dependance betreibt intensive Lobbyarbeit und ist in zahlreichen Wirtschaftsverbänden aktiv. Meta unterhält zudem bedeutende Lobbybüros in Brüssel und anderen europäischen Hauptstädten.
Zusammenfassung
  • Meta investiert Milliarden in Metaverse und KI trotz hoher Verluste
  • Reality Labs verzeichnete seit 2020 über 54 Milliarden US-Dollar Verlust
  • Trotz hoher Investitionen steigt der Quartalsgewinn um 36 Prozent
  • Täglich nutzen 3,48 Milliarden Menschen Metas Plattformen weltweit
  • Für 2025 plant Meta Ausgaben zwischen 114 und 118 Milliarden Dollar
  • Zuckerberg setzt auf Vision einer persönlichen Superintelligenz

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